Berliner Landespokal | Viktoria - Tennis Borussia - Favorit auf Abruf

Mattis Daube (l.) von Viktoria Berlin im Duell mit Nicolai Matt von Tennis Borussia (imago images/Eibner)
Bild: imago images/Eibner

Schaut man auf die Regionalliga-Saison, ist die Favoritenrolle in der Viertelfinal-Paarung des Berliner Landespokals zwischen Viktoria und Tennis Borussia Berlin klar verteilt. In der Realität sieht das anders aus. Auch, weil Viktoria besondere Prioritäten setzt. Von Ilja Behnisch

Wenn die Mannschaft von Viktoria Berlin am Samstag im Viertelfinale des Berliner Länderpokals gegen Tennis Borussia (ab 13.25 Uhr im Livestream auf rbb24 und Facebook) auch nur annähernd so stürmisch und offen auftritt, wie ihr Trainer spricht, dürfte es ein torreiches Spiel geben.

"Die große Vorbereitung, die läuft erst seit einer Woche und das merkst du. Deshalb ist es schwierig, von einer guten Vorbereitung zu sprechen", sagt Benedetto Muzzicato (42) gegenüber rbb|24 und setzt die Messlatte für den Samstag eher niedrig an: "Wir wollen einfach nur, dass die Jungs gesund bleiben, dass sie Spaß haben. Wir werden auch den ein oder anderen schonen müssen, weil nicht jeder aus dieser zweieinhalb Wochen langen Pause so zurückgekommen ist, wie man sich das wünscht."

Viktoria setzt Prioritäten

Die Pause, von der Muzzicato spricht, war nötig geworden, weil Viktoria seinen Spielern als Aufsteiger in die Dritte Liga nur eine Woche Urlaub gewähren könne, ehe die Vorbereitung auf die neue Saison beginne. Und bei allem sportlichen Ehrgeiz und dem unbedingten Wunsch, im DFB-Pokal vertreten zu sein, "müssen wir Prioritäten setzen", so Muzzicato, der die Mannschaft in der abgebrochenen Saison mit elf Siegen aus elf Spielen souverän zur Meisterschaft geführt hat. Und die Prioritäten liegen nunmal darin, eine vernünftige Vorbereitung für das Abenteuer Dritte Liga hinzulegen.

Es ist also ein schwieriger Spagat, den Trainer und Mannschaft bewerkstelligen müssen. Vor allem auch mental. Manche Spieler, die sich jetzt noch für den Verein zerreißen sollen, wissen bereits, dass sie in der kommenden Saison nicht mehr Teil des Teams sein werden. Zudem seien die acht Monate Pflichtspielpause, die hinter allen Vereinen liegen, "eine harte Nummer". "Man merkt bei dem ein oder anderen, dass er auch vom Kopf her müde geworden ist", so Muzzicato, "dass wir nicht mehr die Intensität haben, wie wir sie kennen."

Im Ligaspiel überzeugte TeBe

Sollte Muzzicato diesen Eindruck nicht schon im Training gewonnen haben, dürfte spätestens seit der 1:6-Testspiel-Klatsche gegen die U19 von RB Leipzig am Dienstag jeder Zweifel verflogen sein. Es sei ihm deshalb auch wichtig gewesen, zu spielen. "Das war der mit Abstand schlechteste Auftritt, seitdem ich Coach von Viktoria Berlin bin." Immerhin seit Juli 2019. Für eine Mannschaft, die ohne Punktverlust durch die wenn auch verkürzte Saison gekommen ist, möglicherweise ein herber Schlag. So sieht es auch Markus Zschiesche (39), Trainer vom kommenden Gegner Tennis Borussia Berlin. Andererseits könne Viktoria durch die Niederlage gegen eine Nachwuchsmannschaft auch besonders motiviert sein. Am Ende entscheidet sich Zschiesche im Gespräch mit rbb|24 für die salomonische Mitte: "Mir egal. Weil am Ende müssen wir gucken, dass wir unser Spiel auf den Platz kriegen."

In der Liga klappte das mal mehr, mal weniger gut. Die Veilchen hatten als einziges Team der Regionalliga Nordost lediglich zehn Spiele absolviert, dabei neun Punkte geholt. Auch für einen Aufsteiger eine durchwachsene Bilanz. Dabei blitzen die positiven Ansätze immer wieder hervor. Insbesondere und ausgerechnet beim Spiel gegen Viktoria überzeugte TeBe. So sagt Viktoria-Coach Muzzicato: "Sie haben eine sehr unangenehme Mannschaft, einen guten Coach, eine richtig gute Offensive. Unser schwächstes Spiel von den elf Punktspielen war gegen TeBe. Weil sie das auch sehr gut gemacht haben. Wir haben mit Ach und Krach 2:1 gewonnen. Das war das erste Mal, dass ich in der Pause ein bisschen laut und aggressiv werden musste."

Beide Trainer fast wortgleich

Und auch Veilchen-Trainer Zschiesche schöpft Hoffnung aus dem "Hinspiel", wie er es nennt: "Auf jeden Fall ist Viktoria Favorit. Aber das Ligaspiel gibt Hoffnung, dass sie auf jeden Fall schlagbar sind." Sein Gegenüber Muzzicato sagt: "Jeder hat dieselbe Chance, davon bin ich überzeugt." Und auch in Hinblick auf die Erwartungen an das Spiel selbst, gleichen sich die Trainer beider Mannschaften. "Vor allem ist es wichtig, dass wir unsere Spielphilosophie auf den Platz kriegen", sagt Zschiesche. "Unsere Prinzipien, unsere Philosophie, die will ich sehen", sagt Muzzicato. Wenn es nach den Trainern geht, dürfte es also tatsächlich eine stürmische Angelegenheit werden.

Sendung: rbb24, 13.05.2021, 22 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Toll, dass das Spiel im Livestream kommt!
    Der Berliner Fußballfan freut sich!

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