Cheftrainer des Nachwuchsleistungszentrums - Hofschneider äußert sich zu Diskriminierungs-Vorwürfen

Andre Hofschneider ist Cheftrainer im Nachwuchsleistungszentrum von Union Berlin (Quelle: imago images/Matthias Koch)
Bild: imago images/Matthias Koch

Nach den Vorwürfen gegen das Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) des Bundesligisten Union Berlin, über die das Nachrichtenportal "BuzzFeed News Deutschland" [buzzfeed.de] und die "Märkische Allgemeine Zeitung" (MAZ) berichtet hatten, hat sich Cheftrainer Andre Hofschneider in der "Berliner Zeitung" am Freitag erstmals geäußert.

"Ich möchte, dass die Dinge, die uns im NLZ und mir persönlich vorgeworfen werden, professionell und objektiv betrachtet werden", wird der 50-Jährige zitiert und betont, dass im Nachwuchsleistungszentrum großen Wert auf Professionalität gelegt werde.

"Das schiebe ich weit von uns!"

Auf die Vorwürfe, es habe eine "Ausländerquote" gegeben und der Anteil an Spielern mit Migrationshintergrund sei stark gesunken, entgegnete Hofschneider: "Bis ich den Vorwurf gesehen habe, habe ich mich mit diesen Zahlen ehrlich gesagt nie beschäftigt. Ich will gewinnen. Die Trainer im NLZ wollen gewinnen. Wir alle wollen die besten Spieler auf den Platz bringen. Und da ist es völlig egal, welche Religion, Herkunft, Haut- oder Haarfarbe sie haben."

Natürlich würden im täglichen Miteinander auch Fehler passieren, so Hofschneider, "aber das passiert niemals mutwillig oder mit Vorsatz, wie es uns vorgeworfen wurde. Das schiebe ich weit von uns!"

"Ausländerquote" und Drucksituationen

Im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) des Vereins soll den Berichten zufolge eine "Ausländerquote" ausschlaggebend dafür gewesen sein, dass "extrem viele Spieler mit Migrationshintergrund aussortiert" wurden. Wie beide Medien übereinstimmend berichteten, stammt der Vorwurf aus einem Schreiben einiger Eltern von ehemaligen Spielern an den Berliner Fußballverband (BFV). Es ist die Rede von "19 Spielern aus den Jahrgängen 2003 und 2004".

Zudem berichteten BuzzFeed und MAZ von enormen Drucksituationen, denen Spieler im NLZ ausgesetzt gewesen sein sollen. Betroffene haben den Recherchen zufolge von "harten disziplinarischen Maßnahmen, von fehlendem pädagogischen Gespür und von Willkür" von Seiten der Verantwortlichen im NLZ gesprochen. In persönlichen Gesprächen soll es zu Beleidigungen und verbalen Erniedrigungen von Jugendspielern gekommen sein.

1 Kommentar

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  1. 1.

    Das kann ich mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen das irgendeiner aus rassistischen Gründen ein super Spieler diskriminieren und rausschmeißen würde.
    Denke eher dass hier jemand aus Westdeutschland was gegen Union stricken wollte, Ossiland ist halt immer noch verpönt, siehe ARD Kommentator beim Pokalendspiel, eigentlich eine Frechheit was der gegenüber Leipzig rausgehauen hat.

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