Viktoria sucht Drittliga-Spielstätte - Über Umwege ins Mommsenstadion

Das Mommsenstadion in Berlin / rbb
Bild: rbb

Viktoria wird in der kommenden Saison in der dritten Liga spielen – das steht fest. Das Stadion, in dem die Himmelblauen ab dem 23. Juli spielen werden, muss allerdings noch gefunden werden. Im Raum stehen das Mommsenstadion und das Olympiastadion.

Am 2. Juni muss Viktoria Berlin dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) ein drittligataugliches Stadion präsentieren. Der heißeste Kandidat ist das Mommsenstadion im Berliner Westend, wo auch Stadtrivale Tennis Borussia seine Heimspiele austrägt. Doch das Stadion erfüllt in seinem aktuellen Zustand keineswegs die Bedingungen des DFB für ein Stadion der 3. Liga. Es fehlt ein Sicherheitskonzept, eine Videoüberwachung und notwendige Räumlichkeiten, berichtet Viktoria-Sportdirektor Rocco Teichmann. Dafür gebe es zwar mobile Lösungen, "aber bis zum 2. Juni werden wir die Aufgaben in der Summe nicht erfüllen können", sagt er.

Dass der Ball bei Saisonbeginn am 23. Juli nicht doch im Mommsenstadion rollt, möchte Teichmann dennoch nicht ausschließen. Es könnte also sein, dass Viktoria die Spiellizenz mit einem anderen Stadion beantragt, aber schlussendlich doch im Westend heimisch wird. "Jetzt geht es erst einmal darum, kurzfristig die Zulassung zu bekommen", sagt Teichmann. Dafür käme laut dem Geschäftsführer ausschließlich das Olympiastadion infrage.

Olympiastadion zu teuer für Drittligisten

Eigentümer des Olympiastadions ist das Land Berlin. Deshalb müsste sich Viktoria mit dem Senat über eine mögliche Nutzung einig werden. Geschäftsführer des Vereins Peer Jaekel ist zuversichtlich, dass Viktoria mit dem Olympiastadion "als Absicherung" die Drittliga-Lizenz bekommen wird. "Die Gespräche gehen in die richtige Richtung", versicherte Jaekel. Im Zweifel könnte Viktoria also die Heimspielstätte mit Bundesligist Hertha BSC statt mit Regionalligist TeBe teilen, wenn auch mit erheblichen finanziellen Einbußen.

"Die Kosten im Olympiastadion sind sehr hoch für einen Drittligisten. Gerade aufgrund der Pandemie-Lage, wo keiner weiß, wie viele Zuschauer zulässig sein werden, ist es schwierig zu kalkulieren, ob das sinnvoll ist", sagt Jaekel. Die Wunschlösung der Verantwortlichen im Verein bleibt nach wie vor das Mommsenstadion.

"Es darf keine Verdrängung stattfinden"

Rückendeckung bekommt Viktoria vom Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Heike Schmitt-Schmelz, die Bezirksstadträtin für Sport und Kultur, betont, dass sich alle bemühen, um die Auflagen bis zum Saisonstart zu erfüllen und dafür auch mit dem DFB ins Gespräch gehen werden. Eine mögliche Lösung für ein passendes Sicherheitskonzept wären Container außerhalb des Stadions, um die polizeilichen Auflagen für eine Lagezentrale und Verwahrungsräume zu erfüllen.

Allerdings mahnt die SPD-Politikerin auch, Rücksicht auf die anderen Nutzer der Spielstätte zu nehmen. "Es darf keine Verdrängung stattfinden", unterstreicht sie. Denn sollte Viktoria tatsächlich im Mommsenstadion spielen und die Flächen rund ums Stadion für mobile Container benötigen, fielen Funktionsräume für Vereine wie TeBe oder dem SC Charlottenburg weg. Sie fordert deshalb, dass auch die bisherigen Nutzer in die Gespräche mit einbezogen werden und gegebenenfalls "gleichwertige Alternativen" finden.

Der Weg zum Drittligastadion für Viktoria Berlin wird auch in den kommenden Wochen kein einfacher. Aber durch die Lizensierung mit dem Umweg über das Olympiastadion könnte sich der Verein etwas mehr Zeit bei der Beantwortung aller Fragen verschaffen.

Sendung: rbb UM6, 07.05.2021, 18:00 Uhr

6 Kommentare

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  1. 6.

    "Viktoria wird in der kommenden Saison in der dritten Liga spielen – das steht fest."

    ich kann mich ja irren, aber momentan hat viki keine lizenz um in der dritten liga zu spielen...es steht also keinesfalls fest das sie in der naechsten saison dort spielen...

  2. 5.

    Die Fußball Abteilung im Stadion Lichterfelde hat in den letzten 30 Jahren gefühlt hunderte von Namen gehabt und auch das dortige Stadion ist diverse Mal umgebaut worden. Damit König Fußball sich austoben kann, vielleicht sollte man einfach das Stadion nehmen, was Berlin als 3. Liga Option hat und egal wo es ist oder man zahlt selber den Umbau

  3. 4.

    An den oberschlauen Pinguin, die Alte Försterei ist als Erbpacht dem Fc Union übertragen, der das Stadion dann selber gebaut hat, also entscheidet dort nur einer wer hier spielt und das ist der FC Union. Ein anderer Viertligist mit Ambitionen hatte daher auch ein entsprechendes Angebot bekommen, was aus vielerlei Hinsicht näher liegt.

  4. 3.

    Kleiner Nachsatz: neue Zuschauer wird dieser Verein durch seine Anspruchshaltung bestimmt nicht gewinnen - es wird bei 400-500 Berlinern bleiben! Mehr Zuschauer sind nur da, wen der Gegner welche mitbringt! Wieso soll da der Senat auch nur einen müden Taler verschwenden?

    ...und eine Frage sei gestattet: wieso spielen die nich in Köpenick? Wieso kommt dieses Stadion nicht in Frage?

  5. 2.

    Viktoria GmbH
    Eine der größten Jugendabteilungen und das Stadion Lichterfelde von Lchterfelde;
    aus der Insolvenzmasse von Tennis Borussia = Trainergespann und Spieler für lau und umme
    ...
    jetzt Ansprüche auf "fremde" Stadien stellen,
    darüber hätte man sich vorher Gedanken machen sollen; aber schon klar, die Berliner werden euch die Bude einrennen

  6. 1.

    Sorry - aber "heimisch" wird Viktoria im Mommse niemals werden! Allein diese Formulierung lässt mir den Kamm schwellen! Heimisch sind dort in Sachen Fußball nur TeBe und der SCC! Diese Formulierung zu wählen ist der erste Schritt, diese Vereine letztendlich doch zu verdrängen!

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