Gina Böttcher gewinnt zwei Mal Bronze - Elena Krawzow holt Gold bei Para-Schwimm-Europameisterschaft

Elena Krawzow aus dem Berliner Schwimmteam / IMAGO / Ralf Kuckuck
Bild: IMAGO / Ralf Kuckuck

Elena Krawzow hat bei der Para-Schwimm-Europameisterschaft auf Madeira Gold über die 100 Meter Brust gewonnen. Die 27 Jahre alte Berlinerin, die zuvor in der Startklasse S12 für zahlreiche Weltrekorde sorgte, wurde kurz vor der Europameisterschaft in die S13 klassifiziert. Beide Startklassen sind für Sportlerinnen und Sportler mit stark eingeschränkter Sehfähigkeit.

Auch in der für sie neuen Startklasse überragte die gebürtige Kasachin und holte sich in 1:14,12 Minuten goldenes Edelmetall. Es ist bereits der vierte Titel bei Europameisterschaften für Krawzow über die 100 Meter Brust.

Endrolath und Böttcher holen Bronze

Im gleichen Finallauf sorgte Marlene Endrolath, die wie Krawzow für das Berliner Schwimmteam startet, für ein weiteres deutsches Ausrufezeichen: In 1:20,84 Minuten holte sich die sehbehinderte Athletin Bronze! Bei ihren zweiten Europameisterschaften nach 2018 in Dublin konnte sie sich ihre erste Medaille sichern. Silber ging an die Belarussin Anastasiya Zudzilava.

Gina Böttcher vom SC Potsdam schwamm über 100 Meter Freistil in der Startklasse S4 (Beeinträchtigungen der Skelettmuskulatur) ebenfalls zu Bronze. Die mit 20 Jahren jüngste Athletin ihres Endlaufs kam gut aus dem Startblock, schlug bei der Wende allerdings als Vierte an. Auf den zweiten 50 Metern ließ sie ihrer Konkurrentin um Bronze, Nataliia Butkova, keine Chance: Nach 1:34,79 Minuten schlug die 20-Jährige an und sicherte sich nach den drei Medaillen bei der EM 2018 in Dublin bereits zum vierten Mal Edelmetall bei Europameisterschaften. "Ich habe mich jetzt nicht ganz so schnell gefühlt. Ich wollte unbedingt unter den 1:35 Minuten bleiben, ich bin froh, dass das auch geklappt hat", sagte Böttcher nach ihrem Medaillengewinn. Gold ging mit neuem Europarekord an die Italienerin Arjola Trimi (1:31,46min), die Spanierin Marta Fernandez Infante holte Silber.

Am Dienstagabend legte Böttcher sogar noch einen drauf. Über die 100 Meter Lagen in der Startklasse S4 schwamm sie in 3:10,75 Minuten erneut zu Bronze – mit neuem deutschen Rekord. Gold ging an die Russin Nataliia Butkova, Silber an die Ukrainerin Maryna Verbova.

Erfolgreiche EM-Premiere für Mira Jeanne Maack

Mira Jeanne Maack feierte zudem eine außerordentlich erfolgreiche EM-Premiere. Nach Bronze vom Sonntag (400 Meter Freistil in der Startklasse S8), kam am Dienstagabend noch eine silberne Medaille über 100 Meter Brust hinzu: In der Startklasse S7 kam die mit dem Alter von 17 Jahren jüngste Athletin von Team Deutschland nach 1:40,29 Minuten ins Ziel – ein neuer deutscher Rekord. "Es fühlt sich unglaublich an", sagte die Athletin vom Berliner Schwimmteam. "Ich hätte niemals gedacht, dass ich im Finale nochmals so viel schneller schwimmen kann und dann auch noch Silber gewinn", sagte Maack.

Sendung: rbb Inforadio, 18.05.2021, 12:15 Uhr

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