66:76-Niederlage gegen München im zweiten Finalspiel - Alba Berlin wacht zu spät auf

Niels Giffey wird von Nihad Djedovic abgeschirmt (Quelle: imago images/Contrast/O. Behrendt)
Audio: Inforadio | 10.06.2021 | Christian Riedel | Bild: imago images/Contrast/O. Behrendt

Alba Berlin hat das zweite Finalspiel gegen die Basketballer des FC Bayern verloren. Nach einem schlechten Start unterlagen sie den Münchnern mit 66:76. Vor allem Vladimir Lucic machte es den Berlinern schwer.

Der Weg zum Meistertitel ist für Alba Berlin etwas länger geworden. Gegen die Basketballer des FC Bayern München mussten die Berliner eine 66:76-Niederlage (26:35) im zweiten Playoff-Finalspiel hinnehmen. Luke Sikma holte dabei den 1000. Rebound seiner Basketball-Bundesliga-Karriere.

Viel Zeit für eine Regeneration in der Playoff-Serie gab es für keine der Mannschaften. Zwischen dem ersten und zweiten Finalspiel lagen nur knapp 22 Stunden. Alba-Trainer Aito Garcia Reneses nahm eine Änderung in der Aufstellung vor und verzichtete auf Center Christ Koumadje. Dafür stand Peyton Siva auf dem Platz.

Schlechter Start

Die Berliner gewannen zwar den Sprungball, doch die Bayern kamen deutlich besser ins Spiel. Sie waren in ihren Abschlüssen konzentrierter und ließen sich auch anders als am Vortag auch nicht von den Fans aus der Ruhe bringen. Nach mehreren vergebenen Würfen und einem 5:0-Lauf der Bayern, nahm Alba die erste Auszeit. Doch auch ein Austausch auf vier Positionen brachte nicht den erwünschten Umschwung. Den Berlinern gelangen nur drei von 17 Würfen vom Feld. Vladimir Lucic machte für die Bayern so viele Punkte wie alle Berliner zusammen. Die Münchner dominierten das erste Viertel mit 20:7.

Nachdem Niels Giffey mit einem Dreier ein erstes Lebenszeichen setzte, nahm Andrea Trinchieri sofort die Auszeit, um den Berliner Spielfluss zu stoppen. Danach blieb das Berliner Trefferglück weiter aus, während die Gäste ihre Führung immer mehr ausbauten. Die Routiniers Peyton Siva und Luke Sikma schafften es, die Mannschaft wieder mehr zu fokussieren und einen 12:0-Lauf einzuleiten. Johannes Thiemann kehrte nach seiner Verletzungspause wieder aufs Feld zurück und ließ den Rückstand mit einem erfolgreichen Freiwurf einstellig werden (20:29). Die Berliner profitierten nun davon, dass die Münchener nicht mehr foulen konnten, um den Spielfluss zu stören. Mit einem 26:35-Rückstand ging es in die Pause.

Ben Lammers sorgt für den Berliner Weckruf

Die Berliner um Ben Lammers kamen mit einem deutlichen Tempoanzug aus der Kabine und überrumpelten die Münchener, denn sie verloren gleich drei Mal den Ball und bekamen von den Berlinern mehrere Fouls angehangen. Der omnipräsente Lammers brachte die Berliner bis auf zwei Punkte ran und Marcus Eriksson holte die Führung per Dreier zurück (43:42).

Der Münchener Wade Baldwin, der das ganze Spiel über aufgeheizt war, fuhr den Ellenbogen gegen Johannes Thiemann aus und wurde mit einem unsportlichen Foul bestraft. Die Bayern brachten sich mit einem Dreier von Zan Sisko wieder ins Spiel und konnten an einer knappen 52:50-Führung bis zum Viertelende festhalten.

Lucic trifft und trifft und trifft

Beide Mannschaften hielten an einer leicht hektischen Spielweise fest und stritten um eine knappe Führung. Simone Fontecchio holte mit einem weiten Dreier den Vorteil auf Berliner Seite zurück. Die Münchener zogen dank Vladimir Lucic nach und bauten ihre Führung auf 69:63 aus. Lucic knackte mit 26 Punkten seinen persönlichen Bestwert. In den letzten Minuten konnten die Bayern ihren Vorsprung sogar noch ausbauen. Mit dieser 66:76-Niederlage musste Alba den Ausgleich der Finalserie hinnehmen.

"Wir mussten uns im zweiten und dritten Viertel zurückkämpfen. Das hat sehr Kraft gekostet", sagte Johannes Thiemann nach dem Spiel bei Magenta Sport. Das habe am Ende vielleicht den Unterschied gemacht. Außerdem habe sich Alba "am Anfang ein bisschen zu sehr auf die Distanzwürfe verlassen, und die sind nicht gefallen." Bayern-Trainer Andrea Trinchieri lobte den Fokus seiner Mannschaft: "Wir haben gestern aufgrund von Details verloren. Heute haben wie einen richtig guten Job gemacht, meine Spieler haben weniger Fehler gemacht."

Finalserie wird in München fortgesetzt

Für das dritte Finalspiel geht es nach München. Am Samstag (12.06, 15 Uhr) stehen sich die Mannschaften wieder gegenüber. Im Münchener Audi Dome sind 1300 Zuschauer zugelassen. Durch den Sieg der Münchener wird es auch ein viertes Spiel geben, dass am Sonntag in München stattfindet. Die Uhrzeit dafür steht noch nicht fest.

Sendung: Inforadio, 10.06.2021, 23 Uhr

1 Kommentar

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 1.

    Enges spannendes Spiel. Ich wünschte mir nur das das ständige diskutieren mit den Schiedsrichtern bzw. das infrage stellen seiner/ihrer Pfiffe nicht wäre. Das erste technische Faul kam schnell, leider waren die Schiri nicht weiter konsequent. Das zeigt leider welche Qualtität letztlich diese Spieler und Trainer haben. Und das da etlichen Spielern egal war ob sie ihren Gegenüber schaden zufügen. Traurig, zu welchen Mittel ein Verein greift nur um zu gewinnen und heute gewonnen hat. Die Qualität ein Spiel ohne unfaire mittel zu gewinnen haben sie.

Nächster Artikel