89:86-Sieg gegen München - Alba Berlin behält die Nerven

Robin Amaize versucht Wurf von Marcus Eriksson zu stoppen (Quelle: imago images/camera4+)
Audio: Inforadio | 10.06.2021 | Christian Riedel | Bild: imago images/camera4+

Alba Berlin hat den Heimvorteil im ersten Finalspiel gegen München genutzt. Übers Spiel hinweg behielten die Gastgeber die Oberhand und in den entscheidenden Minuten dank Maodo Lo auch die Nerven.

Ein weiterer Schritt in Richtung Meisterschaft ist getan. Alba Berlin hat das erste Finalduell gegen die Basketballer des FC Bayern München gewonnen. Am Mittwochabend konnten die Berliner das erste Spiel der Playoff-Finalserie gegen die Münchner 89:86 (45:40) für sich entscheiden. Bester Berliner Werfer war Marcus Eriksson mit 23 Treffern.

Der bessere Start

Ob durch schwitzige Hände in der Finalaufregung oder einen eigenwilligen Ball, beide Mannschaften hatten zu Beginn mit Ballverlusten zu kämpfen. Den Münchenern rutschte der Ball in den ersten fünf Minuten gleich fünf Mal weg. Wie schon in den Hauptrundenduellen kam Alba besser ins Spiel und übernahm schnell die Führung, konnte sich aber nicht klar absetzen. Die Bayern blieben in Lauerstellung. Simone Fontecchio sammelte zehn Punkte, davon sechs an der Freiwurflinie, und trug damit entscheidend zum Viertelendstand 24:18 bei.

Alba-Trainer Aito Garcia Reneses brachte 2,21m-Center Christ Koumadje. Die Bayern schafften es aber Koumadje immer wieder vom Korb wegzulocken und den entstandenen Freiraum für sich zu nutzen. Die Mannschaften verharrten mit einem leichten Vorsprung auf Berliner Seite. Ben Lammers kam für Koumadje, doch die Bayern blieben weiter dran. Nihad Djedovic schaffte acht Minuten im Viertel per Dreier den Ausgleich (38:38). Weil die Münchener die Foulgrenze überschritten, schaffte es Alba den Abstand an der Freiwurflinie wiederherzustellen und ging mit 45:40 in die Kabine.

Keine klare Führung

"Die Berliner holen viele Rebounds und sind stark unterm Brett", sagte Bayern-Spieler Robin Amaize in Halbzeitinterview. Außerdem habe Berlin zu viele Dreier getroffen. In der ersten Hälfte hatten die Gastgeber 18 Rebounds geholt und sechs von 16 Dreiern getroffen. Richtig umsetzen konnten die Bayern das Gesagte nach der Pause aber nicht. Alba bliebt in Führung und die Gäste machten ihre fünf Fouls voll. Christ Koumadje zeigte, wie seine Größe erfolgreich in die Mannschaft integriert werden kann. Erst verhalf ihm Luke Sikma zum Alley Oop und dann blockte Koumadje den Korbleger von Zan Sisko nach einem Spurt übers Feld. Die Berliner bauten ihre Führung auf neun Punkte aus.

Im Abschlussviertel mussten die Münchener schon früh auf Wade Baldwin verzichten, der das zweite technische Foul nach einem Rempler gegen Malte Delow bekam. Angestachelt davon, dass einer ihrer besten Werfer (13 Punkte) auf die Bank musste, drehten die Münchener nochmal auf. Markus Eriksson verwies die Gäste mit seinem sechsten erfolgreichen Dreier zwischenzeitlich wieder auf einen Acht-Punkte-Abstand. Doch das Viertel gehörte den Bayern, die ihre Fouls unter Kontrolle bekamen und auf ihre Chance lauerten. Zwei Minuten vor Schluss traf James Gist zum Ausgleich. Alba fand keine Antwort und die Münchener gingen in Führung. Maodo Lo, der bis dahin eher unauffällig geblieben war, holte Alba mit einem Zweier und Dreier wieder zurück. Vierzehn Sekunden vor Schluss legte er noch einen Dreier zum 89:86-Sieg nach.

Schnelles Wiedersehen

Für die Albatrosse war es wettbewerbsübergreifend das 80. Saisonspiel. Für die Bayern Nr. 87. Doch viel Zeit zum Ausruhen oder für taktische Veränderungen bleibt nicht. In weniger als 24 Stunden stehen sich die beiden Mannschaften wieder gegenüber. Das zweite Spiel findet am Donnerstag (10.06, 20:30 Uhr) in der Mercedes-Benz Arena statt. Um die Reisewege während der Pandemie zu verkürzen, bleiben die Teams immer zwei Playoff-Spiele hintereinander an einem Ort. Erst für das dritte Spiel reisen die Berliner nach München.

Sendung: Inforadio, 09.06.2021, 22 Uhr

Nächster Artikel