Deutsche Basketballer bei Olympia-Qualifikation - Zum Siegen verdammt

DBB-Auswahl um Henrik Rödl im Spielerkreis
Bild: IMAGO / camera4+

Im kroatischen Split startet am Dienstag das Olympia-Qualifikationsturnier für die deutschen Basketballer. Nur der Turniersieger fährt nach Tokio. Superstar Dennis Schröder kann nicht dabei sein, dafür aber drei Berliner Albatrosse.

Wenn die deutschen Basketballer zu den Olympischen Spielen nach Tokio wollen, müssen sie gewinnen. Nicht nur einmal, am besten gleich vier Mal. Beim Qualifikationsturnier in Split an der kroatischen Adriaküste wird unter den sechs teilnehmenden Mannschaften nur ein Olympia-Ticket vergeben. Die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) ist also zum Siegen verdammt, dabei sind die Vorzeichen für Bundestrainer Henrik Rödl denkbar schlecht.

Erst musste NBA-Superstar Dennis Schröder auf seine Teilnahme am Qualifikationsturnier verzichten, da die Versicherungssumme für den derzeit vertragslosen Spieler zu hoch gewesen wäre. Diese orientiert sich am Marktwert und liegt bei Schröder aktuell zwischen 70 und 100 Millionen. Darüber hinaus musste auch noch die Generalprobe des DBB gegen die Auswahl des Senegals abgesagt werden, weil es mehrere Corona-Fälle bei den Westafrikanern gab. Durch den ausgefallenen Test gegen Senegal fahren drei Nationalspieler von Alba Berlin ohne ein Vorbereitungsspiel zum Qualifikationsturnier nach Kroatien. Niels Giffey, Maodo Lo und Johannes Thiemann sind aufgrund ihres Urlaubs nach der erfolgreichen Meisterschaftsserie erst später zum DBB-Team gestoßen.

Wann sind die Spiele?

29. Juni, 16:30 Uhr Deutschland – Mexiko

01. Juli, 16:30 Uhr Russland – Deutschland

03. Juli mögliches Halbfinale

04. Juli mögliches Finale

 

Maodo Lo übernimmt Schröder-Rolle

Trotz der vielen Rückschläge, gibt sich Rödl optimistisch. "Das ist verarbeitet, und wir schauen nach vorn", sagte der Bundestrainer vor dem Start des Olympia-Qualifikationsturniers in Split. Doch er gesteht auch, dass der Verlust Schröders nur schwer zu verschmerzen ist: "Dennis Schröder verändert natürlich das Spiel der Nationalmannschaft. Wenn er nicht da ist, verändert es sich auch."

Einen Eins-zu-Eins-Ersatz für den gebürtigen Braunschweiger Schröder gibt es nicht, doch ein Berliner wird stattdessen die Rolle des Spielmachers übernehmen. Maodo Lo vom deutschen Meister Alba Berlin ist der designierte Ersatzmann für Schröder. Allerdings will Lo die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen: "Ich sehe das nicht als meine Aufgabe, die Mannschaft alleine zu tragen", sagt der 28-Jährige. Das Team müsse als Kollektiv mit Energie und Enthusiasmus zusammenspielen, die Chance sei da, so Lo.

Um die Chance auf die Olympia-Quali zu wahren, können sich Rödl, Lo und Co. keine weiteren Rückschläge erlauben. Bei diesem Mini-Turnier ist verlieren verboten. Deutschland muss in der eigenen Gruppe A Erster oder Zweiter werden, um ins Halbfinale einzuziehen. Die Gegner in der Gruppenphase heißen Mexiko (Dienstag, 16:30) und Russland (Donnerstag, 16:30 Uhr). Wird die DBB-Auswahl Gruppenerster, spielen sie gegen den zweiten der anderen Dreier-Gruppe, die aus Tunesien, Brasilien und Gastgeber Kroatien besteht. Wird Deutschland Gruppenzweiter, wartet im Halbfinale der Sieger der Gruppe B. Wer nach Tokio will, muss allerdings das Finale gewinnen.

12er-Kader besteht aus Erfahrung und Talent

Für dieses Ziel hat sich Rödl einen Kader zusammengebastelt, der sowohl aus Erfahrung als auch aus junger Dynamik besteht. Die beiden Forwards-Spieler Danilo Barthel und Robin Benzing kommen zusammen auf über 200 Länderspiele und bilden gemeinsam mit dem Berliner Trio und dem Center-Spieler Johannes Voigtmann den erfahrenen Kern des Teams. Doch mit Forward Jan Niklas Wimberg, Flügelspieler Lukas Wank und den beiden NBA-Profis Moritz Wagner und Isaac Bonga drängen längst hochtalentierte Spieler ins Team, die bereit sind, mehr Verantwortung zu übernehmen. Komplettiert wird der 12-Mann-Kader noch von Andreas und Joshiko Saibou.

Mit diesem Team möchte Rödl den Verlust von Dennis Schröder wett machen. "Wir werden jetzt versuchen, mit der Mannschaft, die da ist, das Beste rauszuholen." Was dabei rauskommt? Darüber könne man nur spekulieren, sagt Rödl und verzichtet darauf, sein Team durch erhöhte Erwartungen noch mehr unter Druck zu setzen.

Sendung: rbb Inforadio, 29.06.2021, 16:15 Uhr

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