Alba vor Finalserie in Basketball-Bundesliga - Enger denn je

Peyton Siva (m.) mit Jayson Granger (l.) und Niels Giffey (r.). Quelle: imago images/Nordphoto
Audio: Inforadio | 09.06.2021 | Astrid Kretschmer | Bild: imago images/Nordphoto

Alba Berlin will seinen Meistertitel aus der letzten Spielzeit verteidigen. Gegen Bayern München steht am Mittwoch der Start in die Best-of-Five-Finalserie an. Die Endspiele sind eng getaktet und dürften für beide Klubs zur Belastungsprobe werden.

Alba Berlin ist einen engen Spielrhythmus eigentlich gewohnt. Die Teilnahme an Meisterschaft, Pokal und Euro-League hat dafür gesorgt, dass in dieser Saison, die sich jetzt dem Ende neigt, stets Spiel auf Spiel folgte - ohne große Verschnaufpausen. Zu Jahresbeginn stand für das Team von Trainer Aito Garcia Reneses beispielsweise zehn Spiele in 21 Tage auf dem Programm.

Die Finalserie stellt die Berliner Basketballer jetzt allerdings erneut auf die Probe. Sollte die Best-of-Five-Serie gegen Dauerrivalen Bayern München über die volle Distanz gehen, wird sie in nur sieben Tagen ausgespielt. Der Kampf um die Deutsche Meisterschaft in der Basketball-Bundesliga wird zum Stresstest. Alba will seinen Titel aus dem vergangenen Jahr dennoch verteidigen.

Die Serie

Finale 1: Mi. 09.06. 20:30 Uhr (Berlin)

Finale 2: Do. 10.06. 20:30 Uhr (Berlin)

Finale 3: Sa. 12.06. 15:00 Uhr (München)

Evtl. Finale 4: So. 13.06. 15:00 Uhr (München)

Evtl. Finale 5: Di. 15.06. 19:00 Uhr (Berlin)

 

"Außergewöhnlich und sehr anspruchsvoll"

"Es geht darum, welches Team die Energie besser aufrechterhalten kann - zu 100 Prozent", sagt Point-Guard Peyton Siva angesprochen auf die enge Taktung der Finalserie. "Das wird hart, aber wir stehen am Ende der Saison, alle werden noch mal versuchen, alles zu geben", sagt der 30-Jährige vor dem Auftakt am Mittwoch in Berlin (20:30 Uhr). "Der Modus ist ein außergewöhnlicher und sehr anspruchsvoll. Sowohl mental als auch körperlich", meint auch Alba-Trainer Aito Garcia Reneses: "Für beide Teams wird es wichtig sein, gesund durch diese Serie zu kommen."

Alba kann dabei - als Tabellenzweiter der Hauptrunde - auf den Heimvorteil bauen. Die ersten beiden Partien finden in Berlin statt, bevor es am Freitag nach München geht. Für ein mögliches letztes Spiel würden beiden Mannschaften wieder nach Berlin reisen.

Komplette Serie vor Zuschauern

Und nach den vielen Partien vor leeren Rängen bekommt die Finalserie nochmal einen besonderen Wert: Alle Spiele werden vor Zuschauern ausgetragen. Zur ersten Begegnung in der Arena am Ostbahnhof sind 1.450 Fans zugelassen, die zweite und gegebenenfalls auch die fünfte Partie dürfen sogar vor 2.000 Anhängern ausgetragen werden (Tickets für die ersten beiden Spiele sind noch erhältlich). Voraussetzung für den Besuch in der Halle ist ein negativer Schnelltest (Teststelle muss ans BärCODE-System angeschlossen sein), eine seit 14 Tagen abgeschlossene vollständige Impfung oder die Vorlage des positiven Tests bei Genesenen. In München wurden bis zu 1.000 Menschen auf den Rängen für die Spiele drei und vier erlaubt.

Alba hofft, dass auch die Fans in der anstrengenden Serie eine Hilfe bei der Mission Titelverteidigung sein können. "Wir als Team freuen uns schon sehr auf die Zuschauer und den Push, den sie uns geben werden", sagt Power-Forward Tim Schneider. "Das wird ein sehr cooles Erlebnis. Man hat im ersten Spiel gegen Ulm schon gesehen, dass uns die Zuschauer sehr getragen haben", erinnert sich Schneider an das Playoff-Halbfinale, als zum ersten Mal wieder Fans zu einem Alba-Auftritt in die Arena am Ostbahnhof durften.

Siva: "Spiel auf Augenhöhe"

Das letzte große Spiel gegen Bayern haben die Berliner zuletzt verloren. Im Pokal-Endspiel unterlagen die Albatrosse. Peyton Siva glaubt allerdings nicht, dass die bittere Niederlage noch in den Köpfen der Albatrosse steckt: "Das haben wir hinter uns gelassen", sagt der 30-Jährige. "Es ist eine neue Finalserie, wir müssen es einfach genießen." Einen Favoriten sieht der erfahrene Siva, der bereits seit 2016 für Alba auf dem Parkett steht, in der Best-of-Five-Serie nicht: "Es ist ein Spiel auf Augenhöhe. Wir haben sie ein paar Mal geschlagen, sie haben uns ein paar Mal geschlagen. Beide Teams sind in der Lage, das Finale zu gewinnen".

Dass sowohl die Berliner als auch die Bayern in großen Spielen oft ihre beste Leistung bringen, haben beide deutschen Spitzenmannschaften bereits mehrfach bewiesen. Einem derartigen Stresstest waren beide Teams in einer Finalserie um die Meisterschaft allerdings noch nicht ausgesetzt. Die Zuschauer dürfen gespannt sein, wer ihn für sich entscheidet.

Sendung: Inforadio, 09.06.21, 10 Uhr

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