Test- und Hygienekonzept vorgestellt - Berlin-Marathon als Pilotprojekt mit 35.000 Teilnehmern geplant

Läufer vor dem Brandenburger Tor beim Berlin Marathon / IMAGO / Camera 4
Audio: Inforadio | 07.06.2021 | Juliane Kowollik | Bild: IMAGO / Camera 4

Der Berlin-Marathon feiert 2021 voraussichtlich sein Comeback, nachdem die Veranstaltung im vergangenen Jahr ausfallen musste. Mit Hygienekonzepten und der Hoffnung auf einen raschen Impffortschritt soll Berlin am 26. September wieder im Zeichen des Laufens stehen.

Der Berlin-Marathon könnte am 26. September 2021 mit bis zu 35.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern stattfinden. Das teilten die Veranstalter von SCC Events am Montag bei der Vorstellung eines 150-seitigen Test- und Hygienekonzepts mit. Der Marathon soll in Zusammenarbeit mit dem Berliner Senat zum Pilotprojekt für einen Neustart des öffentlichen Lebens in der Hauptstadt werden. "Klare Rahmenbedingungen sind die Voraussetzungen, solche Sportgroßveranstaltungen wieder organisieren können", betonte der Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD). Das Konzept werde nun von der Senatsverwaltung geprüft, erklärte Geisel, anschließend werde man entscheiden können.

Die 35.000-Marke habe man sich intern zum Ziel gesetzt, sagte Jürgen Lock, Geschäftsführer von SCC Events. Das bedeutet, man geht von weniger Teilnehmenden aus als in den vergangenen Jahren. Im Vergleich: 2019 nahmen rund 60.000 Menschen an den verschiedenen Laufevents im Rahmen des Berlin-Marathons teil.

20.000 PCR-Tests sollen bereits stehen

Das Hygiene- und Testkonzept der Veranstalter geht von 40.000 Menschen vor Ort aus, darunter Läuferinnen und Läufer sowie sämtliche Helferinnen und Helfer, die rund um das Event tätig sind. Alle müssen entweder vollständig geimpft oder genesen sein oder einen PCR-Test vorweisen, der bis zum Zieleinlauf gültig ist. Dafür stellen die Veranstalter selbst umfassende Testkapazitäten zur Verfügung.

Die Möglichkeit für bis zu 20.000 PCR-Tests soll über das Marathon-Wochenende bereitstehen. Anreisende aus dem Ausland sollen zusätzlich schon vor der Abreise aus ihrem Heimatland getestet werden.

Matthias Krüll, Pneumologe und medizinischer Direktor des Berlin-Marathons, sagte, dass die Modellrechnung der Veranstalter davon ausgehe, dass 50 Prozent der Teilnehmenden bis dahin geimpft seien. Das Robert-Koch-Institut hatte vergangene Woche verkündet, dass man bis Mitte Juli 80 Prozent der Erwachsenen ein Impfangebot machen wolle.

Zwei Testveranstaltung für den Marathon

Um die Durchführung des Berlin-Marathons auszuprobieren, dienen zwei Pilotprojekte als Testlauf für das große Pilotprojekt. Mit der Runners City Night am 31. Juli und der Berliner Halbmarathon am 22. August möchte SCC Events die Abläufe proben, die Maßnahmen im Anschluss gegebenenfalls schärfen zu können.

Innensenator Geisel machte jedoch deutlich, dass der Marathon nur stattfinden könne, wenn die Inzidenzen entsprechend gering seien. "Unter heutigen Bedingungen könnten wir diese Veranstaltung nicht durchführen", sagte er und verwies auf die noch gültige Regelung, dass Veranstaltungen nur mit maximal 500 Personen erlaubt seien. Zudem äußerte sich der SPD-Politiker besorgt über die Situation der Zuschauer. Zwar sei das Konzept für die Läuferinnen und Läufer sehr sicher, verspricht Geisel, doch die Frage nach den Zuschauern, die beim Marathon dabei sein können, sei damit noch nicht geklärt. "Was machen wir eigentlich mit Zuschauern, die sich nicht an die Hygienekonzepte halten?" Antworten darauf sollen die beiden Testläufe liefern.

Die ARD überträgt den Berlin-Marathon am 26. September im Ersten und im rbb. Am selben Tag finden zudem die Bundestagswahl und die Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin statt.

Sendung: rbb UM6, 07.06.2021, 18 Uhr

15 Kommentare

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  1. 15.

    Das Ding am Wahltag zu veranstalten empfinde ich als eine Fehlplanung. Wer genehmigt so etwas? Zudem empfinde ich die Routenführung jedes Jahr als belastend. Alles In unsere Gegend wird still gelegt, damit ein paar Hanseln laufen und ihre Freiheiten propagieren können. Dass es mindestens genauso viele gibt, die durch diese Veranstaltung in ihrer Freiheit und Mobilität eingeschränkt werden, interessiert da kaum.

  2. 13.

    Von 12 Kommentaren kann man sich bei 11 ein schmunzeln nicht verkneifen...Derzeit haben wir ca. 65.000 Infizierte Menschen in Deutschland, was einem Anteil von 0,08 Prozent der Bevölkerung entspricht...Was reden Sie denn nur alle für einen Unsinn...Es wird keine 4. Welle geben. Lasst die Leute einfach wieder leben und zur Not bleiben alle Angsthasen einfach weiterhin zu Hause...

    Vielen Dank für die Aufmerksamkeit

  3. 12.

    Es sollten umgehend wieder sämtliche Sportveranstaltungen in Deutschland zugelassen werden. Eine solche Entscheidung ist seit Monaten überfällig. Sport war und ist nicht ein Teil des Problems, sondern Sport war und ist stets ein Teil der Lösung.

  4. 11.

    Schwachsinn! In China nahm Covid19 seinen Anfang. Will/soll Berlin es allen beweisen! Wir können auch Virus. Von Berlin aus, ein aufgefrischtes Virus raus in die Welt schicken. Toll, super Idee.

  5. 10.

    Warum findet der dann nicht auf der AVUS statt odsr werden dann die Fahrradfahrer brueskiert. Für allen scheiss wird doch neuerdings
    die Autobahn gesperrt warum mal nicht wieder für Sport. Da stört er nicht so und der isolation ist auch genuege getan.

  6. 9.

    ...ich finde viel schlimmer, dass der Marathon am Wahltag stattfinden soll.

  7. 8.

    Ich weiß nicht, ob allen klar ist, daß an dem Sonntag zufällig auch noch Bundestagswahl und Wahl zum Abgeordnetenhaus stattfindet. Vielleicht auch noch einige Bürgeranträge. Da ist es natürlich eine pfantastische Idee, in der halben (ganzen) Stadt den Verkehr zu behindern bzw unmöglichzumachen. Im Tagesspiegel hat jemand geschriebn, alles kein Problem, er geht dann nach dem Marathon noch wählen. Toll. Wenn die Wahllokale nicht wegen Personalmangel geschlossen sind. Ich habe mich als Wahlhelfer angemeldet. Sollte aber der Marathonlauf stattfinden, flüchte ich aus dieser Stadt.

  8. 7.

    Leider ist der Berlin Marathon nicht mehr das, was Horst Milde „erfunden“ hat. Es ist einfach nur ein Wirtschaftsunternehmen und wahrscheinlich sichern 35000 Teilnehmer das Überleben des Unternehmens.
    Wie schon andere Kommentatoren schrieben, langsam wird es absurd wer, wann, wie und warum öffnen und starten kann.

  9. 6.

    "Das Robert-Koch-Institut hatte vergangene Woche verkündet, dass man bis Mitte Juli 80 Prozent der Erwachsenen ein Impfangebot machen wolle." - ein ANGEBOT schützt vor gar nix! Und wenn auf der gleichen Strecke abends getestete oder geimpfte junge Leute flanieren in DER MENGE, kommen sie in den Knast. Wirklich wirklich unnötig, die Massenveranstaltung. Aber irgendwo muss die 4. Welle ja starten.

  10. 4.

    jeder hat die Chance sich dort anzumelden nicht nur Profis. Bitte besser informieren. Uebrigens Sie wohnen in einer Millionenstadt und Bundeshauptstadt. Da kommen solche Grossveranstalltungen oefters vor

  11. 3.

    Unwichtigste Stadtlähmung für Egoisten

  12. 2.

    "Die 35.000-Marke habe man sich intern zum Ziel gesetzt, sagte Jürgen Lock, Geschäftsführer von SCC Events. "

    Dann ist ja alles gut. Nachdem Bankkaufläute, Juristen und diplomierte Kaufläute Entscheidungen medizinischer Art 15 Monate lang getroffen haben und basierend auf ihrem Wissen und Erfahrungsschatz verschiedene Werte als sicher oder nicht sicher festgelegt haben, kommen jetzt Eventmanager und lassen einfach eine Zahl fallen. Warum auch nicht.
    Hört sich erstmal gut an. Nur 35.000 Teilnehmer aus ganzer Welt oder nur aus den Ländern, die eine niedrigere Inzidenz haben als wir?

  13. 1.

    Dieser Ego-Marathon nervt, hier wird an die Berliner überhaupt nicht gedacht, die am Wochenende arbeiten oder was zu erledigen haben, nur damit Profis den Preis abräumen. Hobbyisten haben hier sowieso keine Chance. Reiner Kommerz.

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