Saisonvorbereitung beim FC Viktoria Berlin - "Ich rede nicht wie ein Idiot über den Aufstieg in die 2. Liga"

Mi 16.06.21 | 15:52 Uhr | Von Dennis Wiese
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Benedetto Muzzicato, Trainer des FC Viktoria Berlin (Quelle:imago/Jan Huebner)
Bild: imago/Jan Huebner

Die Stadionsuche ist geklärt: Viktoria Berlin darf im Jahnstadion und im Olympiastadion spielen. Auch die Lizenz für den Drittliga-Aufsteiger ist erteilt. Nun muss eine Mannschaft geformt werden, die "richtig Bock hat". Von Dennis Wiese

 

Man könnte meinen, Viktoria Berlin sei ein hippes Startup-Unternehmen. Den Spielern werden in diesen Tagen Performance Videos gezeigt, um noch mehr Leistung herauszukitzeln. Sportdirektor Rocco Teichmann erwähnt beinahe alle 30 Sekunden, wieviel Bock er habe. Bock, die herausfordernde Sache mit der 3. Liga anzugehen. Bock, mit Viktoria den Standort Berlin im Profifußball zu etablieren. Auch die Spieler würden im Training zeigen, wie viel Bock sie hätten.

Trainer Benedetto Muzzicato scheint ebenfalls erfasst von diesem Spirit. Verstecken will er sich mit dem Drittliga-Neuling jedenfalls nicht: "Es ist in meiner DNA, Fußball zu spielen. Ansehnlich, offensiv, nicht destruktiv. Wir haben nicht so hart gearbeitet, um nach einem Jahr wieder in die Regionalliga abzusteigen. Aber ich rede auch nicht wie ein Idiot vom Aufstieg in die 2. Liga."

Saisonziele: Lernen, Anpassen, Etablieren.

Nachzuvollziehen ist er ja, der Tatendrang. Nach dem Abbruch der Regionalligasaison war Viktoria zum Abwarten verdammt. Im Oktober 2020 fand das letzte Spiel in der Regionalliga Nordost statt, Viktoria stand als klarer Tabellenführer als Aufsteiger fest. Spielen durften die Himmelblauen aus Lichterfelde erst wieder Mitte Mai im Berliner Landespokal. Erst gewannen sie das Viertelfinalspiel gegen Tennis Borussia klar mit 3:0, eine Woche später setzte es gegen den BFC Dynamo im Halbfinale eine ebenso deutliche 0:3-Niederlage.

Der Neustart in der 3. Liga wird also weit mehr als der Sprung in eine neue sportliche und finanzielle (von der Liga-Spitze in das untere Viertel aller Mannschaften) Dimension. Während künftige Konkurrenten wie 1860 München, der 1. FC Kaiserslautern oder der MSV Duisburg eine reguläre Saison spielten, fehlt es Viktoria an Wettkampfpraxis. Trainer Muzzicato fordert Geduld: "Nach einem halben Jahr werden wir ein klares Bild haben, ob unser Weg funktioniert. Vorher nicht." Sportdirektor Teichmann beschreibt die Saisonziele dann auch mit den Worten: Lernen, Anpassen, Etablieren.

Tolcay Cigerci im Trikot der VSG Altglienicke (Quelle:imago/Jan Huebner)
Torgefährlich und neu bei Viktoria: Tolcay Cigerci | Bild: imago/Jan Huebner

Top-Torjäger Cigerci kommt von der VSG Altglienicke

Bei der Zusammenstellung einer tauglichen Mannschaft setzt Teichmann auf den schon erwähnten Spirit: "Wir brauchen eine Gruppe von Leuten, die Bock hat, die Mentalität hat." Gespräche mit potentiellen Neuzugängen hätten allerdings klar gezeigt, dass andere Drittligavereine andere finanzielle Möglichkeiten haben, so Teichmann, der sich schon einige Absagen einholen musste: "Wir scheitern schon am Markt, aber wir können auch mit dem Standort Berlin punkten".

Vom ehemaligen Regionalliga-Konkurrenten Altglienicke kommt der 26-jährige Offensivmann Tolcay Cigerci. Dem jüngeren Bruder des früheren Hertha-Profis Tolga Cigerci gelangen in zehn Saisonspielen neun Treffer.

Drittligasaison startet am 23. Juli

Zusätzlich zu Cigerci hat Viktoria bislang drei weitere neue Spieler verpflichtet: Mit dem erfahrenen Alexander Hahn (von Rot-Weiss Essen) und dem jungen Lukas Pinkert (vom Hamburger SV II) wurden zwei Innenverteidiger geholt.

Neu im linken Mittelfeld ist Deji Beyreuther. Der 21-jährige wurde bei Eintracht Frankfurt ausgebildet, stand mehrmals in der Bundesliga, der Europa League und im DFB-Pokal im Kader der Hessen, zuletzt spielte Beyreuther für die U23 der TSG Hoffenheim. Laut Trainer Muzzicato solle zudem ein talentierter Torwart kommen. Auch "ein, zwei Attribute in der Offensive" fehlten noch.

Am 23. Juli startet die neue Drittligasaison. Für den FC Viktoria Berlin wird es ein Abenteuer, auf das (na klar!) alle richtig Bock haben.

 

Vier neue Spieler hat der 1889 gegründete Verein bisher verpflichtet: Mit dem erfahrenen Alexander Hahn (von Rot-Weiss Essen) und dem jungen Lukas Pinkert (vom Hamburger SV II) wurden zwei Innenverteidiger verpflichtet.

Neu im linken Mittelfeld ist Deji Beyreuther. Der 21-jährieg wurde bei Eintracht Frankfurt ausgebildet, stand mehrmals in der Bundesliga, der Europa League und im DFB-Pokal im Kader der Hessen, zuletzt spielte Beyreuther für die U23 der TSG Hoffenheim. Laut Trainer Muzzicato solle zudem ein talentierter Torwart kommen. Auch "ein, zwei Attribute in der Offensive" fehlten noch.

Am 23. Juli startet die neue Drittligasaison. Für den FC Viktoria Berlin wird es ein Abenteuer, auf das (na klar!) alle richtig Bock haben.

 

Beitrag von Dennis Wiese

5 Kommentare

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  1. 5.

    Dürfen Sie als Fan von Freiburg hier überhaupt schreiben? ;))))))) War nen Scherz...Vergeben Sie mir...

  2. 4.

    Ich freue mich sehr darüber, dass Berlin mal wieder einen Drittligisten hat. Und auch darüber, dass Viktoria jetzt im Jahn-Sportpark spielt und nicht im Olympiastadion.
    Mein persönliches Highlight als Freiburg-Fan ist natürlich das "Heimspiel" gegen die ebenfalls aufgestiegene Zwote des SCF, noch dazu in Spuckweite zu unserer Fankneipe.
    Aber ich werde mir bestimmt auch weitere Spiele vor Ort im Stadion anschauen, Mannschaften (und deren Fanblöcke) wie 1860, Magdeburg, K´lautern und Braunschweig sind schon reizvoll.

    "Auch "ein, zwei Attribute in der Offensive" fehlten noch." Also bei uns sagt man dazu Spieler... ;-)

  3. 3.

    Na dann viel Glück, und viel Erfolg.
    Vielleicht sieht man sich irgendwann in der Liga3

  4. 2.

    Viel Erfolg. Aber, wer hat denn was von der 2. BL gesagt?

  5. 1.

    Da kann man nur viel Erfolg wünschen. Als Lokalpatriot freue ich mich über jede Mannschaft aus Berlin oder Brandenburg.

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