EM-Fahrer Peter Pekarik - Auf Abruf bereit

Hertha-Spieler Peter Pekarik am Ball (Quelle: imago images/camera4+)
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Peter Pekarik ist da, wenn man ihn braucht. Der dienstälteste Hertha-Spieler hat schon 100 Spiele für die Nationalmannschaft der Slowakei absolviert. Zur Europameisterschaft geht es für sein Team aber nur mit kleinen Hoffnungen. Von Lynn Kraemer

Die Slowakei fährt nicht als auffälligste Mannschaft zur Europameisterschaft. Aber das passt zu Peter Pekarik. Auch er gehört zu den Spielern, die sich nicht permanent in den Vordergrund drängen und Aufmerksamkeit verlangen. Wenn er gebraucht wird, ist Pekarik da.

Bei Hertha BSC änderte sich das im Saisonverlauf. Während der Rechtsverteidiger zu Saisonbeginn noch ein Tor gegen Bremen schoss und auch im Stadtderby erfolgreich war, verschwand Pekarik nach dem Jahreswechsel vom Spielfeld. Bruno Labbadia brauchte Pekarik. Pal Dardai eher weniger. Nach dem Trainerwechsel spielte Peter Pekarik nur in fünf von 16 Spielen. Dann aber fast immer die volle Spielzeit. Das lag aber auch daran, dass der Kader durch verschiedene Ausfälle immer weiter schrumpfte.

Trotz weniger Einsätze hat der 34-Jährige das Vertrauen des Vereins. "Peka ist ein Spieler, der unglaublich wichtig ist für uns, nicht nur auf dem Platz. Bei ihm weiß man, was man bekommt. Es sieht gut aus, dass wir den Weg gemeinsam weitergehen können", sagte Sportdirektor Arne Friedrich kürzlich in einem Livestream auf seinem Instagramkanal. Schließlich spielt Pekarik auch schon seit fast zehn Jahren in Berlin.

Noch defensiver

Für die Slowakei ist Pekarik momentan wichtiger. Das Trikot der Nationalmannschaft hat er schon hundert Mal übergestreift. In seiner Heimat ist er bei den Fans sehr beliebt. "Wenn ihn keine Verletzung stoppt, ist damit zu rechnen, dass er mindestens zwei Spiele von Beginn an bestreiten wird", sagt der slowakische Datenscout Lukas Otpaka vom Fußball-Portal "Transfermarkt.de". Als Rechtsverteidiger sei Pekarik immer die erste Wahl.

Laut Otpaka ist Pekariks Rolle bei Hertha "vermutlich etwas defensiver als in der Nationalmannschaft." Das passt besser zum System der Slowakei. Denn die neige dazu, defensiv zu spielen und über Konter zu stürmen, so Lukas Otpaka. Pekariks "Schnelligkeit und Erfolgsquote in Eins-gegen-Eins-Situationen werden wichtig sein, um die gegnerischen Flügelspieler in Schach zu halten." Als Ersatzmann steht Martin Koscelnik bereit. Der 26-Jährige hat zwar nur wenig Erfahrung in Länderspielen gesammelt, kann Pekarik aber Pausen verschaffen.

Durch seine Erfahrung ist Peter Pekarik eine der Säulen der slowakischen Nationalmannschaft. Bei der Europameisterschaft könnte er noch mehr Verantwortung übernehmen, denn Kapitän Marek Hamsik ist derzeit nicht zu 100 Prozent fit. "Pekariks bescheidene und doch kämpferische Persönlichkeit macht ihn zur Leitfigur", sagt Lukas Otpaka. Vom 34-Jährigen werde erwartet, dass er diese Qualitäten auch hinter den Kulissen zeige.

Die Gruppe E

Die Slowakei gilt in ihrer Gruppe nicht als Favorit, denn die Gegner sind Spanien, Schweden und Polen. Die Partien:

Montag, 14.06.21, 18:00 Uhr: Polen (in St. Petersburg)

Freitag, 18.06.21, 15:00 Uhr: Schweden (in St. Petersburg)

Mittwoch, 23.06.21, 18:00 Uhr: Spanien (in Sevilla)

Keine leichten Gruppengegner

Bei der Europameisterschaft trifft die Slowakei in Gruppe E auf Polen, Spanien und Schweden. Die Mannschaft scheiterte in der Qualifikation für das Turnier erst an Kroatien und Wales und qualifizierte sich dann über die Play-offs. Für Trainer Stefan Tarkovic ist die Europameisterschaft wichtig, um das Vertrauen der Fans zu bekommen. Die Gruppenphase zu überstehen und ins Achtelfinale zu kommen, wäre ein wichtiger Schritt. Zumindest der Wille ist da. "Die Nationalmannschaft fährt mit kleinen Hoffnungen zur EURO, aber scheinbar mit großer innerer Entschlossenheit, den Kritikern das Gegenteil zu beweisen", sagt Lukas Otpaka.

Sendung: rbb24, 04.06.2021, 21:45 Uhr

Beitrag von Lynn Kraemer

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