Saison-Fazit bei Turbine Potsdam - "Das Maximale rausgeholt"

Turbine Potsdam-Trainer Sofian Chahed
Bild: IMAGO / foto2press

Turbine Potsdam wird die Champions- League-Qualifikation knapp verpassen. Vor dem letzten Bundesliga-Spieltag steht bereits fest: Turbine wird Vierte. Trainer Sofian Chahed zeigt sich dennoch zufrieden mit der Saison - und kündigt neue Verpflichtungen an. Von Lukas Scheid

Die gute Nachricht zuerst: Frauenfußball-Bundesligist Turbine Potsdam wird das letzte Heimspiel der Saison vor Publikum austragen. "Wir haben sie sehr vermisst", sagt Turbine-Trainer Sofian Chahed über die Fan-Rückkehr. Er hoffe durch die zusätzliche Unterstützung im Rücken auch einen zusätzlichen Leistungsschub seiner Mannschaft.

Nun kommt die schlechte Nachricht: Das Spiel gegen die SGS Essen am Sonntag (14 Uhr/DFB.TV) hat sportlich gesehen kaum eine Relevanz für den Tabellenvierten. Zwar geht es um drei Punkte, doch Hoffenheim steht vor dem letzten Spieltag aufgrund des deutlich besseren Torverhältnisses nahezu uneinholbar auf dem dritten Rang. Der Abstand auf die fünftplatzierten aus Leverkusen ist mit fünf Punkten zudem komfortabel genug. Das bedeutet auch, dass Turbine die Champions-League-Qualifikation verpasst – dafür hätten sie unter die ersten drei kommen müssen.

"Im Großen und Ganzen zufrieden"

Doch statt Enttäuschung strahlt Chahed nach seinem ersten Jahr im Amt Zuversicht aus: "Im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden. Ich denke, wir haben das Maximale aus unseren Möglichkeiten rausgeholt." Der vierte Platz sei für eine so junge Truppe, wie die von Turbine Potsdam, ein Erfolg, auch wenn das knappe Nicht-Erreichen des dritten Tabellenplatzes "dann doch ärgerlich ist", sagt der 38-jährige Berliner.

Einen Grund für minimal schlechtere Punkteausbeute im Vergleich zu den Hoffenheimerinnen sieht der Trainer in dem Leistungseinbruch während der Saison, als Turbine gegen vermeintlich schwächere Gegner Punkte liegen ließ. Da gebe es noch Verbesserungspotential, lautet sein Fazit kurz vor Ende der Saison.

Zu Beginn seiner Amtszeit hatte Chahed noch die fehlende Grundausbildung im Frauenfußball beklagt und betonte fortwährend, dass noch viel Arbeit vor ihm und seinem Team liege. Dies habe sich bereits verbessert. "Im Training sieht man das extrem, gerade bei den Passstafetten. Daher freue ich mich, dass wir in der nächsten Saison nicht mehr ganz so viel daran arbeiten müssen."

Neue Spielerinnen im Anflug

Schon jetzt steht fest, dass Isabel Kerschowski – eine alte Bekannte bei Turbine – auch kommende Saison wieder in Potsdam kicken wird. Sie soll nicht nur auf dem Platz, sondern auch neben dem Spielfeld eine Leaderin für die jungen Spielerinnen sein. Doch das soll es noch nicht gewesen sein in Sachen Neuzugängen kündigt Chahed an: "Wir sind in guten Gesprächen mit einer Innenverteidigerin." Auch mit einer Torhüterin sei man kurz vor Vertragsunterschrift, verriet er. Damit seien die Kaderplanungen schon fast abgeschlossen.

Damit wird Turbine Potsdam auch in der nächsten Spielzeit das Konzept, hauptsächlich auf junge Spielerinnen zu setzen, fortführen. Es sei schwer, sich eine Mannschaft zusammen zu kaufen, sagt Chahed über die finanzielle Situation des Vereins. Darum müsse man junge Talente entwickeln, um mit ihnen das maximale zu erreichen. Mit dieser Philosophie, sagt er, werde Turbine 2021/22 ein besseres Jahr spielen als in der vergangenen Saison.

Sendung: rbb24, 06.06.2021, 21:45 Uhr

Beitrag von Lukas Scheid

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