Vorstellung von Fredi Bobic bei Hertha BSC - "Es wird Veränderungen geben, das ist klar"

Fredi Bobic lächelt. Bild: imago-images/Bernd König
Audio: Inforadio | 01.06.2021 | Jakob Rüger | Bild: imago-images/Bernd König

Fredi Bobic gab bei seiner Vorstellung als Geschäftsführer Sport Einblicke, wie er Hertha BSC in Zukunft neu aufstellen will und erklärte, wieso er sich für ein Engagement in Berlin entschied. Die Alte Dame soll wieder "konkurrenzfähig" in der Liga werden.

 

Etwa eine halbe Stunde nahm sich Fredi Bobic am Dienstag Zeit für die Fragen der Journalisten. In seiner ersten Pressekonferenz als Geschäftsführer Sport von Hertha BSC erklärte der Geschäftsführer Sport unter anderem, wie er die Strukturen des Klubs professionalisieren will und welche Personen entscheidend für ihn waren, um den Weg zu Hertha zu gehen. Die wichtigsten Aussagen aus der Pressekonferenz finden Sie hier. Fredi Bobic über ...

... die Verhandlungen mit Hertha:

"Die Gespräche waren in der Tiefe sehr gut. Es ging weniger um wirtschaftliche Themen, sondern eigentlich um sportliche Themen. Wie man sich das Arbeiten vorstellt, was man vielleicht verändern möchte - will man eine Kurskorrektur machen im sportlichen Bereich bei der Hertha? Und ich bin fest überzeugt, dass ich diese Erfahrung mitbringen kann aus den Stationen, die ich schon hatte in den letzten 12 Jahren. Jetzt stehe ich hier in Berlin, freue mich natürlich.

Der Weg vom Privaten ist nicht mehr so weit zur Arbeit, ich muss nicht mehr ganz so viel fliegen, das ist schön. Aber eigentlich geht es um den Sport, es geht um den Fußball und die Hertha. Da möchte ich führend mitgestalten und meine Ideen mit einbringen, damit wir Erfolg haben. Erfolg kann man umschreiben mit Titeln, auch mit Klassenerhalt bei vielen Klubs, aber eines ist klar: Ich muss erstmal anfangen und nicht groß herum tönen, sondern sich ein Bild davon machen in den nächsten Tagen und Wochen. Es wird viel zu tun sein. Ich bin total gespannt und heiß darauf, meine Vorstellungen mit rein zu bringen."

... den Zustand der Hertha und worauf es jetzt ankommt:

"Zuallererst darauf, eine gewisse Stabilität rein zu bekommen, auch im sportlichen Bereich. Und darauf, die Strukturen dementsprechend anzupassen, dass sie modern und konkurrenzfähig gegenüber den anderen Bundesligisten sind. Von der Ferne hatte ich den Eindruck: gefühlt waren es zwei Jahre Abstiegskampf. Das ist natürlich etwas, was wir hier bei der Hertha nicht gerne haben und in Zukunft nicht gerne sehen wollen. Aber dafür musst du ackern und einige Dinge auch verändern.

Eines ist auch klar: Man hat fünf Trainer in zwei Jahren gehabt. Da muss ich die Spieler auch ein bisschen in Schutz nehmen. Meine Spielerzeit ist schon ein bisschen her, aber trotzdem weiß ich, wie es ist. Wenn du mal drei, vier Trainer in kurzer Zeit hattest, wo willst du dich da weiter entwickeln? Das ist eigentlich fast nicht möglich. Kontinuität zu entwickeln wird eine wichtige Aufgabe sein."

... die Bedeutung von Präsident Werner Gegenbauer und Geschäftsführer Carsten Schmidt für seine Entscheidung zur Hertha zu kommen:

"Sie hatten einen sehr großen Einfluss, weil es mir immer um handelnde Personen geht. Der Verein - hört sich jetzt vielleicht für den ein oder anderen Fan ein bisschen komisch an - spielt erstmal gar nicht so eine große Rolle. Es geht immer für mich persönlich um handelnde Personen, denen muss ich vertrauen, mit denen möchte ich gerne zusammen arbeiten und da fahren wir in die gleiche Richtung. Es war nicht die einzige Möglichkeit für mich, wo ich mich in den letzten ein, zwei Jahren hätte verändern können, aber hier hat es einfach gepasst."

... seinen bisherigen Kontakt mit Investor Lars Windhorst:

"Mit Lars Windhorst habe ich mich bereits getroffen, wir haben auch schon gesprochen. Über Ziele, das Engagement insgesamt - wir haben uns erstmal kennengelernt. Es war ein sehr gutes Gespräch, wir haben zwischenzeitlich auch das ein oder andere Mal telefoniert. Jemand der so viel Eigenkapital in den Verein einbringt, da habe ich einen großen Respekt davor. Er verlangt natürlich auch etwas, oder hat Vorstellungen darüber, wie es in Zukunft mit dem Verein aussehen könnte. Es gibt Grenzen, aber ein Miteinander sollte es auf jeden Fall sein und das Gefühl habe ich gerade bei ihm."

... mögliche Spielertransfers:

"Im Kader ist es so, dass wir natürlich alle Positionen und Spieler besprochen haben. Es wird Veränderungen geben, das ist klar. Aber wir sind in Corona, das wird ein verdammt langer Sommer werden. Wir müssen geduldig sein und im richtigen Moment zuschlagen und müssen sehr fleißig sein und müssen uns die Informationen holen und kreativ sein. Wir werden mit den Spielern und den Beratern im einzelnen sprechen."

... die Entwicklung einer Spielphilosophie für den gesamten Verein bei der Hertha:

"Spielphilosophie, da kann man jetzt viel drüber reden, aber man muss sie erstmal entwickeln. Eine Spielphilosophie von der U9 bis zu den Profis, das braucht seine Zeit. Den Strategieprozess, den wir insgesamt im Klub haben und der wichtig ist - sich fit zu machen in allen Bereichen - da muss ich noch etwas um Geduld bitten, auch im sportlichen Bereich. Das geht nicht auf die Schnelle, das ist meine Erfahrung bei der Eintracht, wo wir das gemacht haben. Profile zu entwickeln, Trainingsinhalte zu entwickeln, Spielsysteme zu entwickeln. Dafür haben wir auch den Matthias Borst geholt. (Anm.: Borst war bei Eintracht Frankfurt für die Verknüpfung von Profis und Jugend zuständig.)

Zwei Jahre haben wir (Anm.: in Frankfurt) dafür gebraucht, das in der Tiefe zu entwickeln und da muss jeder abgeholt werden. Wir werden jeden Mitarbeiter im sportlichen Bereich interviewen, was er von der Hertha erwartet und wie er sie zu spielen erwartet. Am Ende werden wir das alles zusammen werfen und zusammen entwickeln und das wird ein bisschen Zeit dauern. Es ist für mich nicht nur eine Spielphilosophie für die Profis, sondern eine Spielphilosophie vor allem für die Akademie. Für welche Art Fußball wir stehen wollen und welche Profile wir für welche Position haben wollen. Aber auch bei den Trainern, in der Leistungsdiagnostik, im medizinischen Bereich, etc. Es ist ein großes Werk, wir haben die Erfahrung damit gemacht (Anm.: in Frankfurt). Dafür nehmen wir uns auch die Zeit, weil wir wollen die Qualität nachhaltig hier bei der Hertha haben."

Sendung: rbb UM6, 01.06.2021

4 Kommentare

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  1. 4.

    Hallo Fredi ,herzlich Willkommen zurück. Ick freu mich schon auf die neue Saison auch wenn es noch viel Zeit vergehen muss. Ich weiß ,es werden wieder bessere Zeiten kommen ,mit Geduld aber sie werden kommen.
    Ha Ho He

  2. 3.

    Herzlich willkommen und auf ein gutes erfolgreiches Arbeiten !

  3. 2.

    Herzlich Willkommen Fredi Bobic und den neuen Mitarbeitern. Viel Erfolg bei allen anstehenden Aufgaben. Ihr packt das. HA-HO-HE

  4. 1.

    .....veränderungen? - besser ist es wohl wirklich!!!
    gruß

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