Halbzeit-Bilanz des Hertha-Trainingslagers - Kampfgeist und Glücksgefühle

Kevin-Prince Boateng (r.) und Davie Selke (imago images/Matthias Koch)
Bild: imago images/Matthias Koch

Halbzeit im Trainingslager von Hertha BSC in Leogang. Taktik, Torschüsse und Spaß standen bislang auf dem Programm. Nicht unbedingt in der Reihenfolge. Jetzt wird es jedoch ernst, mit gleich drei Testspielen in drei Tagen. Von Philipp Höppner

Ein Pfiff aus der Trillerpfeife von Pal Dardai ertönt - das Training ist beendet und das Rennen zu den Eistonnen eröffnet. Nach reichlich Schusstraining und Acht gegen Acht auf dem Kleinfeld bei fast 30 Grad Celsius haben sich die Spieler eine Abkühlung verdient.

Es trifft sich also gut, dass am Nachmittag kein Training ansteht, sondern Wildwasser-Rafting. "Wenn man hart arbeitet, dann darf man auch Spaß haben. Dann bist du ein bisschen frei - Glückshormone", sagt Dardai, der übrigens beim vorigen Trainingslager in Österreich beim Rafting über Bord ging.

Der Cheftrainer ist bislang zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft im Trainingslager - trotz der vielen Ausfälle. "Ich bin sehr froh, das die Jugendspieler auf einem sehr hohen Niveau mitgespielt haben", sagt der Ungar. Denn einige Stammkräfte sind nicht mal mit dabei - die fehlenden Spieler werden eine Menge Taktik nachzuholen haben. "Über die Laptops müssen wir alle Dinge nochmal durchgehen, praktisch machen wir zwei Vorbereitungen."

Niklas Stark, Arne Friedrich, Marvin Plattenhardt und Peter Pekarik beim Rafting-Ausflug während des Trainingslagers.Bild: Hertha BSC/Pool

Drei von vier Olympia-Fahrern bald wieder da

Doch eine Stammplatzgarantie haben die anwesenden Spieler gegenüber den Olympia-Fahrern nicht. "Wenn einer zurückkommt mit breiter Brust, weil er gerade Olympiasieger geworden ist - vielleicht kannst du ihn gleich reinschmeißen", sagt Pal Dardai.

Auf Jordan Torunarigha und Arne Maier trifft das wohl nicht zu. Sie schieden mit Deutschland nach einem 1:1 gegen die Elfenbeinküste bereits in der Gruppenphase aus. Lucas Tousart ereilte das gleiche Schicksal mit Frankreich, das ebenfalls nur Gruppendritter wurde. Matheus Cunha hingegen qualifizierte sich mit Brasilien für die K.o.-Phase. Ob er jedoch überhaupt nochmal zu Hertha zurückkehrt, bleibt weiter offen - mehrere Vereine, unter anderem aus der englischen Premiere League, sollen an ihm interessiert sein.

Drei Tage, drei Testspiele

Das Restprogramm des Trainingslagers hat es derweil in sich. Am Donnerstag trifft Hertha BSC auf den FC Liverpool, am Freitag auf Al-Hilal (Saudi Arabien) und am Samstag auf Gaziantep FK (Türkei). Etwas zu den Formationen verriet Pal Dardai schon vor den Spielen. "Im ersten Spiel werden wir mit einer Viererkette spielen und im letzten mit einer Fünferkette."

Auch wer spielt, ist kein Geheimnis. Gegen Liverpool schickt der Trainer seine A-Mannschaft ins Rennen, gegen Al-Hilal dürfen die Nachwuchsspieler ran und gegen Gaziantep plant der Coach nach der Halbzeit einen vollständigen Wechsel. "Glänzen werden wir noch nicht, dafür haben wir noch Zeit. Ich möchte aber trotzdem einen guten Kampfgeist sehen", sagte Dardai.

Spielminuten für Jovetic

Auch Neuzugang Stevan Jovetic hat Aussichten auf Spielpraxis. Der Stürmer machte auch in seiner zweiten Einheit einen positiven Eindruck auf Pal Dardai. "Er ist torgefährlich, wie man bei der kleinen Spielform gesehen hat. Und im engen Raum kommt er auch sehr gut klar", so Dardai.

Am Donnerstag-Vormittag stehen Standards auf dem Trainingsplan, die Jovetic ebenfalls beherrscht. "Er hat einen richtig guten rechten Fuß, das habe ich mir seit Jahren gewünscht, einen richtigen Spezialisten." Zuletzt waren Márton Dardai und Marvin Plattenhardt größtenteils für die Standards verantwortlich. Allerdings zählen ruhende Bälle nicht zu den Stärken der "Alten Dame" - Hertha erzielte in der vergangenen Saison kein einziges Tor nach einer Ecke, bei immerhin 152 Versuchen. Doch vielleicht ändert sich das ja nach dem Trainingslager - und mit Jovetic.

Sendung: rbb UM6, 28.07.2021, 18 Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    Nun erlebe ich auch einmal, dass sich User anderer Nicks bedienen.
    Nun, so belanglos wie das Thema, ist auch der Post.
    Wenn sich Dardei auf die Vorrundenverlierer der Olympischen Spiele verlässt, Prinz und die Neuverpflichtung Jovetics als "A-Mannschaft" bezeichnet, kann man nur hoffen, dass Liverpool mit der Altherrenmannschaft anreist.
    Gut, ist eben Hertha, die einzig das Pfeifen im Wald beherrscht.

  2. 1.

    Ich drücke Hertha die Daumen und freue mich auf die neue Saison. Hertha entwickelt sich positiv

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