Unions Neuzugang Andreas Voglsammer - Ein Spieler wie sein Verein

Andreas Voglsammer beim Training
Union-Neuzugang Andreas Voglsammer beim Trainingslager in Oberlängenfeld. | Bild: imago images/ Matthias Koch

18 Bundesligaspiele hat Andreas Voglsammer mit seinen 29 Jahren bisher absolviert. Der Wechsel zu Union Berlin kam für einige überraschend. Dabei ist der Stürmer einer der Gewinner der Vorbereitung. Aus guten Gründen. Von Shea Westhoff

Das Bild, das Andreas Voglsammer beim Interview im Trainingslager abgibt, es ist schon sehr stimmig: Hinter ihm ragt ein mächtiges Bergmassiv in den Tiroler Himmel, davor sitzt der erkennbar im Kraftraum erprobte Stürmer, antwortet im bayerischen Dialekt.

Und auch zwischen dem in Rosenheim geborenen Voglsammer und seinem neuen Verein Union Berlin zeichnet sich eine stimmige Beziehung ab: Der Angreifer gilt gleichermaßen als Arbeiter wie als Teamplayer – und ist einer der Gewinner der Saisonvorbereitung.

"Ein Verein, der alles gibt"

Bislang absolvierte der 29 Jahre alte Neuzugang von Arminia Bielefeld drei Testspiele für Union Berlin, viermal traf er. Der Stürmer fiel außerdem durch immensen Einsatz und Dauerbeschäftigung auf. Er rannte, er grätschte, er staubte ab – es scheint zu passen mit dem neuen Verein.

Das findet auch Voglsammer selbst. "Es ist ein Verein, der alles gibt, alles reinhaut, mit einer unglaublichen Atmosphäre von den Fans im Stadion. Das wird dann auch in einer gewissen Weise wichtig, weil ich als Spieler jemand bin, der über die Arbeit kommt", sagt er. Findet auch Unions Sportdirektor Oliver Ruhnert, der unlängst gegenüber rbb|24 über seinen Neuzugang sagte: "Weil er so aktiv ist, sowas von motiviert ist, dass er immer den Abschluss sucht, dass er immer anläuft, deshalb wollte ich ihn haben."

Europäische Bühne nicht der Hauptgrund für Wechsel

Die Vorbereitung der Eisernen verlief bislang insgesamt überaus vielversprechend, Union Berlin verlor bislang keines seiner vier Testspiele, zuletzt besiegten die Köpenicker den OGC Nizza (2:0). Es dürften überaus positive Signale für Trainer Urs Fischer sein, der die knifflige Aufgabe zu lösen hat, aus einem runderneuerten Kader eine harmonische, schlagkräftige Truppe zu formen. Außer Voglsammer verpflichtete Union gleich zwölf externe Spieler.

Durch die Teilnahme an der neugegründeten Conference League werden Voglsammer und seine neuen Teamkollegen in gleich drei Wettbewerben zu bestehen haben. Sportlich ist es für Voglsammer ein Schritt nach vorne. Spielte er in der vergangenen Saison mit Bielefeld durchgehend gegen den Abstieg – der am letzten Spieltag verhindert wurde – darf er nun auf europäischer Bühne stürmen.

Doch die sei nicht der Hauptgrund für den Wechsel gewesen: "Das hat mit Sicherheit eine Rolle gespielt. Aber ich freue mich genauso auf den DFB-Pokal, auf die Heimspiele, auf die Spiele in der Bundesliga. Ich freue mich generell auf die Aufgabe hier."

 

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Defensive Ziele und ein Wunsch

Welche Rolle Trainer Urs Fischer dabei für ihn vorgesehen hat? "Da würde ich zu viel verraten, das bleibt unter uns. Ich will einfach Gas geben, mich zeigen, versuchen, der Mannschaft zu helfen. Alles andere kommt von alleine", sagt Voglsammer.

Immerhin die offizielle Marschroute des Schweizer Übungsleiters hat Voglsammer bereits bestens verinnerlicht. Angesprochen auf die Ziele für die kommende Saison sagt er: "Wichtig ist, dass wir fahren, wie der Verein es die letzten zwei Jahre geschafft hat, mit dem Erreichen der 40-Punkte-Marke. Alles was on top dazu kommt, ist das I-Tüpfelchen."

Voglsammer, der zwischen 2008 und 2010 im Nachwuchs des FC Bayern München spielte, der U-18-Nationalspieler war und doch erst in die zweite Bundesliga-Saison seiner Karriere geht, ist das auch abzunehmen.

Es scheint eben einfach zu stimmen zwischen dem 1. FC Union Berlin und seinem neuen Stürmer. Nur eines scheint ihm noch unklar: "Es wird mit Sicherheit ungewohnt, wir haben etwa anderthalb Jahre vor leeren Rängen gespielt. Es wird sich zeigen, wie es sein wird, aber ich freue mich darauf, dass die Fans wieder im Stadion sind, dass wir hoffentlich oft mit ihnen feiern können."

Sendung: Inforadio, 27.07.2021, 9.15 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Ich finde es bemerkenswert, was für eine Fluktuation bei Union herrscht und wie trotzdem daraus eine gute Mannschaft geformt wird. Mal sehen, wie die nächste Saison wird.

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