Für rund 20 Millionen Euro - So wird das Olympiastadion vor der EM 2024 modernisiert

Baumaßnahemn am Olympiastadion. / imago images/Andreas Gora
Bild: imago images/Andreas Gora

Die paneuropäische Fußball-EM ist am Sonntag Geschichte. Die nächste findet 2024 in Deutschland statt - mit mindestens sechs Partien in Berlin. Das Olympiastadion wird dafür modernisiert. Wie genau, erklärt Geschäftsführer Timo Rohwedder.

rbb|24: Das Land Berlin hat sich gegenüber dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) zu umfangreichen Leistungen verpflichtet, um Gastgeber für die EM 2024 zu werden. Welche Umbaumaßnahmen sind denn nötig?

Timo Rohwedder: Das ist eine ganze Reihe an Maßnahmen, die für die EM 2024 umgesetzt werden. Erstmal freuen wir uns, dass das Land Berlin dafür ein Budget zur Verfügung gestellt hat. Wo fange ich an, wo höre ich auf ...? (lacht)

 
Timo Rohwedder, Geschäftsführer der Olympiastadion Berlin GmbH. / imago images/Eventpress
Timo Rohwedder, Geschäftsführer der Olympiastadion Berlin GmbH | Bild: imago images/Eventpress

Was wird sich denn verändern, was für die Fans sichtbar ist - also was das Stadionerlebnis betrifft?

Das Stadionerlebnis wird dadurch verbessert, dass wir spätestens zur EM 2024 im gesamten Stadion WLAN anbieten. Wir werden zudem im Bereich des sogenannten Digital Signage [digitale Beschilderung; Anmerkung der Red.] Information und Entertainment über zusätzliche Monitore und dergleichen liefern. Der Komfort wird durch zusätzliche Zuschauertoiletten gesteigert. Natürlich werden wir auch für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen die Möglichkeit zur Teilhabe verbessern. Das betrifft zum Beispiel die Wegeführung, die Absenkung von Kioskfenstern oder die Erhöhung der Zahl behindertengerechter Toiletten.

 

Wird sich auch bei der Sicherheit etwas tun?

Unsere Eingangsanlagen werden zum Beispiel mit mannshohen Drehsperren ausgerüstet. Zudem wird auch die Kameratechnik modernisiert.

Es heißt. das Stadion soll energetisch nachhaltiger werden. Was bedeutet das konkret?

Noch in diesem Jahr wird Photovoltaik auf unserem Stadiondach installiert. Wir werden zusätzliche Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge schaffen. Und es wird Projekte zur Reduzierung von Energieverbräuchen geben - zum Beispiel Wärmerückgewinnungsanlagen in den Belüftungseinrichtungen.

Da geht es also darum: Welche Emissionen können eingespart werden?

Absolut. Ein sehr großes Projekt in diesem Zusammenhang haben wir ja bereits im vergangenen Jahr umgesetzt mit der Umrüstung unserer Architekturbeleuchtung und des Flutlichts auf LED. Dadurch sparen wir alleine in diesem Bereich in der Zukunft mehr als 50 Prozent der Energie ein.

Diese Maßnahmen betreffen bislang das Stadion selbst. Auch drumherum soll sich etwas tun. Was genau?

Es werden etwa Zaunanlagen erneuert. Die Drehsperren habe ich schon angesprochen. Das sind Maßnahmen, die nicht im Stadionkörper selbst stattfinden, sondern in den Ein- und Zugangsbereichen. Die Projekte darüber hinaus im Olympiapark werden nicht von uns, sondern von der Senatsverwaltung für Inneres und Sport umgesetzt. Wir als Betreibergesellschaft des Olympiastadions Berlin werden diese Maßnahmen nicht durchführen. Das erfolgt in der Verantwortung des Olympiaparks.

Bei allem, was Sie planen: Wie gravierend sind die baurechtlichen Einschränkungen durch den Denkmalschutz? Und, wären ohne ihn auch weitere Maßnahmen denkbar?

Bei all den Maßnahmen, die in Frage kommen, sind wir natürlich in engem Austausch mit dem Denkmalschutz - bis hin, dass wir sie uns auch genehmigen lassen. Darauf nehmen wir schon Rücksicht. Das beginnt schon mit dem Einbau des WLAN. Da haben wir erst kürzlich eine Abstimmung vorgenommen.

Sie beziffern die Kosten auf rund 20 Millionen Euro. Wie ist der genaue Zeitplan für die Maßnahmen und Investitionen?

Begonnen haben die Maßnahmen zur Instandhaltung und Modernisierung schon im vergangenen Jahr. Sie sind angesetzt von 2020 bis einschließlich 2024, das Gros davon in den Jahren 2022 und 2023.

Das ist viel Aufwand für voraussichtlich sechs EM-Spiele. Wer profitiert denn noch davon?

Der Aufwand ist nicht nur für die sechs EM-Spiele. Unsere weiteren Veranstalter werden davon profitieren - allen voran natürlich Hertha BSC mit den Heimspielen im Olympiastadion. Aber auch die Konzertveranstalter, ein Lollapalooza, das Istaf oder der DFB mit dem Pokalfinale. Es kommt allen zu Gute.

 

Ist Hertha BSC denn in diese Pläne eingebunden - und kommt es in der Modernisierungsphase zu Einschränkungen?

Wir werden versuchen, die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten. In der Regel passieren solche Arbeiten dann auch zwischen den Veranstaltungen, sodass es diese selbst und damit auch die Heimspiele von Hertha BSC nicht tangiert.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Astrid Kretschmer, rbb-Sportredaktion.

15 Kommentare

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  1. 15.

    Genau. Zumal es ja nicht nur dem Fußball zu Gute kommt. Es gilt ja, das gesamte Olympiastadion zu erhalten und zu entwickeln. Was Hertha vielleicht irgendwann mal macht, steht ja auf einem ganz anderen Blatt.

  2. 14.

    Man hat gerade in Italien gesehen, was für unglaublich viele Fussball bedeutet. Da sind mir ein paar Dauermauler, die permanent vorrechnen, was man alles anderes für 20 Mio machen kann, scheissegal.

  3. 13.

    Ist doch für Bürger. Es steht ihnen frei, Vstaltungen im Stadion zu besuchen.
    Oder wie meinen sie ihr " für die Bürger"?

  4. 12.

    @krea kann dir nur voll un ganz zustimmen.Für Prestigevorhaben ist unendlich viel Geld da.Für den Bürger leider nicht.
    Aber ist ja immer so.

  5. 10.

    20 MIO's nuuuur..... Tja..... Immer weg damit.... Wir... Hams ja

  6. 9.

    Die aufgeführten Baumaßnahmen sollen 20 Mio € kosten ?? Kaum zu glauben, aber wir hams ja

  7. 8.

    WLAN ist einfach Standard. Und Sicherheit ist gerade bei Fußballstadien immens wichtig. Da muss man eben ein wenig früher vor Ort sein. Wie jetzt zB durch Corona ja auch. Aber deswegen heißt es ja Modernisierung ;-) Alles auf den aktuellen Stand bringen ist immer gut.

  8. 7.

    Sie haben etwas von dem Geschwurbel verstanden? Respekt.

    Zum Olympiastadion ist zu sagen, dass es als Denkmal erhalten werden muss. Sanierungen und auch Modernisierungen finde ich daher immer gut. Und Berlin hat sich als Gastgeber beworben und wusste ja, was da kommt. 20 Mio finde ich jetzt auch nicht sonderlich viel.

  9. 6.

    Finde ich super. Das Oly stand ja eh zur Sanierung bald an. Wenn man es über solche Mittel schon mal beginnen kann, ist das richtig gut. Und 6 Spiele bedeuten auch viele Touristen etc, so dass da einiges an Geld für Berlin reinkommt. Ob allerdings Hertha deswegen im Oly bleiben wird, bezweifle ich stark. Bin gespannt auf die EM in D.

  10. 5.

    In meinen Augen völlig fehlinvestierte 20 Mio. Warum zum Geier muss so etwas mit so viel Steuergeld finanziert werden. Zumal die eigentliche Ziffer, mit Maßnahmen durch den Senat, noch viel höher ist. Aber das ist ja nur der Park... Bitte denkt doch nach, bevor ihr so viel Kohle für etwas raushaut, dass nur in Relation so wenigen Menschen zu Gute kommt. Warum keine baulichen Investitionskosten für alle gebeutelten Sportvereinen der Region zur Förderung des Nachwuchses und um Vereinsport wieder attraktiver zu machen?

  11. 4.

    Dafür ist Geld da, aber für sozialeBereiche ( der rbb24 berichtete ) bei Kinder und Jugendlichen ist kein Cent vorhanden.
    Der Soziale Bereich ist im Haushaltsentwurf des Senates zwar aufgestockt worden, betrifft aber Sozialleistungen wie Wohngeld und Hartz vier.
    Scheiss was auf den fussball, unnützt und überbezahlte Spieler die auf dicke Hose machen.
    @Alice wo bist Du sage was.....

  12. 3.

    Mannshohe Drehsperren - im Sicherheitsjargon heißen die Personenvereinzelungsanlagen!
    Beim Pokalspiel von Union in Dortmund 2016 durften das die Unioner am eigenen Leib erleben!
    Dadurch wurde der Einlass dermaßen verlangsamt, dass Tausende Unioner noch bei Anpfiff vor dem Stadion standen. Sicherheitswahn - jetzt wahrscheinlich auch auf Weisung der UEFA!
    Wozu benötigt man - abgesehen von den übertragenden TV-Stationen - als Fussballfan WLAN im Stadion?? Das ist nur was für "Eventies", die ihre Smartphonevideos live ins Netz senden wollen, um möglichst viele Follower zu generieren. Das sind aber keine Fans!
    Einfach abartig!
    Die Erneuerung des Flutlichts im LED-Standard ist dagegen zu begrüßen....vor allem auch für die Ausleuchtung mit den politisch richtigen bunten Farben, nachdem die ja sicher 2022 in Katar nicht gezeigt werden (durften) - schon gar nicht von der deutschen Mannschaft, nachdem wohl jetzt Quatar-Airways Partnern des DFB wird! Sehr glaubwürdig!!
    Ob Hertha noch lange in den Genuss eines erneuerten Olympiastadions kommt, ist auch ungewiss! Sollte nicht bis 2025 das neue Stadion eröffnet werden? ;-)
    Damit wäre eine effektive Nutzung nur möglich, wenn Union ab 2024/25 CL spielt! ;-)

  13. 2.

    Ist schon interessant, was manche Menschen aus solch einem Interview rauslesen......

  14. 1.

    Im Zuge des Klimawandels könnte man die Lautsprecherdurchsagen in 12 Sprachen ausführen und für jeden Kommentar das Spiel 8 Minuten unterbrechen. - Statt Atom-Strom-W-Lan für internetrecherchen während der spannendsten Spielphasen. Wäre das Klimafreudegeld nicht besser für die Ausbildung von Stadionsprechern investiert ? Autoladestationen ? Wie hoch ist da wohl die Auslastung/Kosten/Verschwendungs-Rechnung ? - Zusätzliche Behinderten-WC für wieviele zusätzliche Rollstuhlplätze ? - Vielleicht den Notizzettel durch einen Din-A4-Block ersetzen und Große-Gute-Pläne machen ? Bessere ÖTNV-Anbindung ohne Solar-Individual-Verkehr. Vielleicht einen 20/6/340-Bus-Shuttle mit S- und U- Anschluß, wenigstens solange bis die Straßenbahn aus Spandowien ankommt ? Gebt das Öffentliche Geld für Nachhaltigkeit aus. - Elektrosäulen für Taxis die geladen werden müssen, wenn der Fan nachhause will, brauchen auch dort nur Keiner und Niemand. Und schaft Diesel-Ich-kenne-mich-hier-nicht-aus-Uber ab.

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