Senatskanzlei gibt grünes Licht - Bis zu 25.000 Zuschauer können in Stadien zurückkehren

Hertha-Fans mit Abstand im Olympiastadion / IMAGO / Andreas Gora
Audio: Inforadio | 06.07.2021 | J. Menzel | Bild: IMAGO / Andreas Gora

Der Profisport soll in der kommenden Saison wieder regelmäßig vor Fans stattfinden. Dafür gaben die Chefinnen und Chefs der Staats- und Senatskanzleien der Länder am Dienstag grünes Licht. Für Berlin war Senatskanzlei-Chef Christian Gaebler an dem Beschluss beteiligt.

Die Regelung gilt allerdings nur für den Profi-, nicht für den Amateursport. Demzufolge könnten mit Beginn der Spielzeit 2021/22 unter bestimmten Voraussetzungen etwa beim Fußball bis zu 25.000 Zuschauer die Spiele der 1. bis 3. Liga verfolgen.

8.500 Menschen dürften in die Arena am Ostbahnhof

Die Hallen und Arenen dürfen demnach zu maximal 50 Prozent ausgelastet werden, wobei die Gesamtzahl der Fans vorerst bei 25.000 gedeckelt ist. Zu den Spielen des 1. FC Union Berlin dürften demnach rund 11.000 Zuschauerinnen und Zuschauer ins Stadion an der Alten Försterei, ins Olympiastadion zu Hertha BSC sogar 25.000. In die Max-Schmeling-Halle zu Heimspielen der Füchse Berlin und der BR Volleys könnten dann 5.950 Fans, die Arena am Ostbahnhof dürfte bei Spielen von Alba oder den Eisbären Berlin 8.500 Tickets verkaufen.

Die Regelung hängt allerdings weiter an der Corona-Inzidenz. Falls diese am Austragungsort über 35 liegt und "das Infektionsgeschehen nicht klar eingrenzbar" ist, sind maximal 5.000
Zuschauer erlaubt, heißt es in dem Beschluss. Ins Stadion dürfen nur geimpfte, genesene oder (negativ) getestete Fans. Die Maskenpflicht gilt bis zum Erreichen des Platzes, die Nachverfolgung von Infektionsketten durch personalisierte Tickets ist Pflicht, "erkennbar alkoholisierten Personen" müsse der Zutritt verweigert werden.

Müller mahnt zur Vorsicht

Die Regelungen, die immer von den lokalen Behörden genehmigt werden müssen, sollen vorerst bis zum 11. September gelten. Allerdings stellt der Beschluss "in Aussicht, bei fortschreitenden Impfungen und allgemeiner Verbesserung der pandemischen Situation weitere Erleichterungen in Richtung Normalbetrieb" vorzunehmen.

"Wir haben bundesweit Erfolge bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie erzielt. Das zeigen das niedrige Infektionsgeschehen und die positive Entwicklung der Impfkampagne", sagte der Berliner Regierende Michael Müller (SPD) in seiner Eigenschaft als derzeitiger Vorsitzender der Ministerpräsidenten-Konferenz: "Dadurch gewinnen wir Spielräume, wieder Zuschauerinnen und Zuschauer bei großen Sportveranstaltungen, bei anderen Großveranstaltungen und vor allem bei großen und uns wichtigen kulturellen Events zuzulassen."

Müller mahnte allerdings zugleich zur Vorsicht. "Fest steht aber gerade mit Blick auf die Gefahren neuer Virusvarianten, dass wir weiter vorsichtig sein müssen, denn die Pandemie ist keineswegs vorbei", sagte der SPD-Politiker. Er appelliere an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Veranstaltungen, Regeln und Vorgaben weiterhin zu respektieren und zu beachten, um keine vierte Welle zu riskieren.

Sendung: rbb Inforadio, 06.07.2021, 15:15 Uhr

12 Kommentare

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  1. 12.

    Ich wusste bis heute nicht, dass die Berliner Profivereine incl. ihrer Beschäftigten von sämtlichen steuerlichen Abgaben befreit sind, dass zu den Heimspielen (ohne Corona!) pro Saison etwa 130.000 -150.000 Gästefans nach Berlin kommen, hier konsumieren und teilweise auch übernachten! Stärkt das nicht den Wirtschaftsstandort Berlin, vom gestiegenen (inter)nationalen Aufmerksamkeitsgrad für die Stadt durch zwei Berliner Erstligisten ganz zu schweigen!
    Über prekäre Beschäftigungsverhältnisse müssen Sie mir nichts erzählen, die gibt es auch im staatlich! finanzierten Kulturbereich (von der freien Szene ganz zu schweigen!). Als Anfangsgehalt werden an einem staatlichen Theater in Sachsen-Anhalt z.B. für eine ausgebildete und sraatlich diplomierte Schauspielerin brutto 1.850€ bezahlt (in Berlin vielleicht ein wenig höher)! Das liegt netto knapp über dem Existenzminimum! Daran ist wahrscheinlich auch der Profifussball schuld!
    Die Auswüchse des Profifussballs sehe ich übrigens auch kritisch, was nervt, sind heutzutage die undifferenzierten, oft ideologisch determinierten Schuldzuweisungen!!
    Den Umgang mit dem Kulturbereich und der Gastronomie durch die politischen Entscheidungsträger beurteile ich übrigens sehr kritisch und freue mich, dass die Theater jetzt endlich wieder geöffnet sind! Gerade gestern habe ich eine Inszenierung besucht: in Sachsen-Anhalt!

  2. 11.

    Die unterbezahlten Jugendtrainer? Die geringverdienenden Aushilftskräfte in Gastro und Security? Tun sie nicht so als wären die Proficlubs wichtige Arbeitgeber für die Region. Jedes durch die Pandemie geknechtete Unternehmen, die Gastro und die Kulturschaffenden sind wichtig für den Wirtschatsstandort Berlin. Aber nicht die Proficlubs.

  3. 10.

    Union beschäftigt nur 300 unwichtige einheimische Voll - und Teilzeitarbeitskräfte Hertha wahrscheinlich noch mehr. Denen können Sie ja mal ihre Wertschätzung frontal ins Gesicht sagen!

  4. 9.

    25.000 sind beim Big City Club schon Vollauslastung.
    Da steht dem Rückkauf der Aktien ja nichts mehr im Wege :)

  5. 8.

    Wann machen die Abendkassen wieder auf?Ohne Digital. Ist ja für jeden was dabei.

  6. 7.

    Interessant auch die Fernsehbilder aus Baku, die den Ober-Bürger-Meister einer (ost)deutschen Großstadt im Stadion zeigen mit Bier in der hand und ohne Maske. Seine Reaktion auf den Verstoß: Er sei "privat " da und es geht keinen was an.

  7. 6.

    Profisport geht vor Amateursport!
    Wer das hinterfragt, begeht Häresie!
    Die durch das Infektionsschutzgesetz vorgeschriebene Begründung für diesen Unterschied bedarf es schlichtweg nicht.

  8. 5.

    Super. Konzerthaus und Philharmonie voll ,die haben Klimaanlage Karten gesichert.

  9. 4.

    Da sieht man mal was der Senat vom Amateursport hält. Nur das Geld spielt eine Rolle.

  10. 3.

    Wenn alle Fans so sitzen wie auf dem Titelfoto ist dagegen nichts zu sagen. Leider sieht die Praxis anders aus. Außerdem müssen die 25 000 zum Stadion und zurück.
    Warum wieder nur der Profisport? Es geht wie immer wieder nur um Kohle. Da kann selbst die Gesundheit zurückstecken.

  11. 2.

    Herr Müller hat mal wieder in den Kasten mit den Textbausteinen gegriffen.. ermüdend..

    Union könnte also vor 25000 Anhängern im Olympiastadion das Europapokalspiel austragen. Na immerhin.

  12. 1.

    Schön. Die Konzertveranstalter, Messebauer, Bühnentechniker, Eventmanager, Künstleragenturen usw. hat man mit dem monatelang Berufsverbot in den Ruin getrieben. Im Fußball, wo es nur um überbezahlte Profis aber kaum um heumische Arbeitsplätze geht, ist aber alles möglich.
    Ein Schlag ins Gesicht aller, die im Bereich Messebau, Bühnentechnik, Eventmanagement, Künstleragentur usw. in den letzten 7 Monaten ihre Arbeit oder ihr Unternehmen verloren haben!

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