Interview | Hertha-Spieler Marton Dardai - "Eine Ehre, dass ich sowas mit 19 schon erreichen konnte"

Hertha-Spieler Marton Dardai (Quelle: imago images/Eibner)
Audio: Inforadio | 29.07.21 | 16:15 Uhr | Philipp Höppner | Bild: imago images/Eibner

Bei Hertha BSC war er einer der wenigen Gewinner der vergangenen Saison. Im Interview spricht Marton Dardai über seine Ziele, warum ihm die Integration in den Profikader leicht fiel und er trotzdem noch nervös ist.

rbb|24: Marton Dardai, vor einem Jahr haben Sie sich noch auf die Regionalliga-Saison vorbereitet, jetzt sind Sie Bundesliga-Profi. Gab es einen Moment, in dem Sie das so richtig realisiert haben?

Marton Dardai: Egal gegen welche Mannschaft wir gespielt haben, auch als ich auf der Bank saß, dachte ich: Ich bin hier angekommen in der Bundesliga. Natürlich noch nicht so, dass ich auf meine Spielzeiten komme, aber es hat sich dann doch so entwickelt, dass ich meine Einsätze bekommen habe. Wenn man gegen Spieler wie Erling Haaland mal einen Zweikampf gewinnt, fühlt sich das schön an.

Sie sind erst 19 Jahre alt, wirken aber schon sehr cool. Wie machen Sie das, gibt es da ein Geheimnis?

Ich habe kein Geheimnis. Ich bin wie jeder normale Mensch sehr aufgeregt vor jedem Spiel. Dass man es mir nicht anmerkt, sehe ich ja selber nicht. Ich spiele einfach mein Spiel, wie ich es auch in der Jugend gespielt habe. Zum Glück hat bis jetzt alles geklappt.

Die Hertha-Fans haben Sie sogar zum Spieler der Saison gewählt. Haben Sie das mitbekommen?

Na klar habe ich das mitbekommen und finde es sehr schön. Es ist natürlich eine Ehre, dass ich sowas mit 19 schon erreichen konnte. Ich war sehr glücklich im Urlaub.

Wo ging denn die Reise hin?

Ich war mit meiner Familie am Plattensee in Ungarn für vier Wochen. Ich habe etwas später angefangen, weil ich noch Abiturprüfungen hatte. Ich war schwimmen, habe mich gesonnt und natürlich auch mal Fußball gespielt.

Auf Instagram haben Sie auch einen großen Fisch präsentiert. Haben Sie ein bisschen gefischt am See?

Unser Grundstück ist genau am Wasser. Das ist natürlich perfekt. Wenn es langweilig ist, setzt man sich einfach ans Wasser, wirft die Angelrute aus und hofft auf einen Fisch. Mir macht das Spaß wenn ein Fisch anbeißt und man ihn rausziehen kann. Das ist ein schönes Erlebnis. Mein Vater und meine zwei Brüder angeln auch gerne.

Häufig bleiben in einer Mannschaft ja die jungen Spieler eher unter sich. Wie sind Sie denn in der Mannschaft integriert und mit wem machen sie am meisten?

Zurzeit bin ich öfter mit Marvin Plattenhardt, Davie Selke und Kevin-Prince Boateng zusammen, aber das wechselt sich auch immer ab. Schwer sich zu integrieren ist es nicht. Mein Vater war früher auch schon hier Trainer und da war ich im VIP-Bereich, daher kennen mich ein paar Spieler.

Sie sind Innenverteidiger, aber trotzdem auch für die Standards zuständig. Das ist ja ein bisschen ungewöhnlich, es gibt aber auch Spieler wie zum Beispiel Naldo. Sind das auch Ihre Vorbilder?

Natürlich orientiere ich mich an anderen Spielern, wie sie die Technik beim Freistoß nutzen. Ich wurde dazu ausgewählt, weil Zecke Neuendorf in der Jugend viele Jahre mein Trainer war und ich auch da fast jeden Standard geschossen habe. Er weiß wie ich schieße und wir haben das im Training mal ausprobiert. Der kam dann gut und so kam es dazu, dass ich auch in Bundesliga-Spielen die Freistöße und Ecken reinschlagen darf.

Der Saisonstart rückt näher. Welche Ziele haben Sie sich für die neue Spielzeit gesetzt?

Ich will versuchen, meiner Mannschaft so viel und so gut es geht zu helfen. Das ganz große Ziel ist, eine bessere Saison als letztes Jahr zu spielen. Top wäre, wenn ich irgendwie ein Tor machen kann. Assists wären natürlich auch gut. Ich möchte so viel spielen, wie es geht und mich weiter verbessern.

Als Innenverteidiger ist es für Sie ja spannend, ob Hertha mit einer Dreier- oder Viererkette spielen wird. Welche Unterschiede gibt es für Sie bei beiden Systemen?

Bei der Dreierkette habe ich hinter mir immer noch eine Absicherung, egal was passiert. Bei der Viererkette bin ich eher der letzte Mann. Wenn ich einen Zweikampf habe, muss ich den gewinnen. Mir gefallen beide sehr gut. Beide Systeme haben Vor- und Nachteile.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Philipp Höppner, rbb Sport.

Sendung: rbb UM6, 29.07.2021, 18 Uhr

8 Kommentare

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  1. 8.

    Ich kann nur hoffen das er geerdet bleibt und nicht mit dem Privatjet nach London zum Haareschneiden fliegt.

  2. 6.

    Na und? Auf dem Platz fällt die Entscheidung. Und wer gut ist, bleibt.
    So einfach ist das.

  3. 5.

    Ein sehr sympathischer Mensch und eine wertvolle Stütze der Mannschaft. Hertha entwickelt sich zu einem guten Team und ich wünsche allen eine gute Saison. Hertha braucht noch einige Zugänge auf wichtigen Positionen. Aber insgesamt stimmt das Umfeld nun und der Verein ist nun stabilisiert.

  4. 3.

    Machen wir uns nichts vor, sein Name öffnete ihm Türen im Fussballgeschäft !

  5. 2.

    Ein lesenswerter Beitrah. Vielen Dank dafür.
    Gern können weitere über junge Fußballer folgen.

    Martin Dardai kommt sympathisch 'rüber.
    Wenn er seinen Wünschen und Zielen Nachhalt verleiht, wird er in der 1.Liga seinen Weg machen. Da bin ich mir sicher.
    Seine Vorbilder und sein Verlangen an ihnen zu lernen, geben ihm Motivation und durch seine Spielfreude wird diese ja noch verstärkt.

    Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei bester Gesundheit, Herr Dardai jun. !

  6. 1.

    Ein sympathischer, junger Kerl. Schön, dass man solche Spieler aus der eigenen Jugend hat. Ich wünsche ihm viel Erfolg für die Zukunft.

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