Runners City Night am Samstag - Berlin läuft wieder

Läufer bei der Runners City Night 2019. Quelle: imago images/Camera 4
Video: Abendschau | 30.07.2021 | Dennis Wiese | Bild: imago images/Camera 4

Mehr als ein Jahr lang fielen in der Pandemie in Berlin alle großen Laufveranstaltungen flach. Am Samstag endet diese Zeit nun mit der Runners City Night. Ein Überblick über Hygienekonzept, Vorbereitungen, Startzeiten und Sperrungen.

 

Auf dem Kurfürstendamm schiebt sich der dichte Autoverkehr auf heißem Asphalt vorwärts, vorbei an Mark Milde, der gute Laune hat. Er ist einer der Organisatoren eines seit sieben Monaten vorbereiteten Experiments: Hier wird am Samstag die Runners City Night stattfinden.

Es ist die erste Lauf-Großveranstaltung in Berlin seit mehr als einem Jahr - als die Pandemie über das Land hineingebrochen ist. Insgesamt 4.800 Teilnehmer sollen in drei Wettbewerben an den Start gehen: 600 Skater, dazu 800 Teilnehmer für den Fünf-Kilometer-Lauf sowie rund 3.500 Läufer für die Strecke über zehn Kilometer.

Die Eckdaten

Teilnehmer: 4.800 (3.500 über 10 Kilometer, 800 über 5 Kilometer, 600 Skater)

Sperrungen: Tauentzienstraße zwischen Joachimsthaler und Nürnberger Straße ab 8 Uhr, Kantstarße (südliche Fahrbahn) ab 15:30 Uhr, Kurfürstendamm ab 16 Uhr

Startzeiten: 19 Uhr: Skater / 19:50 Uhr: 5 Kilometer / 20:30 Uhr: 10 Kilometer

Sperrungen in der City West ab 8 Uhr

Unweit der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche deutet Mark Milde auf den Asphalt, auf dem ein rosa Streifen provisorisch aufgesprayed wurde: das soll der Startpunkt sein - und auf der anderen Straßenseite, auf der aktuell noch der Gegenverkehr anrollt, werden die Sportler ins Ziel einlaufen oder skaten. Zwischendurch geht es über Droyens-, Windscheid- und Kantstraße.

"Wir nehmen die City West wirklich ein", sagt Milde, der sportliche Direktor der Eventfirma SCC, die viele große Sportveranstaltung in Berlin organisiert. Der Start-/Ziel-Bereich auf der Tauentzienstraße zwischen Joachimsthaler und Nürnberger Straße wird am Samstag bereits ab 8 Uhr gesperrt sein. Ab 15:30 Uhr folgt die südliche Fahrbahn der Kantstraße. Und ab 16 Uhr geht auf dem Kurfüstendamm - abgesehen von Querungen - nichts mehr.

 

Testlauf für die großen Events

Die Herausforderungen in der Planung waren groß. "Es ist schon eine ziemliche Kraftanstrengung, die wir durch unser Team in Monaten bewältigen konnten. Der Aufwand hat sich für uns im Vergleich zur letzten Runners City Night vor Corona verdoppelt", sagt Milde. Nun sind sie bereit. Trotz einiger Unwägbarkeiten, die bleiben. "Die Aufregung ist groß, weil wir noch nicht richtig wissen, was uns erwartet. Vieles ist anders. Aber wir denken, wir sind gut aufgestellt. Wir haben ein starkes Team, das die Vorgaben umsetzen wird. Die Vorfreude ist natürlich riesig", so der sportliche Direktor, der mit der SSC viele sportliche Lauf-Events in Berlin verantwortet.

Unter anderem den alljährlichen Berlin-Marathon, bei dem der Kenianer Eliud Kipchoge 2018 den Fabel-Weltrekord von 2:01:39 Stunden aufgestellt hat. Zwei Jahre später fiel das Rennen der Pandemie zum Opfer, das Event musste komplett abgesagt werden. In diesem Jahr soll es wieder stattfinden - und das mit Ende September mit bis zu 35.000 Läufern. Schon einen Monat zuvor sollen beim Halbmarathon 25.000 Teilnehmer auf die Strecke gehen.

 
 

Maske bis zur Startlinie

Die Runners City Night ist da auch ein Testlauf. "Sie ist das Opening für drei hochgewichtige Veranstaltungen. Da werden wir schauen: Laufen die Dinge alle so, wie wir sie geplant haben", sagt SCC-Geschäftsführer Jürgen Lock. Die größte Herausforderung: die Umsetzung des Hygienekonzepts. "Die Leute sitzen bei uns nicht in Stadien oder Hallen. Wir haben es mit aktiven Teilnehmern zu tun - und mit sehr vielen Helfern und Dienstleistern", so Lock. Für alle die Sicherheit zu gewährleisten sei "eine organisatorische Challenge gewesen".

Die Teilnehmer bei der Runners City Night müssen getestet, geimpft oder genesen sein - und eine Maske tragen, bis sie die Startlinie überquert haben. Zahlreiche Maßnahmen müssen am Tag des Events realisiert werden. Das beginnt mit der Kontrolle von Tests und Impfnachweisen. "Das sind ja alles Sachen, die so für uns noch nicht stattgefunden haben. Da müssen wir uns reinfinden. Aber wir sind sehr sicher und gut aufgestellt."

 
 

Regeln auch für Zuschauer

Das gilt auch für das Geschehen neben der Strecke. Denn das Konzept sieht auch Regelungen für die Zuschauer vor. "Wir haben Teams vor Ort, die die Zuschauer - sollten sie zu eng stehen -, darauf hinweisen, dass sie einen Mund-Nasen-Schutz tragen und Abstand halten sollen. Es wird auch Ansagen aus dem Führungsfahrzeug, von Radfahrern und Schilder geben, die wir an Orten aufstellen, an denen viele Menschen sind", sagt Milde.

Es ist ein komplexes Gebilde, das am Samstag funktionieren soll. Und das bei den Folgeveranstaltungen nochmal komplexer wird. "Das Konzept wird die City Night ist noch ein bisschen abgespeckt, weil wir sehr viele nationale Teilnehmer haben. Beim Halbmarathon und Marathon haben wir sehr viele internationale Gäste, die einreisen. Da müssen wir natürlich auch alle Bestimmungen einhalten", so Lock. Das Motto ist klar: Endlich wieder laufen - aber sicher. Die Runners City Night soll zeigen, dass das in Berlin klappen kann.

 

Sendung: rbb UM6, 30.07.2021, 19:30 Uhr

5 Kommentare

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  1. 3.

    Doch…muss eben schon sein. Ich bin sicherlich kein Läufer und erst recht kein Querdenker oä - aber ich finde dass es wichtig ist an Hand solcher Veranstaltungen zu sehen wieviel Normalität wieder machbar ist. Die Zeiten in denen wir in Schockstarre zu Hause auf einen Impfstoff gewartet haben sind glücklicherweise vorbei.

  2. 2.

    4800 hechelnde Teilnehmer plus Zuschauer - aber Open Air muss ins Körbchen. Da kommt man sich irgendwie richtig abgeledert vor.

  3. 1.

    Muss doch nicht sein, oder?

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