Weiter punktlos - Hertha BSC verliert kurz vor Schluss gegen Wolfsburg

Sa 21.08.21 | 19:26 Uhr
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Zweikampf zwischen Herthas Suat Serdar und Wolfsburgs Ridle Baku (Quelle: imago images/Matthias Koch)
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Video: sportschau.de | 23.08.2021 | Sebastian Meyer | Bild: imago images/Matthias Koch

Bitteres Ende für Hertha BSC im Olympiastadion: Die Berliner haben durch ein spätes Gegentor auch das zweite Spiel der Saison verloren. Gegen den VfL Wolfsburg unterlag das Team vom Pal Dardai nach Führung noch mit 1:2.

Fehlstart für Hertha BSC: Die Berliner verloren am Samstagnachmittag vor rund 18.000 Zuschauern im Olympiastadion mit 1:2 (0:0) gegen den VfL Wolfsburg. Nach der zweiten Niederlage im zweiten Spiel ist der Hauptstadtklub nun Tabellenletzter. Dodi Lukebakio hatte die Mannschaft von Trainer Pal Dardai zwar zunächst per Foulelfmeter in Führung gebracht (60.), doch Ridle Baku (74.) und Lukas Nmecha (88.) drehten die Partie.

Der Spielverlauf

Den ersten Diskussionsstoff gab es schon eine Stunde vor dem Anpfiff mit dem Spielberichtsbogen. Matheus Cunha fehlte nicht nur in der Startaufstellung, sondern tauchte überhaupt nicht im Hertha-Kader auf. Beim Pay-TV-Sender Sky bestätigte Geschäftsführer Fredi Bobic, dass der wechselwillige und in Köln schwache Brasilianer "in Kontakt mit anderen Klubs" stehe - und unterstützte Dardais Entscheidung: "Der Trainer hat so entschieden, mit voller Rückendeckung von allen", sagte Bobic. "Er war nicht zufrieden mit seiner Leistung."

Ohne Cunha entwickelte sich eine umkämpfte Partie, in der Hertha die erste Torannährung hatte. Davie Selke, der nach seiner leichten Gehirnerschütterung wieder in der Startelf stand, verlängerte einen langen Einwurf von Marvin Plattenhardt per Kopf - Wolfsburg-Keeper Koen Casteels konnte jedoch problemlos parieren (3. Minute). Es sollte aber zunächst der einzige gefährlichen Offensiv-Moment der Berliner bleiben.

Die Gäste aus Niedersachsen hatten mehr vom Spiel und die besseren Chancen. Gleich zwei Mal musste Hertha nach Kopfbällen tief durchatmen. Maxence Lacroix' Versuch nach einem Freistoß von Maximilian Arnold touchierte den Pfosten (6.), Wout Weghorsts Abschluss konnte Alexander Schwolow mit einer starken Flugeinlage so gerade noch über die Latte lenken (17.). Eine Wolfsburger Führung wäre nun verdient gewesen.

 
 

Danach wurden jedoch auch die Chancen des Teams von Trainer Mark van Bommel - trotz Überlegenheit - weniger. Hatte Hertha schon von der ersten Minute an die nötige Kreativität nach vorne gefehlt, hakte es nun auch beim VfL. Die Folge: ein weitestgehend langweiliger Kick, der für Kevin Prince Boateng nach 42 Minuten beendet war. Der 34-jährige Mittelfeldspieler musste mit Rückenproblemen ausgewechselt werden. Für ihn kam Neu-Stürmer Stevan Jovetic in die Partie.

Nach der Pause nahm die Partie plötzlich Fahrt auf. Und wie. Erst hatte Weghorst aus sieben Metern seine zweite große Chance zur Wolfsburger Führung (46.) - dann wachte Hertha auf: Jovetic hatte mit einem Schuss von der Strafraumkante die erste Großchance für die Berliner in der Partie (49.). Die Hausherren entwickelten nun den Drang nach vorne, der in der ersten Hälfte komplett gefehlt hatte. Und der neue offensive Mut wurde belohnt. VfL-Verteidiger John Anthony Brooks traf Dodi Lukebakio im Strafraum und Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck entschied nach Videobeweis auf Elfmeter für die Berliner. Den führte - nach intensiven Diskussionen mit dem Davie Selke - Lukebakio selbst und traf ins rechte untere Eck zum 1:0 (60.).

Das Spiel blieb danach ebenso temporeich wie ausgeglichen. Hertha versuchte, die Führung abzusichern ohne zu mauern - und Wolfsburg, wieder mehr Gefahr in der Offensive auszustrahlen. Das gelang den Gästen von Minute zu Minute besser. Den Lohn gab es in der 74. Minute: Da konterten die Wolfsburger Hertha aus und Ridle Baku traf nach Vorarbeit von Xaver Schlager aus rund zehn Metern zum 1:1. Und es sollte noch bitterer kommen für die Berliner. Zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit traf Lukas Nmecha zum 2:1-Endstand für die Gäste - und schoss die Hertha vorerst auf den letzten Tabellenplatz.

 
 
 

Die Kurzanalyse

Pal Dardai stellte sich nach der Niederlage vor seine Mannschaft. Er wolle nichts schön reden, aber er könne "den Jungs keinen großen Vorwurf. Sie haben gefightet und in der zweiten Hälfte war das auch guter Fußball", sagte der 45-jährige Ungar. Es waren Worte, die wohl auch als erste Aufbauhilfe des Trainers an seine tief enttäuschte Mannschaft zu verstehen waren. "Jetzt ist wieder alles im Eimer, alles ist kacke", sagte etwa Stürmer Marco Richter.

Bis zur 74. Minute hatten die Berliner geführt und mussten sich am Ende doch über eine Niederlage und den Fehlstart in die Saison ärgern. Dabei hatten sie im Spiel drei Phasen durchlebt. Eine erste bis zur Halbzeitpause, in der gerade nach vorne nichts zusammenlief. Hertha kämpfte, Wolfsburg spielte - und hätte eine Führung verdient gehabt. Eine zweite nach dem Seitenwechsel, in der die Gastgeber kaum wiederzuerkennen waren. Plötzlich spielten die Berliner Fußball, plötzlich stürmten sie - und plötzlich kamen sie zu Chancen und zur nicht unverdienten Führung. Und eine dritte, in der Wolfsburg wieder drängte. Die Gegentreffer? Dennoch vermeidbar! "Wir schenken Wolfsburg die Tore", ärgerte sich Richter und Dardai sagte: "Wir lassen uns aus dem Nichts auskontern. Nach dem 1:1 war Wolfsburg dann besser. Das zweite Tor war unnötig. Schade. Daraus müssen wir lernen."

 
 
 
 


Das sagt das Netz

Zum ersten Mal wieder Zuschauer im Olympiastadion seit Oktober 2020. 25.000 hätten kommen dürfen, 18.241 sind am Ende dabei. Und die freuen sich ...

Ein Heimkehrer auf dem Feld singt bei der Hymne gleich mit.

Gut 90 Minuten und drei Tore später - bittere Enttäuschung.

Der Liveticker zum Nachlesen

Sendung: rbb UM6, 21.08.2021, 18 Uhr

37 Kommentare

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  1. 37.

    Ja, dass war erwartbar.
    Wie die kommende Klatsche von Bayern München. Hoffendlich wird das kein zweistelliges Handballergebnisse. Aber, damit festigt Hertha BSC wenigstens den 18. Tabellenplatz

  2. 35.

    Dickes B war’s, stimmt, hatte es nicht mehr ganz auf dem Schirm und war zu faul zum googlen. Daher auch das „?“. Wäre mal eine Hymne gewesen, die zu Berlin passt. Aber das isr wohl eine Frage der Tradition oder der Generation. Insgesamt find ich da die englische Liga musikalisch besser aufgestellt. Ok, fußballerisch auch. In D geht es eigentlich nur darum, ob Bayer es wieder schafft. Ausgeglichen ist unserer BL nicht.

  3. 34.

    @ A.S.: "Furchtbar, immer dieses substanzlose Gerede. Niemand hat bei Hertha vorher eine große Klappe gehabt."
    Naja, wenn ich da mal Carsten Schmidt zitieren darf: 'Wir wollen die größte Aufholjagd, die der deutsche und vielleicht der internationale Fußball je erlebt hat, einleiten und zum Erfolg führen.'
    Etwas Großspurigeres habe ich selten gehört im deutschen Fußball, das ginge auch zwei Nummern kleiner. Mit diesem Zitat muss die Hertha nun jedenfalls leben und sich daran auch messen lassen.

    @ Haha: Klingt zwar ähnlich wie Sido, aber es ging seinerzeit um Seeed und deren Titel "Dickes B". Ich fand die Idee toll und finde den Song immer noch fetzig, aber die Hertha Fans wollten lieber weiterhin Frank Zander hören.
    Wobei ich mir auch sehr gerne mal eine Stadionhymne von Frank Zappa anhören würde! ;-)

  4. 33.

    Stimmt. Du hast es bestimmt vorher gewusst. Warum hast du es nicht gesagt? Hätte sich manch einer den Stadionbesuch ersparen können

  5. 32.

    Hier wird so einiges durcheinander geworfen, einer verwechselt Zander mit Zappa, eventuell hat dann auch jemand Nina mit Nena verwechselt:-D

  6. 31.

    Nix gegen Zappa. Gemeint ist hier Zander. Aber okay, Frank ist Frank ;-)))) Zander ist so ein Berliner Urgestein. Er könnte aber bestimmt auch einen anderen Text liefern. Vor einigen Jahren war mal die Diskussion über die Hymne. Hertha wollte etwas von Sido (?) nehmen, aber die Fans wollten die alte Hymne behalten. Ja, eventuell wäre auch durch so etwas mal eine Veränderung möglich. Es muss ein Ruck durch die Mannschaft. Egal was gesungen wird.

  7. 30.

    Platz 18 und eine Gelbe Karte für den Prince - mehr war vom "Big-City-Club" nicht zu erwarten.

  8. 29.

    Also ich hab mir mal jetzt die Unionshymne angehört. Das ist ja ein Murks. Da wird gegen den Westen geblökt. Ok. Bin kein Ossi, vielleicht mögen die das noch. Aber die Wende ist ja nun echt out.

  9. 28.

    Ich kann weder mit Nina Hagen noch mit Frank Zappa was anfangen, finde beide ausgelutscht und nicht mehr aktuell. Das ist was für Ältere. Auch sog. Hymnen sollten modernisiert werden. Bei Union mal die Ostalgie rausnehmen und bei Hertha den Schunkelfaktor.

  10. 27.

    Ein guter Kommentar. Danke dafür. Leider können viele nicht zwischen Kritik und Gemecker bzw. Häme unterscheiden.

  11. 26.

    Dass Frau Hagen schon lange etwas "quer" denkt weiß jeder, der sie mal im Interview gesehen hat. Gehört bei ihr aber irgendwie dazu. Ansonsten fände ich es sehr schön, wenn Unionanhänger sich mal soweit zusammenreißen würden, dass sie nicht dauernd jeden Aspekt rund um Hertha für Diffamierungen nutzen. Hertha hat eine ganz wundervolle Vereinshymne nach einem großartigen Song von Rod Stewart und mit einem Text von Frank Zander, den jeder Fan gerne mitsingt. Punkt.

  12. 25.

    Furchtbar, immer dieses substanzlose Gerede. Niemand hat bei Hertha vorher eine große Klappe gehabt. Alle sind realistisch, was die Ziele und die Leistungen der letzten Jahre anbetrifft. Trotzdem tut es einfach nur weh, sich das alles Jahr für Jahr anzusehen. Die Mannschaft muss hier längere Zeit gute Leistungen bringen, um die Stimmung unter den Hertha-Anhängern wieder zu kitten. Und die Anderen, die es sowieso nicht gut mit dem Verein meinen, sollten sich einfach raushalten.

  13. 24.

    Kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß der Trainer auch nach 34 Spielen noch der Trainer ist!

  14. 23.

    Zu Nina Hagen und Querdenkerin ... man soll nicht alles glauben, was in den (a)sozialen Netzwerken so "telegrafiert" wird. https://www.rollingstone.de/nina-hagen-fake-account-telegram-2346233/

    Zur Union-Hymne ... ist doch gut

    Zur Hertha-Hymne ... nach der gefühlten drölfzisten Version wäre doch eine Umdichtung eines Liedes von Kerstin Ott machbar:
    Hertha ist die eine, die nimmer lacht, die nimmer lacht, die nimmer lacht, ...

  15. 22.

    Noch mal für alle zum mitschreiben : Ninas Hymne ist für die Ewigkeit, for ever.

  16. 21.

    Ich bin mit der Hymne und der Leistung von Union zufrieden.

  17. 20.

    Nach dem Köln-Debakel zum Auftakt haben die Hertha Fans sicher etwas etwas mehr erwartet, aber die Mannschaft nach Spielende dermaßen auszupfeifen, war nun auch nicht gerade die feine Art. Denn es waren nicht wie im Ticker geschrieben "einzelne Pfiffe", sondern ein ziemlich lautes Konzert nach Abpfiff.

    Ganz interessant war, wie sich Selke und Lukebakio minutenlang um den "ElferBall" gezankt haben und Boyata zur Beruhigung dazwischen gehen musste. Das hatte dem Augenschein nach weniger mit gesunder sportlicher Konkurrenz, als vielmehr mit nicht gerade ausgeprägtem mannschaftlichen Zusammenhalt zu tun . . .

  18. 19.

    schon mal was von tradition gehört? Andere Vereine klauen einfach ihre Hymnen, siehe Dortmund.

  19. 18.

    Und ich habe als Fußball-Laiin heute Mittag in der U-Bahn den ersten Hertha- Fans ( Mal wieder, letzte Woche auch schon) noch prophezeit, daß es doch wieder schiefgeht... Und armen jungen Männer waren soooo zuversichtlich...
    Mit dem "frischen Wind" hatte sich das gesamteTeam von Hertha BSC bestimmt anders gedacht....

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