Gruppenphase ausgelost - Schwere Gegner für Union Berlin in der Conference League

Audio: rbb 88.8 | 27.08.2021 | Dennis Wiese

Der 1. FC Union spielt in der Gruppenphase der Conference League gegen Slavia Prag, Feyenoord Rotterdam und Maccabi Haifa. "Unsere Gruppe ist sportlich die schwerste von allen", sagte Unions Manager Oliver Ruhnert nach der Auslosung.

Lorik Cana ist so etwas wie der Lothar Matthäus Albaniens. Der 38-Jährige ist Rekordnationalspieler und international weit gereist. 2004 gewann er den französischen Pokal mit Paris St. Germain, 2013 den italienischen mit Lazio Rom. Inzwischen ist er Uefa-Botschafter für die neue Conference League. Das Finale wird am 25. Mai 2022 in Tirana stattfinden, in seinem Heimatland Albanien.

Am Freitag loste Cana in Istanbul gemeinsam mit dem ehemaligen türkischen Nationalspieler Nihat Kahveci die Gruppen für die neue Conference League aus. Er war also die Glücksfee, auch für den 1. FC Union Berlin, der in einer sportlich attraktiven Gruppe spielt, allerdings auch eine sehr weite Reise antreten muss.

"Es ist die sportlich schwerste Gruppe", reagierte Unions Manager Oliver Ruhnert auf die Auslosung. "Feyenoord spielt aktuell großartigen Fußball. Prag ist seit Jahren international dabei und auch Maccabi ist ein schwerer Gegner. Aber Union ist auch nicht einfach zu spielen und die anderen haben sicher auch Respekt, gegen uns zu spielen."

Das Rückspiel 1. FC Union Berlin - Kuopion PS im Olympiastadion Berlin (Bild: imago images/Matthias Koch)
Über 22.000 Union-Fans feierten im Olympiastadion den Einzug in die Gruppenphase. | Bild: imago images/Matthias Koch

Wiedersehen mit Petar Musa

Insgesamt 32 Mannschaften wurden in vier Lostöpfe verteilt. Die Verteilung richtete sich nach dem Uefa-Koeffizienten, einem Wert, der sich aus den internationalen Ergebnissen des jeweiligen Vereins und den anderen Mannschaften seines Verbandes in den vergangenen fünf Jahren richtet.

In der entsprechenden Rangliste steht Union Berlin auf Platz 99. Die beiden besten Mannschaften der Conference League sind die Tottenham Hotspurs auf Platz 13 und AS Roma auf Rang 14.

Unions stärkster Gegner auf dem Papier ist Slavia Prag auf Platz 32 der Uefa-Rangliste. Die Tschechen wurden im Mai zum dritten Mal hintereinander Meister und gewannen auch den nationalen Pokalwettbewerb. Nach fünf Spieltagen steht Prag aktuell auf Platz drei der tschschischen Liga. Herausragender Stürmer ist Jan Kuchta, Spielmacher und Mittelpunkt des Offensivspiels ist der rumänische Nationalspieler Nicolae Stanciu.

Für die Unioner wird es im Duell mit den Pragern auch ein Wiedersehen mit Petar Musa geben. Der 23-jährige Stürmer war in der vergangenen Saison an die Köpenicker ausgeliehen und schoss in 14 Einsätzen für Union ein Tor.

Weite Reise nach Israel

Der zweite Gegner in Unions Gruppe E ist der aktuelle Tabellenführer der niederländischen Eredivisie Feyenoord Rotterdam und war einer der Wunschgegner von Union-Stürmer Max Kruse. In Rotterdam spielen international umworbene Talente wie Marco Senesi, Orkun Kökcü und Luis Sinisterra neben erfahrenen Stützen wie Leroy Fer und Topstürmer Bryan Linssen.

Außerdem spielt Union Berlin gegen Maccabi Haifa aus Israel. Haifa wurde in diesem Sommer israelischer Meister und qualifizierte sich gegen Neftchi Baku aus Aserbaidschan für die Gruppenphase. "Ich freue mich auf alle Spiel, weil es für uns alles Neuland ist. Es werden sicherlich einige interessante Tage", so Ruhnert zu seinen Erwartungen an die Spiele.

Die Anstoßzeiten in der Conference League sind jeweils um 18:45 Uhr und um 21 Uhr, gespielt wird immer donnerstags. Den genauen Spielplan wird die Uefa bis Samstagmittag veröffentlichen.

Union Berlin wird auch weiterhin im Olympiastadion spielen, weil die Alte Försterei zu wenige Sitzplätze hat, um die Uefa-Anfoderungen zu erfüllen.

Als Startgeld kassieren die Köpenicker 2,94 Millionen Euro. Dazu gibt es für jeden Sieg 500.000 Euro und für jedes Unentschieden 166.000 Euro. Am Ende der Gruppenphase erhalten die acht Gruppensieger jeweils 650.000 Euro, die Gruppenzweiten bekommen jeder 325.000 Euro. Dazu kommen noch Prämien für Koeffizientenpunkte und aus der Vermarktung.

So geht es nach der Gruppenphase weiter

Die Gruppenphase endet am 9. Dezember. Die acht Gruppensieger qualifizieren sich direkt für das Achtelfinale. Auch die Gruppenzweiten haben eine Chance, in die K.o.-Phase einzuziehen, allerdings über einen Umweg. Sie spielen im Februar jeweils gegen einen der acht Gruppendritten der Europa League um den Einzug ins Achtelfinale.

"Wenn uns ein guter Tag gelingt, ist für uns alles möglich, aber es müssen uns mehrere sehr gute Tage gelingen", sagte Ruhnert zu den Chancen auf ein Weiterkommen. Das wäre terminiert auf den 10. und 17. März 2022. Die weiteren Termine: Viertelfinale am 7. und 14. April 2022, Halbfinale am 28. April und 5. Mai. 2022 Finale: Mittwoch, 25. Mai 2022 im Nationalstadion in Tirana.

Sendung: rbb UM6, 27.08.2021, 18:15 Uhr

25 Kommentare

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  1. 24.

    Zitat: "Also dazu sag ich nur „ Almog Cohen“


    Und ich sage dazu nur, dass es mich wundert, hier einen dermaßen unqualifizierten Beitrag lesen zu müssen; zumal im Kommentar #14 bereits darauf eingegangen wurde. Aber nu ja, ist wohl nicht so einfach mit dem lesen und verstehen und so, ne GG?!

    Zitat Wiki:

    "Als Fans von Cohen am 26. April 2015 zu dessen Unterstützung beim Hinspiel gegen 1. FC Union Berlin im Stadion die Fahne seiner Heimat Israel zeigten, ordnete der verantwortliche Polizeiführer zur Gefahrenabwehr das Einrollen der Fahne an. Wegen der großen palästinensischen Gemeinde in Berlin sei keine politische Aussage im Stadion erwünscht. Auf Cohens Nachfrage, ob auch Flaggen anderer Länder verboten seien, antwortete man ihm, dass dies nur die israelische Fahne betreffe. Der Berliner Polizeipräsident entschuldigte sich später für den Vorfall."

  2. 23.

    Der Fußballgott ist nichtmal Deutscher. Berlin steht bei dem nicht mal auf dem Zettel ;-P Richtig guter Fußball wird woanders gespielt.

  3. 22.

    Einzig normaler und positiver Kommentar hier. Danke. Leider die Ausnahme

  4. 19.

    Wieso bitte ist Rotterdam stärker. Union spielt in der Bundesliga, die stärker als die holländische Liga ist. Und in der BL hat Union gegen jeden Gegner Chancen. Da ist Rotterdam auch machbar. Es ist kein Selbstläufer. Das ist kein Spiel in dieser Gruppe.

  5. 18.

    Nun, ich gehe davon aus, dass das intern schon entsprechend analysiert und kommuniziert wird. Der FCU ist gerade unter Urs Fischer dafür bekannt, keine allzu großen Sprüche zu kloppen - und ist damit bisher sehr gut gefahren. Also warum sollte man nun öffentlich mind. Platz 2 in der Gruppe E und einen Mittelfeldplatz in der Buli als Saisonziele verkünden?

    Der Verein und auch die Fans wissen sehr gut um das Leistungsvermögen der Mannschaft bescheid, da braucht es kein schlagzeilenträchtiges Getöne, wen man alles besiegen will oder "muss", um als erfolgreich zu gelten.

    Dass sich der FCU mittelfristig in der Buli etablieren will, sollte klar sein und wurde auch so kommuniziert. Und man tut gut daran, die ersten beiden großartigen Saisons nicht als Standard für die kommenden Spielzeiten anzusehen.

  6. 17.

    Zitat: "Union bzw. die Fans waren öfters schon mit Diskriminierungsvorwürfen konfrontiert. Letztens ging es um die Nachwuchsspieler. Also, irgendwie ist das schon immer mal Thema bei Union."

    Sie meinen die anonymen Vorwürfe einiger Eltern deren Kinder es nicht aufs nächste Level geschafft, und welche dem Verein daraufhin das Verfolgen einer "Ausländerquote" unterstellt haben? Die "Recherche" dazu war mit äusserst heißer Nadel gestrickt und hat m. W. bis heute keine Erkenntnisse gebracht, die die Vorwürfe bestätigen würden. Zudem wurde anstatt das vom FCU angebotene Gespräch zu suchen, der Bericht zuvor an mehrere Parteien gesendet, was m. E. nicht gerade einen professionellen Eindruck seitens der Journalisten machte.

    Und dass die Fans des FCU "öfters schon mit Diskriminierungsvorwürfen konfrontiert" waren, können Sie belegen, "Nunja"?

  7. 16.

    Union bzw. die Fans waren öfters schon mit Diskriminierungsvorwürfen konfrontiert. Letztens ging es um die Nachwuchsspieler. Also, irgendwie ist das schon immer mal Thema bei Union. Nicht unbedingt beim Verein, aber im Umfeld. Und ich erkenne keine „Verdeckte Unterstellung“, allenfalls eine Bitte. Und in Deutschland ist immer noch latenter Antisemitismus vorhanden. Also kein Wunder, wenn beim Besuch einer israelischen Mannschaft da bewusst vorgesorgt werden sollte.

  8. 15.

    Sieht aus wie eine Kenia Koalition. Schwarz, Rot, Grün.

  9. 14.

    Was soll diese verdeckte Unterstellung? 2011 ist im Stadion An der Alten Försterei beim Spiel gegen den FC Ingolstadt auf Anordnung der Berliner Polizei! eine israelische Zaunfahne vom Gästeblock abgehangen worden!!
    Offizielles Statement: die Fahne könnte die arabisch-palästinensische Comunity (die übrigens im Stadion gar nicht anwesend war) - provozieren.
    Das ist der einzige antisemitische Vorfall im Zusammenhang mit dem 1. FC Union, der mir bekannt ist.
    Richten Sie Ihre Sorge lieber auf Maccabi Berlin, die haben diesbezüglich bei Spielen gegen Mannschaften mit Spielern mit deutscher! und arabisch-türkischer! Migrationsgeschichte einiges auszuhalten!!! Bin gespannt, ob man Letzteres in diesem Forum noch öffentlich sagen darf!

  10. 13.

    Die Chancen stehen doch gut. Sogar die Gruppenzweiten haben noch die Möglichkeit, weiterzukommen. Also, auf auf. Nur mit Siegen kommt man voran.

  11. 12.

    Ich hoffe, es gibt gegen Maccabi keine antisemitischen Vorfälle. Unionfans, , seid bitte höflich.

  12. 11.

    Aus der Tagesschau die Reaktionen auf die Gegner in der CL: „ Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer von Borussia Dortmund sagte: "Wir können uns nicht beklagen, das ist eine sehr ausgewogene Gruppe. Wir haben eine ordentliche Chance, einmal mehr ins Achtelfinale einzuziehen." Auch Bayern Münchens Sportvorstand Hasan Salihamidzic zeigte sich zufrieden: "Wir wollen die Gruppe schaffen, im Idealfall auch als Erster, um dann ins Achtelfinale einzuziehen."“

    So, wo jammert da jemand?

  13. 10.

    Rotterdam ist stärker, Prag dürfte gleich sein, aber Haifa? Also bitte… Das war schon gegen die Fnnen peinlich, wie die stark geredet wurden. Die Ligen in Finnland und Israel sind eindeutig schwach. Union war unter den ersten 10 der BL … Da ist die Favoritenrolle eindeutig bei Union und muss auch mal angenommen werden. Da muss man schon mal sagen, dass man mindestens um den zweiten Platz in der Gruppe kämpfen will. Auch in der BL. Klasse erhalten als Ziel? Das ist doch Kinderkram. Sich im Mittelfeld der BL etablieren ist ein Ziel. Ziele sollte immer Anreiz für Leitung bieten.

  14. 9.

    Was hat Hertha mit Unions Gruppenphase zu tun? Weshalb immer wieder diese Vergleiche? Doch etwas mangelndes Selbstbewusstsein?

  15. 8.

    Ach, was solls - ich wünsche den Jungs einfach Glück. Ist schließlich in allen Richtungen eine Premiere.

  16. 7.

    Slavia Prag und Feyenoord Rotterdam muss man wohl kaum "großreden", um als FCU nicht als Favorit zu gelten. Und auch Maccabi Haifa ist sicher keine Mannschaft, die man mal eben im Vorbeigehen rauskegelt.

    Und was der Kommentator "Me" an der Aussage von Oliver Ruhnert als "Jammerei" herausgelesen haben möchte, erschließt sich mir nicht.

  17. 6.

    Das ist nicht nur bei union so. Jammern gehört zum Handwerk, ob die Mannschaft Bayern, Dortmund oder Nationalmannschaft heißt. Hat auch nix mit Selbstvertrauen zu tun, sondern damit, den Gegner stark zu reden um in die aussenseiterrolle zu kommen.

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