Union vor dem Spiel gegen Gladbach - Das Erfolgsgeheimnis? "Teamgeist, Teamgeist, Teamgeist"

Gladbachs Stürmer Lars Stindel(weißes Trikot) eng bwacht vom Unioner Niko Gießelmann(Bild: imago images/Contrast)
Audio: Inforadio | 28.08.2021 | Jens-Christian Gußmann | Bild: imago images/Contrast

Der 1. FC Union Berlin hat diese Saison noch nicht ein Pflichtspiel verloren und ist weiterhin in drei Wettbewerben vertreten. Im eng getakteten Spielplan heißt der nächste Gegner Borussia Mönchengladbach. Von Friedrich Rößler

Das Personal

Großen Anteil am gelungenen Saisonstart in allen drei Wettbewerben hat der nigerianische Stürmer Taiwo Awoniyi, den die Köpenicker zum Anfang der Saison fest an sich binden konnten. Der 24-Jährige erfüllt gerade genau das, was sein Arbeitgeber von ihm erwartet: Tore schießen oder vorbereiten.

Aber auch seine Teamkollegen wissen, wo das gegnerische Tor steht, wie zum Beispiel Max Kruse im DFB-Pokal (1:0 gegen Türkgücü München) oder Niko Gießelmann (1:0 gegen Hoffenheim). Beide dürften am Sonntag um 15:30 Uhr zum Anpfiff in Der alten Försterei in der Startelf stehen.

Den Ausfall von Innenverteidiger Manuel Friedrich (gesperrt) dürfte Timo Baumgartl gut kompensieren, denn genau für solche Fälle hatte der Bundesligist sich ja verstärkt. Der 1. FC Union Berlin tanzt diese Saison schließlich (immer noch) auf drei Hochzeiten. Trainer Urs Fischer begründete am Donnerstag nach dem Einzug in die Gruppenphase der Europa Conference League den Erfolg seines Teams mit "Teamgeist, Teamgeist, Teamgeist."

Es fehlen: Manuel Friedrich(Gelb-Rot-Sperre), Grischa Prömel und Fabio Schneider(nicht berücksichtigt)

Die Form

Seit fünf Pflichtspielen sind die Köpenicker ungeschlagen, stehen in der 2. Runde des DFB-Pokals, haben am Donnerstagabend die Gruppenphase der Europa Conference League erreicht und gegen Leverkusen und Hoffenheim jeweils einen Punkt geholt.

Die Dreifachbelastung wirkt sich noch nicht negativ auf die Ergebnisse des 1. FC Union Berlin aus. Der Bundesligist steht allerdings erst am Anfang einer langen und intensiven Saison, die dem Team von Trainer Urs Fischer noch viel abverlangen wird. Eventuell sogar zu viel. Aktuell ist aber davon bei den Unionern noch nichts zu spüren. Gegen die Borussia aus Mönchengladbach müssen die Köpenicker allerdings in den Alltagsmodus Bundesliga zurück finden.

Der Gegner

In vier Bundesligapartien haben beide Teams jeweils einen Sieg errungen und zwei Unentschieden. Die Gladbacher kommen als 16. nach Berlin, also vier Plätze hinter den Unionern. Außerdem fehlen Adi Hütters Team Leistungsträger wie Breel Embolo, Matthias Ginther, Stefan Lainer und Marcus Thuram.

Nach der 0:4-Pleite in Leverkusen sind die Borussen in der Bundeshauptstadt auf Wiedergutmachung aus. Gladbachs Trainer sprach auf der Pressekonferenz am Freitag von einem kampfbetonten Spiel, das er erwarte. "Wenn wir das Spiel so annehmen, wie wir es gegen Bayern München getan haben, dann bin ich überzeugt, dass wir viele Spiele gewinnen." Denn im Saisoneröffnungsspiel im Borussia-Park spielten die Gladbacher gut auf.

Genau deswegen warnte Unions Trainer Urs Fischer auf der Pressekonferenz am Samstag vor den Gästen: "Darum wäre es gefährlich, jetzt anzunehmen, dass das eine leichte Aufgabe wird." Für die Köpenicker komme es darauf an, in die Zweikämpfe zu kommen und kompakt zu stehen.

Unioner im Fokus

Als Beobachter würde man Stürmer Taiwo Awoniyi vor dem 3. Bundesligaspiel in dieser Saison ins Rampenlicht stellen, denn der Nigerianer hat nicht nur zwei Treffer in der Bundesliga erzielt, sondern ebenfalls zwei in der Conference League. Auch die Vorlage für das 1:0 von Max Kruse beim Sieg im DFB-Pokal gegen Türkgücü München stammte vom 24-Jährigen.

Doch Urs Fischer würde niemals den Erfolg seiner Mannschaft nur der Treffsicherheit eines Einzelnen zuschreiben - nur das Team oder das Kollekitv zählt für den Schweizer. Teamgeist bedeute in erste Linie auch "eklig" zu sein, sagte der 55-Jährige während der Pressekonferenz am Samstag. "Es gilt am Schluss eine gute Mischung von vielen Dingen hinzubekommen." Und das gelingt dem 1. FC Union bisher sehr gut.

Besonderheiten

Vier Pflichtspiele innerhalb von zehn Tagen - das ist neu für den Verein aus dem Osten Berlins. In der dritten Bundeligasaison der Köpenicker haben sie zwar schon jetzt mit dem Erreichen der Gruppenphase in der Conference League ein weiteres Ausrufezeichen gesetzt, doch wie reagiert die Mannschaft, wenn der Erfolg ausbleibt?

Wenn die Partie gegen Gladbach verloren geht, könnten die Unioner in der Bundesligatabelle nach unten durchgereicht werden. Und wenn die hohe Belastung die Reihen der Leistungsträger lichtet, könnte auch der viel beschworene Teamgeist auf der Strecke bleiben. Daher ist die Bundesliga-Partie gegen Mönchengladbach zwar kein Schlüsselspiel, aber durchaus ein kleiner Ausblick darauf, wie der 1. FC Union Berlin mit den eigenen Erfolgen zurechtkommt.

Sendung: Inforadio - Die Bundesliga, 28.08.2021, 15:03 Uhr

Beitrag von Friedrich Rößler

15 Kommentare

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  1. 15.

    Na ja. Drei Unentschieden… Guter Start? Zuhause gegen Bayer war schwach, zuhause gegen die Finnen war schwach. Auswärts bei Hoffenheim war ein Lichtblick. Der Sieg in Finnland Pflicht. Dafür, dass die Vorbereitung so gut lief, ist nun etwas ernüchternd festzustellen, Union ist noch nicht fit

  2. 14.

    Was habt Ihr immer mit der Hertha? Ich dachte, Ihr seid Unioner. Mir wäre es echt lieber, Union würde mal seine Ambitionen steigern. Was soll ich denn da mitfiebern, wenn Union schon mit dem Klassenerhalt, der eh sicher ist, zufrieden ist.

  3. 10.

    Ein Sieg über Berlin, und schon sieht’s besser aus.

  4. 8.

    Na klar,da ist es schon interessanter das Erreichen der Champions-League auszurufen ,um dann mit den Winthorst-millionen gegen den Abstieg zu spielen

  5. 7.

    Wer hoch fliegt kann tief fallen ,siehe den Klub aus Westend. Das Ziel Klassenerhalt ist voll okay alles andere ist die Kür mal sehen wie weit sie uns noch nach Europa führt. Lieber tief stapeln als tief fallen. Und niemals vergessen Eisern Union.

  6. 6.

    Ja sicher, die "großen Mannschaften" unterschätzen den FCU in seiner dritten Buli-Saison immer noch. Die brauchen schon noch ein bisschen, bis sie überhaupt checken, wer da alles neben ihnen in der Liga spielt, ne Bonni?!

  7. 5.

    Borussia spielt einen schönen Fußball. Mit dem Trainer könnte diese Saison echt was gehen. Haut Union weg.

  8. 4.

    Es gibt eh nur den VfL Borussia.
    Hoffentlich können wir das Debakel beim Bayerwerk vergessen machen.

  9. 3.

    Echt? Ganz was neues. Teamgeist….. gehört bei jeder Mannschaft dazu. Eventuell ist es eher so, dass die großen Mannschaften Union noch unterschätzen. Das wird sich noch ändern.

  10. 2.

    Der Klassenerhalt ist ja das Ziel von Union. Das sollte machbar sein. Daher ist Union für mich uninteressant, wer nur solche Ziele hat, ist langweilig. Das ist wie „ausreichend“ in der Schule.

  11. 1.

    Ich drücke den Fohlen die Daumen. Eine meiner Lieblingsmannschaften.

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