0:6-Niederlage - Hertha ist chancenlos gegen furioses RB Leipzig

Yussuf Poulsen und Marton Dardai im Kopfballduell (Quelle: IMAGO / Picture Point LE)
Audio: Inforadio | 25.09.21 | Thorsten vom Wege | Bild: IMAGO / Picture Point LE

Bei RB Leipzig geht der Positiv-Trend von Hertha BSC krachend zu Ende. Die Mannschaft von Pal Dardai zeigt sich defensiv über weite Strecken überfordert. Leipzigs Offensive agiert hocheffektiv.

Hertha BSC konnte den positiven Trend in der Fußball-Bundesliga nicht fortsetzen und hat das Auswärtsspiel gegen RB Leipzig am sechsten Spieltag phasenweise chancenlos mit 6:0 verloren. Die Gästemannschaft aus Berlin hatte der Offensiv-Power von RB wenig entgegenzusetzen.

Die Tore in der ersten Halbzeit erzielten Christopher Nkunku (15. Minute), Yussuf Poulsen (23.) und Nordi Mukiele (45.+3). Zu Beginn der zweiten Hälfte ergab sich ein ähnliches Übergewicht für Leipzig. Emil Forsberg erzielte das 4:0 per Elfmeter (60.), Nkunku trug sich mit einem Freistoßtreffer erneut in Torschützenliste ein (70.) und Amadou Haidara sorgte für den Schlusspunkt (77.).

Mit dem Sieg konnte sich Leipzg in der Tabelle an den Berlinern vorbeischieben und steht nun auf dem achten Platz. Hertha fällt mit sechs Punkten zurück auf den elften Platz.

Der Spielverlauf

Für Hertha stellte sich vor Anpfiff insbesondere die Frage: Kann die Mannschaft den positiven Trend der letzten beiden Spiele (Siege gegen Fürth, gegen Bochum) trotz großer Abwehrsorgen fortsetzen? Immerhin musste Trainer Pal Dardai Ersatz finden für die verletzten Defensiv-Sepzialisten Dedryck Boyata, Jordan Torunarigha und Lukas Klünter. Dardai entschied sich wie schon in den beiden Spielen zuvor für eine Dreierkette, diesmal bestehend aus Marton Dardai, Niklas Stark und Lucas Tousart. Auf den Außen sollten Marvin Plattenhard und Deyivaiso Zeefuik die Abwehrreihe komplettieren.

Von Beginn an zeigte sich: Herthas Abwehrleute waren überfordert mit dem schnellen Leipziger Angriffsspiel. Nach 15 Minuten spielte Lukas Klostermann einen steilen Pass aus der eigenen Hälfte, Yussuf Poulsen ließ den Ball gedankenschnell zu Christophe Nkunku durch. Der lupfte clever an Torwart Alexander Schwolow vorbei - 1:0.

Auch die nächsten beiden Treffer ähnelten dem ersten: Stets tauchten vor dem Hertha-Keeper Schwolow Leipziger Angreifer völlig unvermittelt wie Phantome auf. Teilweise konnten er oder das Aluminium (33.) retten - allzu oft aber nicht. Etwa beim zweiten Treffer: In der 23. Minute rannte Nkunku auf Schwolos Tor zu, verfolgt von zwei Abwehrspielern. Der Franzose legte gedankenschnell quer auf Yussuf Poulsen, der nur noch einzuschieben brauchte. Oder beim dritten Treffer: Diesmal kam der lange Ball von Angelino, der einen Freistoß aus rund 50 Metern elegant in hohem Bogen in den Sechzehner trat. Von der rechten Seite rauschte der völlig unbehelligte Nordi Mukiele heran, der per Direktabnahme an Schwolow vorbei ins Tor traf.

Zweite Halbzeit: Unverändertes Bild

Die zweite Hälfte begann mit einer Großchance für Leipzig, die der groß aufspielende Nkunku aus sechs Metern mit einem Vollspann-Schuss knapp über den Querbalken um Zentimeter vergab. Wenige Minuten später sorgte eben jeder Nkunku wieder für Not in Herthas Strafraum, Niklas Stark brachte ihn dabei unglücklich, aber indiskutabel zu Fall. Emil Forsberg verwandelte den fälligen Elfemter. Beim Stand von 0:4 ging es für die Hertha nur noch um Schadensbegrenzung.

Doch auch die gelang nicht: Nkunku verwandelte einen Freistoß aus rund 20 Metern sehenswert in den Winkel zum 5:0. Für den Schlusspunkt sorgte Haidara, dem die Hertha-Abwehr viel Zeit schenkte, um sich die Torecke auszusuchen. Er entschied sich für die linke, es bedeutete das 6:0.

Die Kurz-Analyse

Dardais Mannschaft lief nach zaghaften Offensivbemühungen in der ersten halben Stunde immer wieder in Leipziger Konter hinein. Die durch zahlreiche Krankenfälle neu zusammengesetzte Hintermannschaft formierte sich teils zu weit weg vom eigenen Tor. Der 0:3-Halbzeitstand hätte noch weit deftiger ausfallen können, etwa, wenn der Leipziger Forsberg seinen Schuss nach einem Steilpass aus dem Mittelfeld nicht an die Latte, sondern wenige Zentimeter darunter platziert hätte.

Insbesondere Leipzigs Christophe Nkunku hinterlief die Berliner Abwehrreihen ein ums andere Mal. Seinen Doppelpack konnte er folgerichtig mit zwei Vorlagen garnieren.

Der Niederländer Jurgen Ekkelenkamp, der vergangene Woche gegen Greuther Fürth noch für die Wende gesorgt hatte, blieb am sechsten Spieltag weitgehend wirkungslos gegen eine kompakt stehende RB-Defensive.

Und das sagt das Netz

Unklar, auf welches der Hertha-Gegentore sich diese Kritik bezieht.

Hier ist auf jeden Fall das 0:1 gemeint.

Grundsatzkritik.

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Sendung: Inforadio, 25.09.2021, 14:15 Uhr

18 Kommentare

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  1. 18.

    Genau das Gleiche habe ich mir auch schon gedacht. Übrigens: Das letzte Mal, dass Hertha BSC in der Bundesliga mit 0:6 verloren hat, war im März 2012 zuhause gegen Bayern München. Und das letzte Mal, dass Hertha BSC auswärts mit 0:6 verloren hat, war im April 1991 bei Werder Bremen. Wissen Sie, was in beiden Fällen am Saisonende folgen sollte? Richtig: Der Abstieg! Aber der kleine Unterschied von damals zu heute war der: Damals hat man die Situation noch realistisch eingeschätzt und wenigstens kein Hahn nach einem neuen Stadion gekräht.

  2. 17.

    Wenn die Fans mehr Ahnung und ein besseres Gefühl für die Sachlage haben, als die sogenannten Retter, dann sagt es viel über unsere tolle Vereinsführung aus. Wer sich erst heute darüber wundert, was die meisten vor 4 Wochen schon analysierend ahnten, der hatte nicht so genau hingeschaut und sich von Worthülsen und Schönfärbereien einlullen lassen. Die Trainer und Kaderplanung sind stark verbesserungsbedürftig, da führt kein Weg daran vorbei. Doch das Fenster ist derzeit zu! Jetzt müssen die Rechtfertigungen von einst zeigen, ob sie standhalten können. Ha Ho He

  3. 16.

    Es wäre ja auch ein Wunder wenn Hertha mehr als drei Spiele gewinnen würde ;-) da kommt eher der Weihnachtsmann nach Berlin ! Union gehört die Fußballzukunft Berlin nicht mehr Hertha. Hertha gehört in die zweite Liga und saniert

  4. 15.

    Wir sollten uns die Ergebnisse der Vorbereitungsspiele ins Gedächtnis holen und feststelle, dass die Gegner, jehöher in der Spielklasse, zu ernsten Gegnern der Hertha wurden.
    16:0 gegen einen 6. Ligisten, ein 7:0 gegen einen 5. Ligisten und dann wurden die Gegner immer stärker, je höher die Ligen wurden und Niederlagen, bzw. Unentschieden häuften sich. Zur Ehrenrettung sei das 4:3 gegen Liverpool genannt.
    In der BL reihten sich dann Klatschen an Klatschen, da täuscht auch der letzte Sieg(durch ein unglückliches Eigentor) nicht hinweg.

  5. 14.

    Es scheint mehr ist für den selbsternannten „Big City Club“ nicht drin! Sie sollen froh sein, daß die jetzige erste Bundeliga nicht ganz so gut besetzt ist! Sonst sollten die Verantwortlichen des Vereins sich große Gedanken machen, wohin die Reise geht!
    Bin gespannt wie lange der Trainer weiter rumturnen kann? Bei solche Charakter einiger Spieler ist es aber auch schwer als Trainer zu glänzen! Das Team ist ein zusammengewürfelter Haufen, die noch super bezahlt werden! Mehr nicht!

  6. 13.

    Tolles Spiell für Leipzig! Für die Hertha einfach nur peinlich. ja man kann da verlieren aber doch nicht so!!!
    Das ist keine Mannschaft sondern einfach ein trostloser Haufen samt Trainer. Eine Lachnummer für die gesamte Stadt.

  7. 12.

    Hi hi, der is gut, Lando. ;-)

    Und tja, gegen RBL kann man verlieren. Aber 0:6 gegen eine Mannschaft von der man wusste, dass sie heute alles reinhauen würde und man nur als Team einigermaßen bestehen kann, ist schon eine ziemlich schwache Leistung des Trainerteams und natürlich vor allem von der Mannschaft.

    Bei Hertha stimmt's doch gerade vorne und hinten bzw. oben und unten nicht. Die Punkte, die gegen Führt und Bochum geholt wurden, waren objektiv betrachtet auch eher glücklich als wirklich verdient herausgespielt. Es ist noch viel zu tun in Charlottenburg . . .

  8. 11.

    Kann passieren.
    Noch nix von @KE gehört.
    Wie is die Stimmung? ;)

  9. 10.

    Hatte man den "Spielern" die Schnürsenkel zusammengeknotet?

  10. 9.

    Und diese "Mannschaft" meint eine neues Stadion zu brauchen. Wozu ?

  11. 8.

    Und diese "Mannschaft" meint eine neues Stadion zu brauchen. Wozu ?

  12. 7.

    Mit viel viel Glück nur 0:6 verloren. Die Lachnummer der Stadt bleibt die Lachnummer der Stadt.

  13. 6.

    Ich hoffe jedes Jahr, aber leider wird es nichts.
    Besser wäre den Ball flach halten und in Ruhe arbeiten.
    Sagt ein Fan aus Cottbus.

  14. 5.

    Das wird eine schwere Saison für Hertha. Gegen die potentiellen Abstiegskandidaten Bochum und Fürth zu gewinnen und gegen alle anderen Teams aus der Bundesliga zu verlieren wird für den Klassenerhalt nicht reichen. Ich hoffe Hertha kriegt noch die Kurve.

  15. 4.

    Hallo Bobic, hallo Schmidtchen! Gemeinsam mit Gegenbauer seid ihr die Lachplatte der Nation! Ich habe größten Respekt vor euren privaten Bankkonten. Lars macht es möglich!
    HaHoHe

  16. 3.

    0:6?
    Habe ich richtig gelesen?
    Der Big-City-Club unter die Räder gekommen?
    Eine richtige Klatsche vom viel geschmähten BrauseClub?
    Nun, in Anbetracht der schallenden Niederlage hätte Dardai das Prinzesschen auftanzen lassen können, damit er wenigstens mit der dritten Gelben ein Erfolg verbuchen können.

  17. 2.

    Mein Vorschlag wäre diese "mannschaft" sofort aus der Bundesliga abzumelden und in der kreisklasse wieder anzumelden.Dort bestünde zumindest die Möglichkeit sich nicht woche für woche lächerlich zu machen.

  18. 1.

    Man fragt sich, ist das überhaupt noch eine Mannschaft? Sieht eher nach einem Torso aus.

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