Zuschauer, Verkehrsteilnehmer, Wähler - Das müssen Berliner am Marathon-Wochenende beachten

Berlin Marathon
Video: rbb UM6 | 20.09.2021 | Dennis Wiese | Bild: imago images/camera4+

Im vergangenen Jahr musste er pandemiebedingt ausfallen, am kommenden Sonntag nimmt er einen neuen Anlauf: der Berlin-Marathon. Damit findet er am Tag der Wahlen statt. Für Gäste, Wählende und Verkehrsteilnehmer gibt es vieles zu beachten.

Am kommenden Wochenende (25. und 26. September) findet der Berlin Marathon nach zwei Jahren Pause wieder statt. Unter den schätzungsweise rund 30.000 Teilnehmern starten außer den Hobby- und Freizeitläufern auch mehrere Elite-Läufer, von denen manche zur absoluten Weltspitze gehören und teilweise um den Weltrekord konkurrieren.

Regeln für Zuschauer

Damit der renommierte Volks- und Straßenlauf am Tag der Bundestagswahl stattfinden kann, gibt es nicht nur für Athleten und fürs Publikum einiges zu beachten – sondern ebenso für Verkehrsteilnehmer - wie Marathon-Veranstalter sowie Polizei und Feuerwehr am Montag mitteilten.

Zuschauer entlang der Rennstrecke sind aufgefordert, eine medizinische Maske zu tragen und Abstände von 1,5 Metern einzuhalten. In den Start- und Zielbereichen im Umkreis der Straße des 17. Juni gilt die 3G-Regel. Das bedeutet, außer der Maskenpflicht müssen Zuschauer vorweisen, dass sie geimpft oder genesen sind. Andernfalls müssen sie einen negativen PCR-Test vorweisen.

Das Publikum kann den Marathon kostenlos verfolgen. Das gilt auch für den begehrten Start-, Zielbereich, allerdings sind die Plätze dort begrenzt.

Keine Hürden durch Marathon für Wähler

Weil am gleichen Tag Wahlen stattfinden, sollen Wählern keine Hürden auf dem Weg zum Wahllokal entstehen. Der Race-Director Mark Milde erklärte dazu am Montag: "Die Veranstalter sorgen dafür, dass alle Wählerinnen und Wähler auch zum Wahllokal kommen." Dafür habe es eine enge Abstimmung zwischen Planern und der zuständigen Landes-Wahlleitung gegeben.

"Überall dort, wo wir Wahlbezirke durchschnitten haben, haben wir Querungen eingerichtet", sagte Milde. Insgesamt gebe es auf der Strecke rund 30 Übergänge. Schon 2017 habe das gut funktioniert, als der Marathon und die Wahlen zuletzt auf den gleichen Tag fielen.

Bereits ab 14 Uhr würde darüber hinaus damit begonnen werden, große Teile der Straßensperungen aufzuheben, was für weitere Entlastung sorgen soll.

Straßensperrungen

"Wir müssen dafür sorgen, dass Störungen auf das Läuferfeld, auf die Veranstaltung, ausgeschlossen werden", sagte Thomas Drechsler von der Berliner Polizei. Verkehrseinschränkungen ließen sich dadurch nicht ausschließen.

Konkret bedeutet das: Insbesondere die Kfz-Verkehrsteilnehmer müssen aufgrund des Marathons mit mehreren Sperrungen rechnen. Betroffen ist vor allem Berlin-Mitte, außerdem Friedrichshain, Kreuzberg, Neukölln, Schöneberg, Steglitz, Wilmersdorf und Zehlendorf. "Ich kann Berlinerinnen und Berlinern nur empfehlen: Meiden Sie das Auto", sagte Drechsler bezogen auf das anstehende Wochenende.

Wie die Verkehrsinformationszentrale Berlin [viz.de] informierte, ist bereits seit Montagmorgen die Straße des 17. Juni zwischen dem Brandenburger Tor und der Yitzhak-Rabin-Straße gesperrt. Diese Sperrung bleibt bis zum kommenden Montag bestehen. Sie wird ab Donnerstag, 6 Uhr morgens, ausgeweitet bis zum Großen Stern an der Siegessäule. Von da an ist auch die Yitzhak-Rabin-Straße selbst gesperrt, bis zum darauffolgenden Montag (27.09.), 18:00 Uhr.

Ab Freitag (24.09.2021) um 6 Uhr werden rund ums Brandenburger Tor einschließlich der Ebertstraße zwischen Behrenstraße und Scheidemannstraße sowie zusätzlich ab 18 Uhr der Bereich zwischen Bundeskanzleramt und Reichstag gesperrt. Diese Sperrungen gelten bis Montagmorgen.

Am Tag darauf (25.09.) folgt die Sperrung der Straße Unter den Linden zwischen Pariser Platz und Friedrichstraße, ab 14:30 Uhr bis cirka 20 Uhr. Ab 14 Uhr wird eine Sperrung der gesamten Laufstrecke der Skater und Skaterinnen vorgenommen, diese gilt bis etwa 19 Uhr.

Am Sonntag (26.09.) bleibt ab 7:30 Uhr die gesamte Marathonstrecke bis nachmittags gesperrt, wobei ab 14 Uhr mit der sukzessiven Aufhebung der Sperre begonnen wird.

Streckenverlauf Berlin MarathonQuelle: bmw-berlin-marathon.com

Der Streckenverlauf

Start- und Zielbereich des Marathons ist traditionell die Straße des 17. Juni.

Die Läufer starten die 42-Kilometer-Route von dort und laufen über den Ernst-Reuter-Platz nach Alt-Moabit, anschließend über die Invalidenstraße, Torstraße und Karl-Marx-Allee zum Strausberger Platz.

Richtung Süden geht es entlang der Lichtenberger Straße, Heinrich-Heine-Straße, Moritzplatz, Kottbusser Tor und Kottbusser Straße zum Hermannplatz in Neukölln, an der Hasenheide vorbei Richtung Westen über die Yorckstraße, Grunewaldstraße und Martin-Luther-Straße zum Rathaus Schöneberg.

Über Friedenau und Schmargendorf führt die Strecke wieder stadteinwärts über den Hohenzollerndamm, die Konstanzer Straße und den Kurfürstendamm zum Wittenbergplatz. Zum Potsdamer Platz geht es dann über die Kleiststraße und Potsdamer Straße.

Die letzten vier Kilometer führen entlang der Leipziger Straße zum Gendarmenmarkt und über die Straße Unter den Linden durch das Brandenburger Tor zum Zieleinlauf auf der Straße des 17. Juni.

Das Sportliche

Die Skater fahren zum Auftakt des Berliner Marathon-Wochenendes: Am Samstag um 11:30 Uhr starten die Kinder am Brandenburger Tor, um 12:30 Uhr folgt der 100m-Sprint der Skater auf der Straße des 17. Juni. Um 15:30 Uhr geht es dann los mit dem Inlineskating-Marathon, bei dem rund 2.800 Teilnehmer erwartet werden. Von 13:30 bis cirka 19 Uhr bleibt laut der Berliner Verkehrsinformationszentrale (VIZ) die gesamte Marathonstrecke gesperrt, die Blockaden werden sukzessive aufgehoben. Am Sonntag beginnt der Wettkampf mit den Rollstuhlfahrern und Handbikern um 08:50 Uhr.

Um 09:15 Uhr starten dann die Marathonläufer in drei Wellen.

Der größte Star des diesjährigen Berlin Marathons ist bei den Männern Kenenisa Bekele. Für den 39 Jahre alten Äthiopier ist es die vierte Teilnahme am Berlin Marathon (zwei Siege, zuletzt 2019). Der Lauf am Sonntag dürfte eine der letzten Möglichkeiten für Bekele sein, auf großer Bühne um den von Eliud Kipchoge aufgestellten Weltrekord zu laufen. Kipchoge stellte diesen 2018 mit 2:01:39 Minuten auf – ebenfalls in Berlin.

Im Frauenfeld präsentiert sich die Äthiopierin Hiwot Gebrekidan mit ihrer beim diesjährigen Mailand Marathon erzielten Bestzeit (2:19:35 Stunden) als klare Favoritin. In ihrer Heimatstadt geht am Sonntag auch Rabea Schöneborn (LG Nord Berlin) an den Start. Sie war als Ersatzläuferin für das deutsche Marathon-Team bei den Olympischen Spielen in Tokio eingeplant.

Hygiene-Regeln für Teilnehmende

Nach Angaben des Veranstalters SCC seien bei den beiden zurückliegenden Berliner Lauf-Events Runners City Night sowie dem Halbmarathon 85 beziehungsweise zu 91 Prozent der Athletinnen und Athleten genesen oder geimpft gewesen. Einen Anteil in ähnlicher Größenordnung erwartet Geschäftsführer Jürgen Lock auch fürs anstehende Marathon-Wochenende.

Geimpfte und Genesene müssen vor dem Start keinen PCR-Test vorweisen. Alle anderen müssen sich bei der sogenannten Marathon-Expo auf dem Flughafen Tempelhof (Eingang: Luftbrücke) einem PCR-Tesst unterziehen. Dabei gilt sowohl für Skater und Handbiker als auch für die Läufer: Die Tests dürfen jeweils nicht älter als 48 Stunden sein.

Sendung: Inforadio, 20.09.2021, 15:15 Uhr

23 Kommentare

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  1. 23.

    Warum nicht Tempelhofer Feld xmal einlaufen. Das wäre für viele Veranstaltungen besser .Keine Sperrungen von Straßen,es wäre auch Preiswerter Polizei und andere Helfer würden weniger benötigt .mfg

  2. 22.

    Danke, dem ist nicht hinzuzufügen. Ständig wird immer über alles gemeckert. Furchtbar.

  3. 21.

    Die Aufregung hier kann ich nicht nachvollziehen, es klingt gerade so, als würde in Berlin zum ersten mal ein Marathon stattfinden.

    Abgesehen davon, dass ohnehin schon sehr viele Menschen per Briefwahl gewählt haben, möchte ich gerne wissen, wer denn allen ernstes die S-Bahn benötigt, um in sein Wahllokal zu gelangen, welches normalerweise doch in der unmittelbaren bis näheren Nachbarschaft liegen sollte.

    Im Übrigen ist der Spuk gegen 13 Uhr doch auch schon wieder vorbei. Direkt danach kommt die BSR und macht sauber und wenige Minuten danach sind die Straßen wieder frei, da bleibt noch reichlich Zeit zum Wählen.

    Ich trommle seit Jahren beim Marathon, um die Läufer/innen anzufeuern und es ist mir eine Freude, das Glück dieser Menschen beim Laufen zu sehen. Der Kommerz mag ein paar wenige Profis betreffen, die absolut überwiegende Menge der Leute läuft aus einer ganz unkommerziellen Motivation heraus.
    Eine Startgebühr ist normal, da Kosten entstehen.

  4. 20.

    Das könnte man tun, würde damit aber heucheln.
    Denn Sport-Desinteressierte wie ich dürften die erwähnten Einschränkungen eh ggfs. als Nötigung(en) auffassen.
    Denn gefragt wurden sie vorher ja nicht.
    Na zum Glück muss ich am Sonntag eh nicht in die Innenstadt.
    Aber mein Standpunkt bleibt:
    Organisiert herumlaufen kann man auch anderswo.
    Das muss nicht mitten in der City und schon gar nicht an diesem Tag sein.

  5. 19.

    Müssen Berliner beachten. Diese Aussage solle man freundlicher gestallten, denn es ist schließlich mit erheblichen Einschränkungen verbunden, zummal an einem Sonntag wo wir alle unserer Buergerpflicht nachkommen müssen und auch sollten. Es wird nicht wenige wieder davon abhalten. Wie kann man eine solche Konstellation nur genemigen, zumal ja schon andere Lsuftermine die Wochenenden zuvor alles beschränkt haben. Zusätzlich zu den Demos.

  6. 18.

    Irgendwie bedeutet bei einer jährlich stattfindenen Veranstaltung nach meinem Sprachgefühl eine zweijährige Pause, dass sie vor 3 Jahren das letzte Mal statt fand. Eine zweijährige Pause ist synonym mit zwei Jahre ausgefallen. Aber vielleicht sollte ich mich, statt rumzumotzen, lieber darauf freuen, dass ich nach einem Jahr Pause wieder Geburtstag feiern kann. :-)

  7. 17.

    So ein Kommentar hätte ich Ihnen garnicht zugetraut, aber alle Achtung, Sie haben es auf den Nenner gebracht....
    Der Senat von Berlin braucht Geld...Brandenburg allerdings auch.

  8. 16.

    Mich würde mal interessieren:
    Wird durch dieses Herumgerenne wenigstens die jeweilige Demo der Woche blockiert?
    Oder sind Demonstrationen an Wahlwochenenden generell untersagt?

  9. 15.

    Ich mache gerne und viel Sport, ok, Marathon oder die Hälfte davon nicht, höchstens mal 'ne Powerrunde auf'm Drahtesel über die Entfernung, sonst ein recht bunter Mix. Ich habe aber absolut kein Verständnis für solch eine kommerzielle Veranstaltung mit künstlichen Privat- und Spassanstrich an diesem Tage. Hier geht es in erster Linie um Kohle. Preisgelder, Gebühren, Technik, Personal, Gerätschaften usw.fallen nicht vom Himmel. Auf der anderen Seite stehen Startgebühren für die vielen privaten Läufer, Werbeeinnahmen, TV-Rechte und was weiss ich noch. Meiner unmaßgeblichen Meinung nach hätte sich an diesem Tage der Kommerz einfach zurücknehmen können und auf ein anderes WE ausweichen. Möglich wäre das gewesen. Aber hier scheinen die Politiker, wohl unisono, eher "IDEALerweise", "ich steh' auf Berlin" zu flöten - leider mit anderem Zusammenhang.

  10. 14.

    Ein Glück das ich umgezogen bin, jedes WE in Berlin was anderes.
    Also ich gehe zur Katzenausstellung .
    Sollen die mal schön in Berlin laufen......

  11. 12.

    Wer dort starten will und nicht geimpft oder genesen ist, muss den PCR Test beim Veranstalter machen. Kein anderer Test wird akzeptiert, aus organisatorischen Gründen.

    Deshalb ist keine Auswirkung auf Teststellen für die Allgemeinheit zu erwarten.

  12. 11.

    Bei der letzten Bundestagswahl war ebenfalls Marathon.

  13. 10.

    Immer noch nicht begriffen. Berlin gehört nicht mehr den Berlinern. Hier wird mit Gewalt auf Autoverzicht gefahren.

  14. 9.

    Und über die Realitätsferne unseres zwangsfinanzierten Rundfunks sowie dessen Entfremdung von der Bevölkerung!

  15. 8.

    Was für ein Irrsinn!

    Jeder wusste seit einem Jahr, wann die Wahl stattfindet und ausgerechnet an diesem Tag sperrt man für ein paar Sportler die halbe Stadt ???

    Es ist verrückt, welche Prioritäten hier gesetzt werden!

  16. 7.

    Wie kann man/fraau nur auf sso eine bescheuerte Idee kommen, während dieser Pandemie an einem Wahltag mit Wahl zum Bundestag, Abgeordnetenhaus, Bezirkswahl und Abstimmung über "Deutsche Wohnen enteignen" einen Maraatonlauf zu veranstalten. Gut, die Läufer müssen geimpft, genesen oder getestet sein, aber was ist mit den Zuschauern? Natürlich kann man/frau fordern, daß die Zuschauer Abstand halten sollen und Maske trgaen. Und wer will das kontrollieren? Keiner!!

  17. 6.

    Man muss kein investigativer Journalist sein, um schnell mal bei dem Thema "Verkehrsteilnehmer" auch bei der BVG vorbei zu schauen. Dass daran nicht auch vom RBB gedacht worden ist, sagt viel über das Mobilitätsverhalten aus.

  18. 5.

    Und bestimmt werden wieder U- und S-Bahnhöfe geschlossen.
    - Corona ist schlauer als 2020 und greift keine Marathonläufer und -zuschauer an.
    - Schön, Gesamt- Zivil- Gesellschaftlich getrennt und abgegrenzt, nach Geschlecht*Innen und Fortbewegungsart*Innen.
    Läufer und Läuferinnen, keine Diversen, wegen der unterschiedlichen Leistungs-/ Leidensfähigkeit.
    Rollstuhlfahrer und - fahrerinnen starten gemeinsam, Skater und Skaterinnen starten gemeinsam, "Junge Menschen" ( Hier blendet/ blindet der Gesetzgeber realexistierende Unterschiede aus Kostengründen und Bequemlichkeit total aus.) starten gemeinsam. Friede, Freude, Eierkuchen, ein Fest für Alle. Für Jeden, in Seiner, seiner zugewiesenen Leistungsfähigkeit zugeordneten sozialen Ecke. Menschlich halt, nix Ganzes, nix Wahres, beliebig, unverbindlich, wertlos.

  19. 4.

    Gut recherchiert.
    Übrigens scheint es mir in Anbetracht des letzten Absatzes des Artikels ratsam, wenn möglich am Freitag nicht unbedingt irgendwelche Teststationen aufzusuchen. Dürfte voll werden.

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