Kein Weltrekord bei 2021er Wettbewerb - Äthiopier Guye Adola und Gotytom Gebreslase triumphieren beim Berlin-Marathon

Die Äthiopierin Gotytom Gebreslase und der Äthiopier Guye Adola gewinnen den 47. Berlin Marathon am 26.09.2021. (Quelle: dpa/Andreas Gora)
Video: rbb|24 | 26.09.2021 | Material: rbb Fernsehen | Bild: dpa/

Rund 25.000 Läuferinnen und Läufer gehen beim 47. Berlin-Marathon an den Start. Den Gesamtsieg erringt der Äthiopier Guye Adola. Der Top-Favorit läuft als Dritter ins Ziel. Gotytom Gebreslase gewinnt souverän bei den Frauen.

Guye Adola hat den 47. Berlin Marathon gewonnen und benötigte dafür 2:05,45 Stunden. Der Äthiopier setzte sich auf den letzten Kilometern gegen Bethwel Yegon aus Kenia durch. Top-Favorit Kenenisa Bekele wurde Dritter. Der Weltrekord-Zeit von 2:01:39 konnte am Sonntag niemand gefährlich werden. Schnellste Frau war die Äthiopierin Gotytom Gebreslase, die ihre Premiere in Berlin mit einem Sieg krönen konnte und nach 2:20,09 die Ziellinie überquerte.

Bekele ging als Favorit an den Start

24.796 Läuferinnen und Läufer aus 117 Ländern meldeten die Veranstalter. Bei glänzender Herbstsonne gingen damit weitaus weniger Läufer an den Start als in den vorigen Rennen (2019: 47.000 Läufer). Dafür war das Läuferfeld reich an Spitzenathleten – was auch daran gelegen haben dürfte, dass die großen Bühnen des Weltsports seit Pandemie-Beginn weniger geworden sind. Berlin bot die Möglichkeit, sich im Weltsport zu profilieren. Es war der erste Berlin-Marathon seit dem Beginn der Pandemie.

Bei den Frauen lag der Fokus vor allem auf der Äthiopierin Hiwot Gebrekidan, die zuvor in Mailand Weltjahresbestzeit gelaufen war (2:19:35 h). Als größte Konkurrentin galt Purity Rionoripo aus Kenia.

Bei den Männern schauten die Zuschauer am Streckenrand und vor den Bildschirmen zu Hause vor allem auf den Äthiopier Kenenisa Bekele, der den Berlin Marathon bereits zweimal gewinnen konnte und 2019 den Weltrekord von Eliud Kipchoge (2:01:39) nur um einen Hauch verpasste: zwei Sekunden. Es war schon vor dem Rennen klar, dass Bekele mit seinen 39 Jahren nicht mehr viele Chancen auf der Weltbühne haben würde, um die Rekordzeit anzugreifen.

Bei den Männern zeichnete sich Überraschung ab

Nach 50 Minuten zeigte sich: Es wird schwer für Bekele. Die Spitzengruppe um den Äthiopier Guye Adola, Philemon Kacheran (Kenia) und den Pacemakern setzte sich Meter für Meter vom Favoriten ab. Musste er womöglich seiner Corona-Erkrankung vom vergangenen Jahr Tribut zollen? Doch Bekele schaffte es nach zirka 25 Kilometern, sich wieder an die Spitzengruppe zu heften.

Im weiteren Streckenverlauf zeichnete sich allerdings immer deutlicher ab: An diesem Sonntag wird kein Weltrekord geknackt. Trotzdem war ein Rennen zu gewinnen. Nach 30 Kilometern entwickelte sich an der Spitze ein Triell zwischen den beiden Äthiopiern Adola, Bekele und dem Kenianer Bethwel Yegon. Auf den letzten Kilometern konnte sich der erfahrene Adola absetzen und lief als erster ins Ziel in 2:05,45 Stunden, Zweiter wurde Yegon (2:06,14), dritter Bekele (2:06,47).

Gotytom Gebreslase, Gewinnerin des 47. Berlin Marathon 2021, am 26.09.2021. (Quelle: dpa/Jean MW)

Gebreslase war schnellste Frau

Sechs Läuferinnen mit Bestzeiten unter 2:25 Stunden starteten am Sonntag auf der Straße des 17. Juni. Unter ihnen auch die Weltjahresbeste Hiwot Gebrekidan aus Äthiopien. Sie wurde allerdings distanziert von Landsfrau Gotytom Gebreslase. Und bei ihr zeichnete sich ab: Es geht um den Berliner Streckenrekord der Frauen, den die Kenianerin Gladys Cherono 2018 mit einer Zeit von 02:18:11 Stunden aufstellte.
Letztlich konnte Gebreslase das hohe Tempo nicht aufrechterhalten, lief aber trotzdem mit komfortablem Vorsprung als erste ins Ziel und erreichte am Ende eine Zeit von 2:20,09 Stunden.

Philipp Pflieger und Rabea Schöneborn sind beste Deutsche

Der Hamburger Philipp Pflieger hatte in der Vorbereitung auf das Rennen in Berlin mit einer Krankheit zu kämpfen. Trotz eines Infekts vor einigen Wochen wollte der 34-Jährige seine Bestzeit von 2:12:15 Stunden aber angreifen und im günstigen Fall unter 2:11 Stunden laufen.

Dieses Vorhaben verfehlte er deutlich, lief den Marathon in 2:15 Stunden. Diese Leistung reichte trotzdem für einen respektablen 16. Platz und zur besten deutschen Zeit.

Bei den deutschen Läuferinnen stand vor allem auf Rabea Schöneborn im Fokus. Die Berlinerin war zuletzt Reserveläuferin für das Olympia-Team in Tokio. Sie galt als bestens vorbereitet auf den Berlin Marathon und lief diesen tatsächlich scheinbar lässig und in Topform auf den neunten Platz in 2:28:49 Stunden – verfehlte damit aber ihre Bestzeit (2:27,03).

Das war der Berlin Marathon 2021

Zwei Belgier gewinnen Skater-Marathon

Bereits am Samstagnachmittag gingen die Inlineskater über die volle Marathondistanz an den Start. Das Rennen gewannen die belgischen Inline-Skater Bart Swings und Sandrine Tas.

Der 30-jährige Swings feierte seinen insgesamt siebten Erfolg in der Hauptstadt, verpasste in 56:50 Minuten seinen 2015 aufgestellten Streckenrekord allerdings denkbar knapp, um eine Sekunde. Sandrine Tas siegte zum dritten Mal auf dem Berliner Marathon-Kurs. Die 26-Jährige passierte nach 1:13,40 Stunden die Ziellinie.

Die vielleicht letzte Amtshandlung von Michael Müller

Am Sonntag um 9:15 Uhr drückte Berlins noch regierender Bürgermeister Michael Müller den Abzug seiner Startpistole. Der Schuss war das akustische Signal für die erste Welle der Marathonläufer für die gut 42 Kilometer durch die Berliner Innenstadt.

Der Schuss war aber auch das Zeichen an die Sportwelt: Sport-Großveranstaltungen sind planbar und machbar. Der Marathon wurde flankiert von einem aufwendigen Hygienekonzept, das sowohl bei teilnehmenden Athleten als auch beim Publikum einiges an Planung voraussetzte. Doch so gelang es, das laut Veranstalter größte Sportevent seiner Art seit Ausbruch der Pandemie auf die Beine zu stellen.

Hygienemaßnahmen fürs Publikum

Die rund 100.000 Zuschauer entlang der Rennstrecke waren aufgefordert, eine medizinische Maske zu tragen und Abstände von 1,5 Metern einzuhalten. Wer die Athleten an den ausgewiesenen "Cheering-Points" entlang der Strecke anfeuern wollte, musste außer der Maskenpflicht die 3G-Regel befolgen, also entweder geimpft oder genesen sein oder einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen - bestenfalls digital in der Corona-Warn-App, der Luca App oder der CovPass-App. Erforderlich war außerdem eine Anwesenheitsdokumentation, welche durch die Luca-App erfolgt.

TV-Bilder zeigten: Entlang der Strecke nahmen nicht alle Zuschauer ihre Maskenpflicht ernst, die Abstände konnten aber weitestgehend eingehalten werden.

Der Liveticker zum Nachlesen

Sendung: Inforadio, 26.09.2021, 11:15 Uhr

10 Kommentare

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  1. 10.

    Der Marathon war längst festgelegt, als der Wahltermin bekanntgegeben wurde. Übrigens vom Bundespräsidenten in Absprache und nach Vorschlag der Bundesregierung. Es ist schon arg peinlich, wie wenig Wissen hier vorhanden ist. Von Unwahrheiten ganz zu schweigen. Okay, vermutlich zu viel Springerpresse konsumiert,

  2. 9.

    Na und? Dann gibt es eben keinen Marathon zu diesem Termin. Es gibt scheinbar in Berlin keine Prioritäten.

  3. 8.

    zur Info der Senat hat den Marathon nicht geplant. Sorry für das fehlende Wissen deiner seits.

  4. 7.

    Wow... nicht mal Stimmzettel sind ausreichend vorhanden in dieser Stadt, aber Hauptsache, ein Marathon für die ganze Welt wird gewuppt.

  5. 6.

    Einen Marathon kriegt unser jetziger Senat hin, aber keine Wahl ... man muss halt Prioritäten setzen !

  6. 5.

    Der Marathon findet immer am letzten September Wochenende statt, der Wahlsonntag hingegen wird im Vorjahr festgelegt.

  7. 4.

    Bei der letzten BTW war es genauso. Wähler sind nicht zum Wahllokal gekommen ohne Umwege machen zu müssen. Nachschub vom Wahlamt kam nur mit großer Verspätung, da überall gesperrt war. In meinem Wahllokal hatten wir 17 Uhr keine stimmzetteumehr. Nachschub vom Amt kam 18.10 Uhr

  8. 3.

    Warum ausgerechnet am Wahlsonntag? Ist das nicht kontraproduktiv für die Wahlbeteiligung?

  9. 2.

    Wenn es da https://www.rbb24.de/studiofrankfurt/sport/2021/09/66-jaehrige-rentnerin-berlin-marathon-frankfurt-training-sport-laufen.html nicht geht, dann eben hier:
    Gutes Gelingen!

  10. 1.

    Respekt all jenen die die Strecke durchstehen

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