Deutsche Eishockey Liga - Frank Hördler und Sohn Eric träumen von gemeinsamer Eisbären-Saison

Frank Hördler im Trikot der Eisbären
rbb UM6 | 28.09.2021 | Nico Giese | Bild: imago images/Eibner

Frank Hördler spielt seine 18. Saison bei den Eisbären Berlin. Geht es nach ihm, können noch viele weitere Spielzeiten hinzukommen. Hördlers Antrieb: den Nachwuchs im eigenen Team zu erleben. Der älteste Sohn steht kurz davor. Von Shea Westhoff

Auf dem Hof vorm Haus hat Frank Hördler zwei kleine Tore aufgebaut. Zwischen Hecke, Vorgarten und Hauswand spielt er mit seinen Söhnen Eric und Jonas ausgelassen Hockey. "Wenn uns einer sieht, der würde nie vermuten, dass wir alle Hockeyspieler sind", sagt Frank Hördler lachend, während er mit dem Schläger in der Hecke nach dem just am Tor vorbeigeschossenen Ball stochert.

Noch spielen die Hördlers gemeinsam mit einen Ball, nicht mit Puck. Und auf Pflastersteinen, nicht auf Eis. Doch zumindest, was den älteren Sohn Eric (17 Jahre) angeht, könnte sich der lockere Vorgarten-Zock mit dem Vater bereits in naher Zukunft als nützliche gemeinsame Trainingseinheit erweisen - wenn die beiden dann gemeinsam für die Eisbären auflaufen.

"Das Größte auf der Welt für mich"

Es wäre eine großartige Pointe in der an Wendungen und Überraschungen schon jetzt reichen Laufbahn von Frank Hördler: gemeinsam mit Sohn Eric das Trikot der Eisbären Berlin überzustreifen. "Das wäre natürlich das Highlight in meiner Eishockey-Karriere", sagt der 36-Jährige.

Frank Hördler, hauptberuflich Eishockey-Legende und langjähriger Kapitän der Eisbären Berlin, ist ein Familienmensch. Er wohnt inmitten einer grünen Idylle am Ostrand Berlins, gemeinsam mit seiner Frau, den beiden Söhnen, der 3-jährigen Tochter und einem Hund.

Mit den beiden Söhnen teilt er die Leidenschaft für den Eishockey-Sport. Für den älteren Eric ist der ersehnte Schritt in den gemeinsamen Kader mit Vater Frank tatsächlich nicht mehr weit: Der 17-Jährige spielt mittlerweile bei den Eisbären Juniors Berlin in der Deutschen Nachwuchs Liga (DNL). Eric selbst sagt: "Das Gefühl, mit meinem Papa auflaufen zu können, wäre großartig und das Größte auf der Welt für mich."

Als Vater Frank Hördler 2005 zum ersten Mal die deutsche Meisterschaft mit den Eisbären feierte, war Eric ein Jahr alt. Sieben weitere Titel sollten folgen, dazu die Silbermedaille mit dem Nationalteam bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang. Ganze 918 Mal lief er bisher für die Eisbären auf.

Hördlers Qualitäten bei den Eisbären gefragter denn je

Ob Frank Hördler dieses Jahr aber sportlich überhaupt mit weiteren Erfolgen rechnen kann, das ist noch fraglich. Nach dem Titelgewinn in der vorigen Saison, präsentierten die Eisbären in der aktuellen Spielzeit wechselhafte Leistungen. Die Mannschaft von Trainer Sege Aubin konnte auswärts in der DEL zwar stets punkten, unterlag aber in den Topspielen bei Adler Mannheim und EHC München.

So ist einer wie Frank Hördler in dieser Saison möglicherweise wichtiger denn je: Der Verteidiger strahlt Ruhe aus, gibt den Mitspielern Sicherheit und dürfte gerade auch im neu zusammengesetzten Kader ein wichtiges, verbindendes Element sein.

"Wir haben eine gute Truppe", glaubt Hördler. Es brauche ein paar Spiele, bis sich das gegenseitige Vertrauen aufbaut. Und danach: "Ich glaube, dann räumen wir auf", sagt er selbstbewusst. Das kann sich auch Sohn Eric gut vorstellen. "Die Eisbären sind eine richtig gute Truppe. Und ich glaube, die werden allen zeigen, dass sie auch dieses Jahr wieder gewinnen können."

Die Hördlers haben Erfahrung mit Generationen-Teams

Vater und Sohn, gemeinsam auf dem Eis, für die beiden der logische nächste Schritt. Ans Karriereende denkt Frank Hördler jedenfalls noch lange nicht. "Ich fühle mich wohl, ich bin fit, Spaß habe ich auch noch", sagt er. Ob er den 13-jährigen Jonas dann auch noch als Aktiver mit erlebt, da ist er sich aber unsicher. "Ob ich mit 42 noch bein den Eisbärenspielen darf, bezweifle ich", sagt Hördler grinsend.

Wie es sich anfühlt, als Familienbande die Schlittschuhe zu schnüren, das weiß Frank Hördler ja bereits: Als junger Mann begann er seine Profikarriere in der Oberliga, beim ERC Selb in Bayern. Seine Teamkollegen damals: Vater Jochen und Bruder David.

Sendung: rbb UM6, 28.09.2021, 18 Uhr

Nächster Artikel