Conference League - Union Berlin siegt souverän in historischem Spiel

Unioner Freude
Audio: Inforadio | 01.10.2021 | Stephanie Baczyk | Bild: imago images/Jan Huebner

Union Berlin gewinnt im Olympiastadion gegen Maccabi Haifa mit 3:0. Für die Köpenicker ist es der erste Sieg in der Gruppenphase der Conference League. Doch im Fokus stand eine andere Geschichte.

Union Berlin darf sich im zweiten Spiel Conference-League-Gruppenphase über die ersten Punkte freuen. Am Donnerstagabend besiegte die Mannschaft von Urs Fischer Maccabi Haifa im Berliner Olympiastadion mit 3:0 (1:0). Die Treffer erzielten Andreas Voglsammer (33. Minute), Kevin Behrens (48.) und Taiwo Awoniyi (76.).

 

Die Conference-League-Partie zwischen Union Berlin und Maccabi Haifa war eine geschichtsträchtige, so viel war schon vor Anpfiff klar. Errichtet während der NS-Zeit für die Olympischen Spiele 1936, empfing das Berliner Olympiastadion zum ersten Mal eine Fußballmannschaft aus Israel zu einem Pflichtspiel.

Weil Union Berlin seine Heimspiele in der Conference League nicht im Stadion An der Alten Försterei austragen darf, waren die Unioner nach dem Quali-Spiel gegen Kuopion PS im August erneut Köpenick nach Charlottenburg ins Olympiastadion umgezogen. Der Grund: Turnierausrichter Uefa verlangt ein Minimum an Sitzplätzen, welches Unions Spielstätte nicht bietet.

Der Spielverlauf

Für das Spiel gegen Haifa ließ Unions Trainer Urs Fischer ungewöhnlich stark rotieren. Die Mannschaft trat ohne Offensivspieler Max Kruse und Stammtorwart Andreas Luthe an. Dafür feierte Torhüter Frederik Rönnow sein Klub-Debüt, auch die Stürmer Kevin Behrens und Sheraldo Becker standen in der Startformation.

Mit Interesse war Fischers Konstruktion der Unioner Hintermannschaft erwartet worden. Denn Timo Baumgartl fehlte verletzt, Paul Jaeckel war gelb-rot-gesperrt. Während der Trainer üblicherweise mit einer Dreierkette spielen ließ, bildeten nun Kapitän Christopher Trimmel, Marvin Friedrich, Robin Knoche und Niko Gießelmann eine Viererkette.

Die 25.000 Fans im Olympiastadion sahen zunächst zwei abwartende, vorsichtig agierende Mannschaften. Insbesondere vom schnellen Umschaltspiel, das Trainer Urs Fischer von den Israelis zu erwarten glaubte, war wenig zu sehen. Mit Dauer der Partie zeichnete sich allerdings ein spielerisches Übergewicht für die Heimmannschaft ab.

Halbe Stunde bis zur ersten zwingenden Torchance

Doch es dauerte 28 Minuten bis zur ersten nennenswerten Gelegenheit. Eine Flanke von Andreas Voglsammer konnten Haifas Verteidiger nicht klären, der Ball verirrte sich im Bereich der Strafraumkante, wo Kevin Möhwald abzog. Torwart Josh Cohn konnte klären.

Wenige Minuten später tankte sich Kevin Behrens durch den gegnerischen Sechzehner und legte ab auf Voglsammer, der den Ball vor seinem Bewacher ins Tor grätschte - 1:0 für Union.

Schnelle Entscheidung in der zweiten Hälfte

Unmittelbar nach dem Seitenwechsel sorgten die Unioner für die Vorentscheidung. Nach einer Freistoß-Flanke von Trimmel aus halb rechter Position erwischte Kevin Behrens das bessere Timing als die beiden Verteidiger links und rechts von ihm. Der Berliner stieg hoch und köpfte ein zum 2:0.

In der 69. Minute bekam Sheraldo Becker den Ball aus der eigenen Häfte hoch serviert, er zog direkt ab und traf den Außenpfosten. Eben jener Becker erwies sich wenig später als feiner Vorlagengeber, als er in der 76. Minute mittels Flanke von der rechten Außenbahn Taiwo Aiwoniyi in Szene setzte, der mit direkter Abnahme in den Torwinkel verwertete.

Die Kurzanalyse

Unions neu formierte Viererkette funktionierte. Gemeinsam mit Sechser Rani Khedira unterbanden die Defensivleute weitestgehend Haifas Offensivbemühungen. Statt Umschaltspielspiel der Gäste gab es schnelles Gegenpressing der Heimmannschaft.

Über die Außenbahn sorgten vor allem Andreas Voglsammer und Sheraldo Becker vor allem im zweiten Durchgang immer wieder für Gefahr.

Sendung: rbb24, 30.09.2021, 23:15 Uhr

17 Kommentare

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  1. 17.

    Als ob es in der AF nicht zu den antisemitischen Handlungen gekommen wäre….. Die Idioten interessiert doch nicht, wo sie nerven. Das hat hat auch nichts mit der Stadt oder dem Verein zu tun, sondern mit den Rechtsextremen. Der Verein kann aber alles tun, um dies alles aufzuklären. Union weiß, wer die Tickets gekauft hat.

  2. 16.

    Wo habe ich bitte geschrieben, dass Hertha umsonst im Oly spielen darf? Wäre ja noch schöner ;-)

    Nimm mal deine braun-weiße Brille ab und dann erkennst du vielleicht die strukturellen Probleme mit ganzen Hertha- Fangruppen bis hinauf in die Unternehmensführung (Stichworte: Lehmann - Aogo oder Fall Petry). Krasse Antidiskriminierungspolitik! und so erfolgreich ;-) Es gibt noch genug zu kehren.
    Du nennst die Reaktionen von Union zögerlich, ich nenne sie überlegt und abgewogen.

  3. 15.

    Ach, Union muss das Olympiastadion mieten? Und Hertha spielt da wohl umsonst? Natürlich muss Union mieten, wie jeder Nutzer.
    Das derzeit vielleicht einzig erfreuliche bei Hertha ist jedenfalls, dass der Verein vor der eigenen Haustür kehrt und offensiv eine erfolgreiche Antidiskriminierungspolitik betreibt. Union reagiert immer nur zögerlich auf bereits stattgefundene Vorfälle, und auch nur dann, wenn ihnen die Fakten um die Ohren fliegen. Solange die Unioner das nicht wahrhaben wollen, wird es eher noch schlimmer werden.

  4. 14.

    Teile der Fans haben sich aus dem Block heraus eindeutig gegen die idioten ausgesprochen und der Verein hat Stellung bezogen. Auch hat er um Nennung von Block und sitzplatznummer gebeten um diese Typen rauszufiltern. Dürfte bei der Personalisierung der Karten dann auch kein Problem darstellen.

  5. 13.

    Ich verurteile die Vorfälle ebenfalls aufs Schärfste und schäme mich für diese Idioten.
    Jedoch denke ich auch, wenn man im Glashaus sitzt sollte man nicht mit Steinen werfen und erstmal vor der eigenen Haustür kehren.
    Und das Stadion gehört ganz Berlin und jeder kann sich hier einmieten. Realisiere das mal endlich! Leider muss Union hier mieten, was mich unendlich ankotzt.

  6. 12.

    Es ist erschütternd zu lesen, wie antisemitische Fans von Union das Olympiastadion bei einem historischen Spiel derart missbraucht haben. Ich hoffe sehr, dass der Ostberliner Verein bald sein Stadion in Köpenick UEFA-tauglich ausbauen kann und seine Anwesenheit im Olympiastadion danach auf maximal einen Auftritt pro Saison begrenzt. Die Rufschädigung der bekanntesten Sportstätte und damit ganz Berlins durch solch braunes Pack ist absolut unerträglich. Wenn die Verantwortlichen bei Union die Probleme mit Teilen ihrer Fanszene nicht in den Griff bekommen, so sollten sie sie wenigstens auf ihr lokales Umfeld begrenzen. Der Spielausgang ist angesichts solcher Vorfälle absolut irrelevant.

  7. 11.

    Ich habe den Vorfall gegen Haifa aus der Ferne gesehen und konnte ihn erst nicht einordnen, umso erschütternder empfinde ich es jetzt. Leider gibt es auch bei uns jeden Menge Idioten in das eigene Reihen, mit Sicherheit ist es nicht die Mehrheit, aber vom viel zu vielen geduldet.

    Eisern

  8. 10.

    Schade dass sich diesem historischen Spiel nicht alle Unioner bewusst waren, sondern Fans von Maccabi Haifa rasistisch beleidigt haben.

  9. 9.

    Super Eiserne! So ein guter Fußball war in diesem städtischen Ausweichstadion schon lange nicht mehr zu sehen.

  10. 8.

    Schämt euch lieber für die antisemitischen Fans

  11. 7.

    25 000 !
    Saisonzuschauerrekord im Olympiastadion !

  12. 6.

    Gutes und überlegene Spiel und so wurde kurz vor 23 Uhr noch mal Charlottenburg lautstark von den Unionern geweckt.
    Wieder eine halbe Million Euro für den Klub eingefahren.

  13. 5.

    Ich bin Stolz auf Euch, Jungs :-)

  14. 4.

    Ich möchte gerne eine Stellungnahme des 1. FC Union über die antisemitischen Vorfälle gegen Fans von Maccabi. Wenn das keine Konsequenzen hat für die "Fans", die das getan haben, macht ihr euch mit denen gemein. Und an den RBB: darüber dürft ihr gerne auch berichten!

  15. 3.

    GLÜCKWUUUUNSCH!

  16. 2.

    Sieht gut aus :-).

  17. 1.

    Auf geht's Jungs. Rockt das Olympiastadion!!!!!

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