Interview | Unions Linksverteidiger Niko Gießelmann - "Wir haben eine gute Kabine"

Mo 13.09.21 | 14:07 Uhr
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Niko Gießelmann(Mitte) feiert mit seinen Unioner Teamkollegen Taiwo Awoniyi und Max Kruse seinen Treffer in Hoffenheim(Bild: imago images/Jan Huebner)
Audio: Inforadio | 12.09.2021 | Thomas Kroh | Bild: imago images/Jan Huebner

Niko Gießelmann fällt als Verteidiger beim 1. FC Union Berlin in dieser Saison vor allem mit Toren auf. Woran das liegt und warum der neue Kader wie ein eingeschworenes Team wirkt, sagt der 29-Jährige im Interview.

Niko Gießelmann wechselte zur Saison 2020/21 von Fortuna Düsseldorf zum 1. FC Union Berlin. In seiner ersten Spielzeit bei den Köpenickern fiel der 29-jährige Verteiidger kaum auf und verletzte sich in der Rückrunde.

In der aktuellen Saison spielt sich der linke Verteidiger nun ins Rampenlicht, da er neben seinen defensiven Aufgaben auch offensiv überzeugt. Schon zwei Mal traf der gebürtige Niedersachse in der Bundesliga und tritt dort immer wieder mit gefährlichen Torschüssen in Erscheinung. Woran das liegt und warum die Integration neuer Spieler beim Berliner Bundesligisten funktioniert, erzählt Niko Gießelmann im Interview.

rbb|24: Herr Gießelmann, Sie sind jetzt seit einem Jahr in Berlin. Wie gefällt es Ihnen an der Spree?

Niko Gießelmann: Ich habe mich gut eingelebt, das hat allerdings am Anfang coronabedingt etwas gedauert, aber ich bin in Berlin jetzt angekommen, auch sportlich. Deswegen bin ich sehr froh, hier zu sein.

Sie sind als Linksverteidiger regelmäßig vor dem Tor des Gegners anzutreffen. Wollten Sie eventuell doch Stürmer werden?

In der Jugend war ich tatsächlich Stürmer, im Herrenbereich auch offensiver, und dann hat sich das so entwickelt, dass ich Verteidiger werde und auch so Profi geworden bin. Allerdings ist es dem System von unserem Trainer Urs Fischer geschuldet. Wir spielen mit einer Art Fünferkette, in der die Außenverteidiger auch mit nach vorne rücken.

Früher beschränkten sich Defensivspieler aufs Verteidigen, heute sind gerade Außenverteidiger offensiv und konditionell gefordert. Macht Ihnen das Freude?

Es ist mein Job. Und der besteht nicht nur aus dem Verteidigen. Ich soll das Spiel von hinten mit einleiten, den Spielaufbau betreiben und den Ball ins Mittelfeld oder in den Angriff gut leiten.

Mit dem DFB-Pokal, der Europa Conference League und der Bundesliga erwartet Sie ein eng getakteter Spielplan. Wie bewältigen Sie diese Belastungen?

Klar sind englische Woche anstrengend, aber genau dafür haben wir bei Union ja einen großen Kader. Bisher haben wir das gut gelöst und keine verletzten Spieler zu beklagen. Man muss eben mit seinen Kräften gut haushalten, der Trainer muss rotieren und dadurch wird jeder Spieler zu seinen Einsätzen kommen. Das hat bisher gut funktioniert.

Beim Auftritt Ihres Teams in Helsinki wurden Sie von rund 300 Unionfans unterstützt. Was haben Sie damals gedacht?

Unfassbar. Unfassbar geil, was unsere Fans abreißen. Ich glaube, denen macht es auch große Freude, solche Auswärtsfahrten auf sich zu nehmen. Und ich gehe stark davon aus, dass wir in Prag, Haifa und Rotterdam einige Unionfans dabei haben werden, die dann ordentlich für Stimmung sorgen werden.

Der aktuelle Kader vom 1. FC Union Berlin hat ja mit dem aus der abgelaufenen Saison nur noch wenig zu tun. Und trotzdem greift ein Rädchen ins andere. Wie hat Ihr Klub das so schnell geschafft?

In erster Linie ist dafür der Trainer verantwortlich. Wir haben bei Union aber auch eine sehr gute Kabine. Wir integrieren die Spieler sehr gut. Die wissen dann schnell, was sie zu tun haben und wie sie sich zu verhalten haben.

Gibt es ein No-Go beim 1. FC Union Berlin?

Man sollte nicht zu spät kommen, man sollte sich respektvoll allen anderen gegenüber verhalten, eigentlich nichts besonderes. Ich bin vor einem Jahr super aufgenommen worden und habe relativ schnell alles verinnerlichen können.

Vielen Dank für das Gespräch.

Dieser Text ist eine redigierte Fassung. Das Interview führte Thomas Kroh für den Sport im Inforadio vom rbb. Das komplette Gespräch können Sie sich anhören, wenn Sie oben im Titelbild auf den Play-Button klicken.

Sendung: Inforadio, 12.09.2021, 17:23 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Ein gut geführtes Interview von Thomas Kroh mit einem sympathischen Spieler des FCU.

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