2:1 gegen die SpVgg Greuther Fürth - Hertha mit Kampfkraft und Moral

Herthas Torschütze Jurgen Ekkelenkamp (imago images/Matthias Koch)
Audio: inforadio | 17.09.2021 | Lars Becker | Bild: imago images/Matthias Koch

Hertha BSC hat den zweiten Bundesliga-Sieg innerhalb einer Woche erzielt. Gegen Aufsteiger Greuther Fürth gelang ein 2:1-Erfolg. Spielerisch klappte dabei erneut wenig. Dafür überzeugte insbesondere ein Einwechselspieler.

Zum Auftakt des fünften Spieltags in der Fußball-Bundesliga hat Hertha BSC mit 2:1 gegen die SpVgg Greuther Fürth gewonnen. Die Tore für die Berliner erzielten Jurgen Ekkelenkamp (61. Minute) und Maximilian Bauer (79., Eigentor). Für Fürth traf Branimir Hrgota per Elfmeter zur zwischenzeitlichen Führung (57.). Durch den Sieg rutscht die Mannschaft von Trainer Pal Dardai vorerst auf Rang neun der Tabelle.

Der Spielverlauf

Das Spiel begann zäh - und blieb es auch. Beide Mannschaften waren vor allem darauf aus, keine Torchancen zuzulassen. Für Offensivaktionen blieb so wenig Raum. Die Zuschauer mussten sich bis zur 15. Minute gedulden, ehe mit Lucas Tousart erstmals ein Herthaner an den Strafraum der Gäste kam, die den Schussversuch jedoch erfolgreich blocken konnten.

Eine Minute später folgte dann die einzig echte Torchance der ersten Halbzeit: Suat Serdar mit einem Solo über den halben Platz und damit fast mit einer Doublette seines Tores gegen den VfL Bochum. Größter Unterschied: Dieses Mal setzte Serdar seinen geschlenzten Torschuss vom Strafraumrand nicht in, sondern knapp neben das Tor. In der 25. Minute schließlich folgte der letzte und negative Höhepunkt aus Sicht der Herthaner. Abwehrchef Dedryck Boyata musste verletzungsbedingt vom Feld und wurde durch den erst 17-Jährigen Linus Gechter ersetzt.

Steigerung in der zweiten Halbzeit

Mit Beginn der zweiten Halbzeit wurde das Spiel etwas ansehnlicher, da vor allem die Hertha sich nun etwas offensiver präsentierte, blieb aber chancenarm. Die erste Offensivaktion der Fürther allerdings hatte sogleich Konsequenzen. Jeremy Dudziak drang in den Berliner Strafraum ein, wurde dort von Zeefuik gelegt und das Foul mit einem Strafstoß geahndet. Fürths Kapitän Branimir Hrgota verwandelte sicher (57.).

Doch die Antwort der Hertha ließ nicht lange auf sich warten. Eine Minute und 27 Sekunden nach seiner Einwechslung stieg Herthas Jurgen Ekkelenkamp bei einer von Marton Dardai getretenen Ecke höher als sein Gegenspieler und köpfte zum 1:1-Ausgleich ein. In der Folge drängte Hertha fast schon wild auf den Führungstreffer, positionierte sich insgesamt viel höher, ließ jedoch die nötige Präzision im letzten Drittel vermissen. Immer wieder brachten sich die Berliner so in aussichtsreiche Positionen rund um den Strafraum, ohne jedoch klare Torchancen herausspielen zu können.

So brauchte es fast zwangsläufig eine Standardsituation für den nächsten Hertha-Treffer. Nach einer zunächst abgewehrten Berliner Ecke flankte der eingewechselte Marco Richter in den Strafraum, wo Fürths Maximilian Bauer unter starker Bedrängnis von Ekkelenkamp den Ball ins eigene Netz beförderte (79.). Anschließend erinnerte die Partie und bis zum Abpfiff stark an die Anfangsphase: Es passierte nichts mehr.

Die Kurzanalyse

Zwei Mannschaften, die den Gegner zumeist erst in der eigenen Hälfte erwarteten und auf Konter lauerten. Und zeitgleich zwei Mannschaften, die jeweils Angst vor gegnerischen Kontern hatten. Zu wenige Hertha-Spieler beteiligten sich an den Offensiv-Bemühungen. Wenn, dann ging nur etwas durch Einzelaktionen, so wie bei der großen Chance durch Suat Serdar in der 16. Minute.

Erst nach dem Rückstand schoben die Berliner nun deutlich weiter nach vorn. Nun waren permanent Spieler im gegnerischen Strafraum. Zuspiele erreichten sie kaum. Auch wenn die Passquote der Herthaner (78 Prozent angekommen Zuspiele) die der Fürther noch übertraf (68 Prozent). So waren es fast zwangsläufig Standardsituationen, die das Spiel zugunsten der Mannschaft von Pal Dardai drehten.

Das sagt das Netz

Realismus statt "Big City Club":

Jugend forsch(t) bei der Hertha:

Pal Dardai gefällt das:

Das Spiel im Liveticker

Sendung: rbb24, 17.09.2021, 22 Uhr

9 Kommentare

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  1. 9.

    Sie haben natürlich völlig Recht.
    Ich erinnere mich da an ein 4:0 und 3:1 gegen den Stadtrivalen aus Köpenick.

  2. 8.

    Nun-ja, den Spielbericht las ich und ich bin dadurch zu dem Kommentar inspiriert worden. Vielleicht ist es für Sie einfacher meine Ironie zu verstehen, wenn ich Sie darauf hinweise, daß diese Mannschaft aus der Provinz zwei Tore schoss. Oder klarer formuliert: ich sah das Spiel gestern Abend und es war zum Abgewöhnen! Keine von beiden Mannschaften hat weder aufgrund ihrer Taktik noch bezüglich ihres balltechnischen Engagements mit dem gestrigen Auftritt etwas in der Bundesliga verloren.
    Und, nein. Ich hatte leider noch nichts getrunken. Ich fühlte mich aber so "schummrich" nachdem ich mich durch diesen Bericht gekaut hatte. ;-)))
    ... Aber, vielleicht klappt 's ja heute Abend. Ich werde mich bemühen... (Ironie off)

  3. 7.

    Leider gewinnt Hertha nur gegen zweitklassige Gegner und wird wieder gegen den Abstieg spieien.

  4. 6.

    Offenbar hatten Sie schon getrunken. Ihre Ausführungen ergeben null Sinn. Oder Sie lesen den Spielbericht einfach mal.

  5. 5.

    Mühsam ernährt sich die Hertha. Na ja drei Punkte wurden eingefahren.

  6. 4.

    Ein „gutes“ Spiel. Es zeigt, dass noch eine Menge zu tun ist und auch Siege gegen schwache Mannschaften nicht unbedingt leicht sind. Lieber mit Glück gewinnen als mit Pech zu verlieren. Hertha hat noch einen steinigen Weg vor sich.

  7. 3.

    ... Na, so'n echter Hauptstadt Club, der erkämpft sich natürlich einen Platz an der Sonne gegenüber so einer Spitzenmannschaft aus der Provinz, ähh, sorry, 2. Liga, natürlich. Schuldijung.
    Huiii, wie schnell die Hertha wieder um die Meisterschaft spielt...
    Jetzt gehe ich aber was TRINKEN. ;-)

  8. 2.

    Klasse, ein Sieg war wichtig und für die Moral war der Fight auch gut.

  9. 1.

    Gut gemacht - "alte Dame", aber ein bisschen Glück, mal so zum Logo des Gegners schielend, war auch dabei.
    Egal ... jetzt kann es spannend werden.

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