Union trifft auf Augsburg - (K)ein Angstgegner?

Do 09.09.21 | 18:00 Uhr
Union-Trainer Urs Fischer (r.) mit dem Ex-Augsburger Rani Khedira (imago images/O.Behrendt)
Audio: Inforadio | 11.09.2021 | Stephanie Baczyk | Bild: imago images/O.Behrendt

Der 1. FC Union ist in der Bundesliga seit 18 Heimspielen ungeschlagen, die letzte Niederlage gab es gegen den kommenden Gegner Augsburg. Gegen den FCA tat sich Union oft schwer, Sorgen macht sich Trainer Urs Fischer deshalb aber keine. Von Stephanie Baczyk

Das Personal

Das Personal sorgt bei Trainer Urs Fischer vor der Partie gegen den FC Augsburg für beste Laune. Alle Profis sind, Stand jetzt, einsatzbereit, auch die, die mit der Nationalelf unterwegs waren. "Wir haben wirklich keinen Verletzten", so der Schweizer auf der Spieltags-Pressekonferenz am Donnerstagmittag. "Ich hoffe, das können wir solange wie möglich beibehalten. Die Spieler sind gesund aus ihren Nationalmannschaften zurückgekehrt, haben zum Teil auch schon mitttrainiert oder regeneriert."

Nur Neuzugang und Linksverteidiger Bastian Oczipka steht am Samstag noch nicht zur Verfügung. Er hat sich den Sommer über mit einem Personal-Trainer fit gehalten, nachdem sein auslaufender Vertrag beim FC Schalke 04 nicht verlängert worden war. Der 32-Jährige trainiert zwar seit letzter Woche mit der Mannschaft und ist auch zuletzt beim Testspiel gegen Lichtenberg 47 eingewechselt worden, ein Bundesligaeinsatz kommt aber noch zu früh.

Die Form

Fünf Punkte aus drei Spielen, dazu im Pokal die zweite Runde und in der Europa Conference League die Gruppenphase erreicht - Unions Saisonstart kann sich sehen lassen. Auch, wenn Trainer Urs Fischer immer wieder betont, dass sich seine Jungs ob der vielen Neuzugänge auf dem Platz noch eingrooven müssen.

Linksverteidiger Bastian Oczipka, der erst vergangene Woche zum Team dazu gestoßen ist, lobte jüngst die Leistung im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach. "Insgesamt hat die Mannschaft es sehr sehr gut gemacht. Man hat gesehen, mit so einer Spielweise, wenn man mannschaftlich geschlossen auftritt, dass man einfach sehr viel erreichen kann." Die Dreifachbelastung sei ein Lernprozess, "wir werden unsere Erfahrungen machen", so Fischer.

Der Gegner

Der FC Augsburg, reist mit zwei – vom Ergebnis her – deutlichen Niederlagen und einem Unentschieden aus drei Bundesligapartien im Gepäck nach Köpenick und hat im Kalenderjahr 2021 von den letzten 24 Spielen 15 verloren. Aber: Die Fuggerstädter bereiten Union regelmäßig Probleme, konnten die letzten beiden Spiele für sich entscheiden. Das Team von Chef-Coach Fischer ist zwar seit mittlerweile beeindruckenden 18 Spielen ungeschlagen im Stadion An der Alten Försterei - die letzte Heimniederlage, datiert auf den 19. September 2020, kassierten die Berliner aber ausgerechnet gegen den FCA.

"Den Ausdruck Angstgegner brauche ich eigentlich nicht", winkt Fischer vor dem erneuten Aufeinandertreffen ab. "Weil wir vor niemandem Angst haben." Trotzdem warnt der 55-Jährige vor dem kommenden Gegner. "Sie sind sicherlich, wenn es um die Resultate geht, nicht optimal gestartet, aber ich habe mir alle drei Spiele ausführlich angesehen und muss dann schon sagen, im Spiel gegen Hoffenheim und gegen Leverkusen war das eng", so Unions Trainer. "Die letzten zehn, fünfzehn Minuten war es deutlich, aber bis dahin waren es ausgeglichene Spiele. Die hätten auch anders laufen können."

Für das Match jetzt erwartet der Schweizer den FCA nicht so tiefstehend wie noch beim letzten Mal in Augsburg.

Unioner im Fokus

Rani Khedira hat vor seinem Wechsel zu Union vier Jahre lang das Trikot des FC Augsburg getragen – jetzt läuft und kämpft er als Sechser im Dress der Eisernen. "Auf dem Platz, da spürt man ihn", beschreibt Urs Fischer seinen Sommer-Neuzugang. "Auch außerhalb des Platzes, wenn es um die Kabine geht – da trägt er seinen Teil dazu bei. Wenn es um Stimmung geht und darum, zu pushen. Ich glaube, da hat er die Erfahrung, die er in die Mannschaft bringen muss."

Khedira war bis jetzt sowohl in der Liga als auch in der Europa Conference League und im Pokal unter Fischer gesetzt. Und ja, er hat im Vorfeld dieser Partie auch ein bisschen über seine Zeit in Augsburg geplaudert. "Hat er, aber das erzähle ich natürlich nicht weiter", so Fischer mit einem Augenzwinkern.

Besonderheiten

Vor dem letzten Heimspiel gegen Augsburg waren sie das große Thema: die Torhüter. In besagtem Sommer wechselte Ex-Union-Keeper Rafal Gikiewicz zum FCA – und Andreas Luthe wiederrum zu den Eisernen. Beide haben sich als Stammkräfte bei ihren Klubs etabliert – Luthe gibt mit starken Leistungen Woche für Woche den stabilen Rückhalt der Köpenicker, hat sich in der vergangenen Saison gegen Konkurrent Loris Karius im Duell um die Nummer eins im Kasten durchgesetzt.

"Also Rafa will immer gewinnen", sagt Urs Fischer vor der Partie über seinen ehemaligen Schützling und schiebt mit einem Schmunzeln hinterher: "Er will vor allem speziell gegen Union gewinnen. Rafa hat seine Art, ich finde die gut – wenn auch vielleicht nicht immer. Aber wir haben mit Andi auch einen, der gewinnen will."

Sendung: rbb24, 09.09.2021, 22 Uhr

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