Union Berlin trifft auf Bielefeld - Mit personellem Luxus und Insider-Infos

Union-Profi Max Kruse beim individuellen Training. / imago images/Matthias Koch
Audio: Inforadio | 23.09.2021 | Johannes Mohren | Bild: imago images/Matthias Koch

Die erste Niederlage der Bundesliga-Saison in Dortmund ist abgehakt. Gegen Bielefeld will Union nun wieder punkten. Personell sieht es bestens aus für Trainer Urs Fischer - und er kann auf einen besonderen Tippgeber bauen. Von Johannes Mohren

 

Das Personal

Urs Fischer ist in einer Luxussituation. Dem Trainer des 1. FC Union steht beim Heimspiel gegen Bielefeld (Samstag, 15:30 Uhr) voraussichtlich sein kompletter Kader zur Verfügung. Einzig Innenverteidiger Robin Knoche ist noch ein Wackelkandidat. "Er hat sich heute verletzt. Mehr kann ich dazu leider noch nicht sagen. Er wird untersucht", berichtete Fischer bei der Pressekonferenz am Donnerstag. In Bedrängnis brächte den Schweizer ein Ausfall nicht. "Wir haben nach wie vor genügend zentrale Verteidiger. Da mache ich mir überhaupt keine Sorgen."

Fischer hat Alternativen und das auf allen Positionen. Gerade in der Offensive ist der Konkurrenzkampf groß. Max Kruse ist - nach seiner Knöchelverletzung aus dem Dortmund-Spiel und Individualtraining am Mittwoch - wieder voll einsatzfähig. Er und Taiwo Awoniyi dürften somit auch gegen Bielefeld die erste Wahl für die Startelf sein. Dahinter machen Andreas Voglsammer, Kevin Behrens und Co. weiterhin gehörig Druck. Er nehme den Konkurrenzkampf sehr positiv wahr, sagte Fischer - und: "Natürlich sind die Jungs enttäuscht, wenn sie nicht beginnen und natürlich macht der ein oder andere die Faust im Sack. Aber entscheidend ist, was er macht, wenn er reinkommt und gefragt ist. Da haben sie die richtige Antwort geliefert."

Es fehlt: womöglich Robin Knoche (genaue Verletzung noch unklar)

 

Die Form

Zuletzt gab es für Union die ersten beiden Pflichtspiel-Niederlagen. In Prag und Dortmund zeigten die Köpenicker bei Top-Teams nach Unterzahl und Rückständen zwar viel Moral - die Willenskraft zahlte sich aber am Ende nicht in Punkten aus. "Natürlich ist man nicht zufrieden, wenn man die Spiele verliert. Es gibt einige Dinge, an denen wir arbeiten müssen, um noch besser zu verteidigen und die Gegentore nicht zu bekommen", sagte Stürmer Andreas Voglsammer.

Der Gegner

Vier Unentschieden, eine Niederlage: Arminia Bielefeld ist - neben Frankfurt und Fürth - die einzige Mannschaft, die in dieser Saison noch nicht gewonnen hat. Das zentrale Manko der Ostwestfalen? Die Offensive. 0:0, 1:1, 1:1, 1:3, 0:0: In fünf Spielen haben sie nur drei Mal getroffen. Nur Augsburg jubelte seltener. "Wir haben in den Phasen mit den klaren Chancen, die wir in den Spielen hatten, nicht gekillt", sagte zuletzt Trainer Frank Kramer bei Sky - und: "Wir haben einfach nicht den Deckel drauf gemacht und das ist etwas, was uns noch fehlt."

Trotz der Sturmflaute warnte Fischer vor dem Gegner. Der furiose 5:0-Heimsieg aus der Vorsaison sei kein Maßstab mehr. "Das Spiel ist ein Jahr her. Das sollte man nicht mehr herbeiziehen. Bielefeld hat sich wirklich stabilisiert. So leicht werden sie es uns nicht mehr machen", sagte der 55-Jährige. Die Arminia sei "sehr kompakt und sehr griffig". Mit einer besonderen Qualität: "Sie haben über lange Bälle über den Torwart und Zielspieler Fabi Klos eine echte Waffe", so Fischer. Es werde also Geduld brauchen. "Es wird ein ganz, ganz enges Spiel."

Unioner im Fokus

Niemand in Köpenick kennt die Arminia so gut wie Andreas Voglsammer. Mehr als fünf Jahre spielte der Stürmer für Bielefeld - und traf in dieser Zeit fast 50 Mal. Bei Union ist er vor allem als Joker gefragt. In den ersten fünf Bundesliga-Partien wurde der 29-Jährige fünf Mal eingewechselt und bekam Lob vom Trainer: "Er hat das in den letzten Spielen wirklich gut gemacht, ist reingekommen und hat nochmals Schwung gebracht", sagte Fischer.

 

In Dortmund erzielte Voglsammer nun auch sein erstes Liga-Tor für Union. An ihm zeigte sich zuletzt stellvertretend die Qualität von Unions zweiter Offensiv-Reihe hinter Kruse und Awoniyi. Vor dem Duell gegen seinen Ex-Klub hat der Stürmer nun eine weitere wichtige Rolle: Er ist Fischers Arminia-Insider. Der Trainer setzt gegen die Ostwestfalen auch auf das Wissen seines Stürmers. "Ich habe mich heute nochmals mit ihm unterhalten. Er konnte mir schon den einen oder anderen Tipp geben", sagte er - "Aber das behalte ich für mich."

 

Besonderheiten

2G oder 3G? Das ist aktuell auch in der Bundesliga die große Frage und sie sorgt für eine Menge Durcheinander. Das Vorgehen der Vereine ist unterschiedlich - und das nicht zuletzt auch, weil die Vorgaben der Bundesländer variieren. Christian Arbeit, Geschäftsführer Kommunikation beim 1. FC Union, bekräftigte auf der Pressekonferenz nun noch einmal, was der Verein schon zwei Tage zuvor mitgeteilt hatte: Die 2G-Option, die weniger Abstände und mehr Zuschauer ermöglichen würde (und es bei anderen Vereinen wohl auch ganz konkret tut), ist für den Klub aus Köpenick aktuell keine.

"Solange in der Berliner Verordnung die strengstmögliche Variante gewählt wird, wird es sich nicht realisieren lassen. Es gab einen gemeinsamen Call aller großen Berliner Profiklubs mit der Senatsverwaltung für Sport: Es kann niemand umsetzen", sagte Arbeit. So werden gegen Bielefeld weiterhin 11.006 Zuschauer unter 3G-Bedingungen ins Stadion An der Alten Försterei kommen. Unter der Überschrift "2G-Option nicht umsetzbar" hatte der Verein zuvor darauf hingewiesen, dass die Regelung außer den Zuschauern auch die Klub-Mitarbeiter sowie das Personal des Gastvereins und aller Dienstleister, Verbände und Behörden im Stadion umfasse. Um diesen Personengruppen den Zutritt nicht verweigern zu müssen, "ist die 2G-Option für den 1. FC Union Berlin nicht umsetzbar", so die Stellungnahme.

Sendung: rbb UM6, 23.09.2021, 18:15 Uhr

Beitrag von Johannes Mohren

3 Kommentare

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  1. 3.

    Wir sind alle Unioner, egal ob geimpft oder nicht. U.N.V.E.U.

  2. 2.

    Seltsam dass 2G hier angeblich nicht funktioniert,
    In anderen Stadien aber problemlos umsetzbar ist.





  3. 1.

    Wir dürfen gespannt sein! Ich halte "alles" für möglich... (also z. B., dass Arminia 2:0 gewinnt, oder der Laschet am Sonntag auch noch, also wie gesagt, "alles"...) ;-)

    Und wenn dann das "alles" am Samstag durch ist, warten wir gespannt, ob der kleine Armin aus Aachen-Burtscheid auch das Rennen macht, frei nach "Et hätt noch immer jot jejange" - was man für die Partie Union-Arminia auch bitte mal anwenden könnte ;-)

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