Landespokal Brandenburg - Cottbus meldet versuchte Spiel-Manipulation

Die Eckfahne im Cottbuser Stadion der Freundschaft(Bild: imago images/Fotostand)
Audio: Inforadio | 05.09.2021 | Andreas Friebel | Bild: imago images/Fotostand

Im Brandenburgischen Fußball-Landespokal bahnt sich ein Skandal an: Kurz vor Anpfiff der Zweitrunden-Begegnung beim Ludwigsfelder FC machte Energie Cottbus eine mögliche versuchte Spielmanipulation öffentlich. Laut Verband ist das kein Einzelfall.

Die zweite Runde im Brandenburger Landespokal wird durch eine mögliche versuchte Spielmanipulation überschattet. Kurz vor Anpfiff des Duells von Regionalligist Energie Cottbus beim eine Klasse tiefer spielenden Oberligisten Ludwigsfelder FC am Samstag erhoben die Lausitzer auf ihrer Webseite Manipulationsvorwürfe [fcenergie.de]: "Mehrere Spieler des FC Energie Cottbus [haben] Angebote zur Spielmanipulation für die Partie im AOK-Landespokal Brandenburg beim Ludwigsfelder FC erhalten", heißt es dort.

Ein Spieler von Partie ausgeschlossen

Die betroffenen Spieler hätten die Angebote zur Manipulation dem Verein mitgeteilt, der dann sowohl den Landesverband als auch den Ludwigsfelder FC informierte und dann in Absprache mit allen Beteiligten den Vorgang öffentlich machte.

Ludwigsfeldes Präsident Marcel Penquitt sagte am Samstagnachmittag der Deutschen Presse-Agentur, dass ein Spieler von Energie Cottbus über die sozialen Medien mit einem entsprechenden Angebot kontaktiert worden war. Am Samstagvormittag hatten dann der Präsident des Brandenburger Fußball-Verbands (FLB) Jens Kaden, Cottbus-Präsident Sebastian Lemke und Penquitt beschlossen, den betroffenen Spieler von der Begegnung auszuschließen und das Pokalspiel auszutragen. "Das ging alles sehr professionell", sagte Penquitt.

Der FC Energie kündigte an, den "Ermittlungsbehörden sämtliche Informationen zur strafrechtlichen Verfolgung zur Verfügung stellen".

Ernsthaftigkeit des Angebots noch unklar

Wie ernsthaft der Versuch einer Spielmanipulation wirklich war, ist derweil noch unklar. Am Montag will sich Energie Cottbus mit dem Fußball-Landesverband über weitere Schritte abstimmen. Das Stellen einer Strafanzeige gilt als ziemlich sicher. Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ist inzwischen über den Vorfall informiert. Auffällige Wetten für die Cottbuser Pokalpartie hatten dessen Kontrollmechanismen allerdings nicht gezeigt.

Ein Sprecher des Brandenburger Fußball-Verbands bestätigte am Sonntagnachmittag gegenüber rbb|24, dass es das identische Angebot einer Spielmanipulation über Instagram kürzlich auch bei drei weiteren Vereinen aus der Regionalliga Nordost gegeben hätte und bezifferte die dargebotene Summe auf 100.000 Euro.

Auf Nachfrage äußerte sich am Sonntagnachmittag der Cheftrainer des Regionalliga-Spitzenreiters BFC Dynamo, Christian Benbennek, ebenfalls zu dem Vorfall. Er höre so etwas immer wieder und fände es gut, wie Cottbus darauf reagiert hätte. "Wir würden es genauso machen. Wir sollten zuerst einmal Sportler sein und so etwas sofort anzeigen", sagte der 48-Jährige.

Cottbus gewinnt Spiel sportlich

Auf dem Rasen gab sich Energie trotz all der Turbulenzen keine Blöße und erreichte durch einen 2:0 (1:0)-Sieg die dritte Runde des Landespokals. Die Tore in Ludwigsfelde erzielten Erik Engelhardt (36.) und Nikos Zografakis (65.).

Sendung: rbbUM6, 04.09.2021, 18 Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    Keine Ahnung, ich trinke nur Tee.
    Aber ich kann ihnen sagen, daß man die beste Zitronencremetorte sowieso nur bei Konditorei Schlumpfmann bekommt.

  2. 1.

    Hat das Cafe King wieder geöffnet?

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