Mögliche versuchte Spielmanipulation - Energie Cottbus stellt keine Strafanzeige - Staatsanwaltschaft übernimmt

Die Spieler vom FC Energie Cottbus bilden einen Mannschaftskreis zum Schulterschlus (Bild: imago images/Weiland)
Audio: Inforadio | 06.09.2021 | Andreas Friebel | Bild: imago images/Weiland

Kurz vor der Landespokal-Begegnung beim Ludwigsfelder FC machte Energie Cottbus eine mögliche versuchte Spielmanipulation öffentlich. Nach einem Austausch zwischen Verein und Verband übernimmt nun die Staatsanwaltschaft Bochum.

Im Fall der möglichen versuchten Spielmanipulation vor dem Landespokalspiel von Energie Cottbus am Wochenende wird der Fußball-Regionallist von sich aus keine Strafanzeige stellen. Das teilte der Verein dem rbb am Montagmorgen mit. Alle Fälle werden nun der Staatsanwaltschaft Bochum übergeben. Dort sitzen die Experten für möglichen Wettbetrug.

Identische Angebote erreichten auch andere Vereine

Wie der Verein weiter mitteilte, haben sich die Cottbuser auch mit dem Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) ausgetauscht. Der Verein hat demnach sämtliche Unterlagen zur Aufklärung des Falls an den Verband geschickt. Der sammelt nun weitere Meldungen, denn auch Spieler anderer Vereine haben über Instagram das identische vermeintliche Angebot zur Spielmanipulation erhalten. Das hatte ein Sprecher des Brandenburger Fußball-Verbands (FLB) bereits am Sonntagnachmittag rbb|24 bestätigt. Es soll sich um drei weitere Vereine der Regionalliga Nordost handeln. Die dargebotene Summe soll bei 100.000 Euro liegen.

Wie ernsthaft das Angebot zur Spielmanipulation war, ist noch unklar. Beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) hätten die Kontrollmechanismen keine auffälligen Wetten für die Cottbuser Pokalpartie gezeigt. Sportlich war Cottbus durch einen 2:0 (1:0)-Sieg in die dritte Runde des Landespokals eingezogen.

Energie Cottbus machte Manipulationsvorwürfe am Sonnabend öffentlich

Kurz vor Anpfiff des Duells von Regionalligist Energie Cottbus beim eine Klasse tiefer spielenden Oberligisten Ludwigsfelder FC am Samstag hatten die Lausitzer auf ihrer Webseite Manipulationsvorwürfe erhoben [fcenergie.de]: "Mehrere Spieler des FC Energie Cottbus [haben] Angebote zur Spielmanipulation für die Partie im AOK-Landespokal Brandenburg beim Ludwigsfelder FC erhalten", heißt es dort.

Die betroffenen Spieler hätten die Angebote zur Manipulation dem Verein mitgeteilt, der dann sowohl den Landesverband als auch den Ludwigsfelder FC informierte und dann in Absprache mit allen Beteiligten den Vorgang öffentlich machte.

Ludwigsfeldes Präsident Marcel Penquitt sagte am Samstagnachmittag der Deutschen Presse-Agentur, dass ein Spieler von Energie Cottbus über die sozialen Medien mit einem entsprechenden Angebot kontaktiert worden war. Am Samstagvormittag hatten dann der Präsident des Brandenburger Fußball-Verbands (FLB) Jens Kaden, Cottbus-Präsident Sebastian Lemke und Penquitt beschlossen, den betroffenen Spieler von der Begegnung auszuschließen und das Pokalspiel auszutragen. "Das ging alles sehr professionell", sagte Penquitt.

Sendung: rbbUM6, 04.09.2021, 18:00 Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    Der Vorstand weiß sehr wohl, dass es eine strafbare Handlung wäre. Warum man von einer Strafanzeige absieht? Sehr speziell.

  2. 1.

    Mmm, da schickt irgendein Witzbold per Instagram anscheinend wahllos Angebote über jeweils 100.000€ an Spieler verschiedener Brandenburger Vereine, und Energie Cottbus nimmt einen dieser Spieler aus der Aufstellung fürs Pokalspiel. Warum, denn das? - frage ich mich doch etwas verwundert.

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