Ex-Unioner Mattuschka eröffnet Kneipe - "Ich werde für die Gäste da sein"

Torsten Mattuschka
Bild: imago images/Matthias Koch

Torsten Mattuschka gilt als eine zentrale Identifikationsfigur von Union Berlin. Nun will der Vereinsbotschafter eine Kneipe eröffnen und damit eine neue Begegnungsstätte schaffen. Dabei muss er noch ein paar Hürden bewältigen. Von Shea Westhoff

Sie eröffnen eine Kneipe in Köpenick. Warum?

Das hat sich kurzfristig ergeben. Die Idee einer Sportbar kam vor acht Wochen auf, weil der Ex-Besitzer des Coe (Unioner Fankneipe, d. Red.) die Miete nicht mehr zahlen konnte. Ich eröffne die Kneipe zusammen mit einem engen Freund, Thomas (Lehmann, d. Red.), und seiner Partnerin Melli (Melanie Gudereit, d. Red.), die viel Gastro-Erfahrung hat. Wir wollten eine urige Kneipe entstehen lassen, in der man sich wohlfühlt und wo jeder weiß: Hier kann ich paar Stunden mit Freunden verbringen und Fußball, Handball oder Basketball schauen.

Was gab es zu tun?

Wir haben vieles umgebaut. Ich bin gelernter Maler und Lackierer, also habe ich viel gestrichen, Thomas hat vor allem das Handwerkliche übernommen und Melli hat sich um das Administrative gekümmert. Außerdem haben wir viel Unterstützung bekommen von Freunden, diese Hilfe war extrem wichtig.

Was ist die größte Herausforderung?

Die Anträge bei den Ämtern. Wir müssen lange auf Antwort warten. Das nervt mich echt. Wir wollen eine Begegnungsstätte für Menschen eröffnen in dieser schwierigen Zeit und müssen nun ausharren, bis wir die Genehmigung kriegen. Ohne, dass ich da genauere Einblicke hätte, würde ich sagen: Das könnte man schneller hinkriegen.

Wann werden Sie eröffnen?

Ich hoffe, dass es Ende September noch klappt.

Werden Sie selbst hinter der Theke stehen?

Wenn ich Zeit habe, dann ja. Aber ich bin ja auch noch Co-Trainer (bei VSG Altglienicke, d.Red.) und TV-Experte bei Sky, ich werde deswegen nicht immer vor Ort sein können. Aber wenn ich da bin, dann kann mir jeder Fragen stellen, dann werde ich für die Gäste da sein.

Hätten Sie zu aktiven Zeiten gedacht, dass Sie in Ihrer eigenen Kneipe einmal Union-Europapokal-Spiele zeigen können?

Nee, Europapokal noch nicht. Das war zu meiner aktiven Zeit ganz weit weg. Der Aufstieg in die erste Liga hat sich zu meiner Zeit leider nicht ergeben.

Was sind derzeit die Erfolgsfaktoren bei Union?

Ich glaube Ruhe ist das Allerwichtigste. Dass ein Trainer Zeit hat, sich was aufzubauen. Und die gab es in den letzten Jahren bei Union. Hinzu kommt: Es gab seit vielen Jahren kaum Missgeschicke in der Trainerwahl. Besonders Urs Fischer ist zwischenmenschlich Bombe, das passt einfach. Und Dirk Zingler (der Union-Präsident, d.Red.) hat immer Ruhe bewahrt, auch wenn es mal nicht so lief.

Welcher Spieler begeistert Sie besonders?

Bei Union geht es doch ums Kollektiv, das hat uns immer ausgezeichnet. So sind wir damals zu meiner Zeit bis in die zweite Liga aufgestiegen, und das macht auch die aktuelle Mannschaft aus. Klar: Max Kruse ist ein Freigeist, du musst ihm seine Freiheiten geben, damit er funktioniert, so war es bei mir früher auch. Aber wie die Mannschaft auch am vergangenen Sonntag gemeinsam beim zwischenzeitlichen 0:3 gegen Dortmund zurückgekommen ist und zwei Tore schießt, das ist einfach eine Leistung des Zusammenhalts. Wenn Erling Haaland dann nicht das Traumtor zum 4:2 geschossen hätte, wäre vielleicht sogar noch ein Punkt rausgesprungen.

Wie verfolgen Sie die Union-Spiele?

Wenn es irgendwie geht und ich Zeit finde, bin ich im Stadion.

Auch zu europäischen Auslandsreisen?

Wenn meine Frau mir das Go gibt, ja. Ich stand zuletzt im Union-Fanblock beim Conference-League-Spiel in Prag gegen Slavia. Unglaubliche Stimmung. Das kriegt man als Spieler auf dem Platz ja nur teilweise mit. Aber wenn man mittendrin steht – die Unterstützung ist einfach nur krass. Union-Fans wollen einfach sehen, dass die Spieler nicht aufgeben. Das geben die dann auch zurück. Jeder einzelne Fan hat für Furore gesorgt.

Sendung: Inforadio, 22.09.2021, 15.15 Uhr

7 Kommentare

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  1. 6.

    Das freut mich für die Fans und Kneipengäste und ich wünsche dem Trio gutes Gelingen beim Betrieb der Kneipe!
    Erst kürzlich habe ich beim Anschauen eines Zweitligaspiels mit Mattuschka als Co-Kommentator gedacht, dass es bestimmt eine vergnügliche Sache wäre, mit ihm mal einen Abend gemeinsam in einer Kneipe zu verbringen.

  2. 5.

    Coole Sache - da werde ich bei Gelegenheit mal einkehren.

    Hier noch der Bericht vom 'zibb' Magazin:
    https://www.rbb-online.de/zibb/archiv/20210917_1827/torsten-mattuschka-eroeffnet-kneipe-in-berlin.html

  3. 4.

    Gutes Gelingen und viel Erfolg und vor allem: gute Atmosphäre und Spaß.

  4. 3.

    kleiner Hinweis: "Matte" ist kein "Ex- Unioner", sowas gibt's nämlich nicht !!!! er ist Ex Spieler von Union !!!!! und ich wünsche ihm viel Erfolg, gute Idee

  5. 2.

    Tuschi und ne eigene Kneipe....das passt wie der Arsch uffn Nachtopp :-)

  6. 1.

    viel erfolg;)

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