Union vor dem Spiel gegen Dortmund - "Ich kenne keine Mannschaft, die das so spielt"

Union-Trainer Urs Fischer gestikuliert (Foto: imago images / Michael Weber)
Bild: imago images / Michael Weber

Der erste Auftritt in der Conference-League-Gruppenphase bedeutete für den 1. FC Union auch die erste Pflichtspiel-Niederlage der Saison. Zeit zum Verarbeiten bleibt allerdings nicht: Am Sonntag steht mit dem BVB eine schwere Aufgabe bevor. Von Lukas Witte

Das Personal

"Im Vordergrund stand, gut zu regenerieren", beschrieb Trainer Urs Fischer bei der Pressekonferenz die Trainingsvorbereitung auf die Partie in Dortmund. Fit und ausgeruht soll seine Mannschaft nach nur zwei Tagen Spielpause am Sonntag den Platz betreten. Immerhin kann er dabei personell aus dem Vollen schöpfen. Nicht einen verletzten Spieler haben die Köpenicker derzeit zu beklagen.

Auch der zuvor mit muskulären Problemen angeschlagene Kevin Möhwald hat sich erholt und würde der Mannschaft wieder zur Verfügung stehen. Ein Einsatz gegen den BVB ist aber unwahrscheinlich. Trainer Fischer will hier lieber auf Nummer sicher gehen: "Er konnte heute normal trainieren, aber aus unserer Sicht kommt das noch ein bisschen zu früh."

Durch die Belastung unter der Woche sind Wechsel in der Startelf am Sonntag aber durchaus wahrscheinlich. Auch wenn der Trainer im Vorfeld noch nicht zu viele Informationen preisgeben wollte: "Es ist möglich, dass der ein oder andere Wechsel stattfinden wird, aber mehr werde ich dazu nicht sagen."

Es fehlen: Abdullahi (nicht berücksichtigt), Dehl (nicht berücksichtigt), Schneider (nicht berücksichtigt)

Die Form

In Prag erlebte Union zwar die erste Pflichtspiel-Niederlage der Saison, schlecht verkauft hat sich das Team dabei aber nicht. Mehr als 50 Minuten spielten sie nach der Gelb-Roten Karte gegen Verteidiger Jaeckel in Unterzahl. Trotzdem bewies Union wie immer bis zum Schluss Kampfgeist.

"Ich finde, wir haben ein gutes Spiel gemacht. (…) Das sollte dir dann schon auch ein gutes Selbstvertrauen geben", analysierte Trainer Fischer den Auftritt in der Conference League. Und mit dieser Einstellung will sich Union nun auf die Aufgabe gegen Dortmund konzentrieren, auch wenn diese sicherlich keine leichte wird.

Der Gegner

Auch die Dortmunder mussten unter der Woche im europäischen Geschäft ran. Mit 2:1 gewannen sie ihr Champions-League-Spiel in Istanbul gegen Besiktas. Und auch in der Bundesliga konnte der BVB zuletzt einen wichtigen Sieg gegen Leverkusen verzeichnen und steht somit auf Tabellenplatz Drei.

Gespielt wird bei den Schwarz-Gelben nach dem Motto: Viele Tore schießen – viele Tore kassieren. Das Torverhältnis von 13:9 offenbart nämlich neben der Offensivstärke auch einige Schwächen in der Defensive. Kann Union diese ausnutzen? Urs Fischer möchte sich jedenfalls nicht verstecken: "Wenn du den Ball hast, musst du mutig sein, musst du dir auch was zutrauen."

Trotzdem weiß der Schweizer um die individuelle Klasse und das grandiose Umschaltspiel des Gegners: "Ich kenne keine Mannschaft, die das so spielt wie Dortmund. In einer Geschwindigkeit, in einer Präzision. Ich muss sagen, es macht Spaß, dann eben auch zuzuschauen."

Unioner im Fokus

Ein Kandidat für die Startelf in Dortmund könnte Sheraldo Becker sein. Mit seiner Geschwindigkeit hatte er bereits nach seiner Einwechslung in Prag für viel Unruhe beim Gegner gesorgt und die Vorlage zum zwischenzeitlichen 1:1 gegeben. Gegen Dortmund könnte er eine gute Alternative zu Max Kruse sein.

Für einen anderen führt der Weg wohl aber wieder raus aus der Startelf: Paul Jaeckel machte bei der Partie in Prag eine unglückliche Figur. Er wirkte nervös, war anfällig für Fehler und bereits nach 39 Minuten ging es für den 23-Jährigen frühzeitig unter die Dusche. Gelb-Rot nach einem taktischen Foul. "Er hat eine falsche Entscheidung getroffen, aber genau dafür sind Spiele da. (…) Von unserer Seite gibt es gar keinen Vorwurf", beruhigte Fischer.

Besonderheiten

Bei der Pressekonferenz sollte es nicht nur um Fußball gehen. Die Eisernen hatten für die Rückreise aus Prag das Flugzeug benutzt, was Fragen nach dem ökologischen Fußabdruck des Vereins hervorrief. Christian Arbeit betonte, dass es bei der Wahl des Transportmittels vor allem um schnelle Erholung ging. "Ich glaube, im eigenen Bett schläft man am besten. Da beginnt eben schon Regeneration", ergänzte Urs Fischer.

Christian Arbeit verkündete außerdem, dass man etwas über 500 Tickets für das Spiel in Dortmund verkauft habe. 1.250 Karten hätten den Eisernen zugestanden. Ob durch die neuen Regelungen zur Eindämmung der Pandemie in Berlin das Stadion an der Alte Försterei beim nächsten Heimspiel gegen Bielefeld endlich wieder voll ausgelastet sein wird, ließ Arbeit noch offen: "Da schauen wir uns jetzt mal genau den Verordnungstext an und versuchen zu verstehen, was denn unter welchen Umständen genau möglich ist."

Sendung: Inforadio, 19.09.2021, 10 Uhr

Beitrag von Lukas Witte

7 Kommentare

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  1. 7.

    Okay, nur 4:2. Aber es wird hoffentlich besser. Die Abwehr ist noch echt schlapp

  2. 5.

    Nur weil man aus NRW ist muss man nicht alle dortigen Mannschaften anfeuern. Die Arminia ist mir egal. Der BVB nich.

  3. 4.

    Hi hi, heute BVB- und nächstes WE dann wohl Bielefeld Fans. Ihr seid mir schon drei lustige Gesellen.

    Und tja, das wird ein sehr schweres Spiel heute. Da heißt es kompakt stehen, gemeinsam verteidigen und auch mal mutig nach vorne zu spielen. Aber das wissen die Spieler ja.

  4. 2.

    Spieltach 19.09. Das wird ein Fest. Heimsieg und dann weiter.

  5. 1.

    In NRW verarbeitet man Eisen sehr gerne ;-)

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