Brandenburger Radsportler - Olympiastarter Maximilian Levy erklärt Rücktritt

Der Radrennsportler Maximilian Levy(Bild: imago images/Mausolf)
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Video: Brandenburg aktuell | 13.09.2021 | Jonas Schützeberg | Bild: imago images/Mausolf

Nach mehr als 20 Jahren als Radsportprofi hat Maximilian Levy am Montag seinen Rücktritt vom Leistungssport erklärt. Der Cottbuser wolle sich nun mehr um seine Familie und ab Januar auch um junge Radsport-Talente kümmern. Von Andreas Friebel

Der Cottbuser Bahnradsportler Maximilian Levy beendet seine Karriere als Profi. Es sei der richtige Moment, sagte Levy am Montag über seinen Abschied.

Mehr als 20 Jahre saß er im Sattel, war in dieser Zeit bei vier Olympischen Spielen dabei und holte dort drei Medaillen. "Ich glaube, ich habe jetzt alle Ziele erreicht. Mit der vierten Olympiateilnahme habe ich zudem gezeigt, dass ich das Radfahren auf höchstem Niveau noch immer beherrsche."

Stürze prägten Levys Karriere

Mit zehn Jahren stieg der Cottbuser erstmals auf das Rad, überzeugte schnell im Nachwuchs und holte sich 2004 bei der Junioren-WM erstmals Gold. Doch Radsportler leben gefährlich: Schlüsselbeinbrüche und kaputte Rippen gehören zum Alltag. Mehrfach musste Levy deshalb operiert werden. Richtig schlimm erwischte es ihn bei der Bahnrad-Weltmeisterschaft 2014 in Kolumbien. In Cali stürzte er und brach sich das Schlüsselbein. Weil er falsch behandelt wurde, entzündete sich die Wunde und Levy musste längere Zeit mit starken Antibiotika behandelt werden. Fast zwei Jahre verlor er so. Seine Karriere stand auf der Kippe.

Ersthelfer bei Unfall von Kristina Vogel

Auch wenn der 34-Jährige immer wieder aufstand, brachte ihn ein anderer Sturz dem Ende seiner Profisportlerlaufbahn ziemlich nah. Als Olympiasiegerin Kristina Vogel im Sommer 2018 beim Training auf der Bahn in Cottbus schwer verunglückte, war Levy als Erster vor Ort und hielt ihre Hand, bis Rettungskräfte eintrafen. "Dieser Moment wird mich ein Leben lang begleiten. Das nehme ich mit in mein Grab. So ein Erlebnis kann man nicht löschen."

Levy startete nach dem Unfall eine Spendenaktion für Kristina Vogel. In kürzester Zeit kamen so mehr als 100.000 Euro zusammen. Der 34-Jährige war auch außerhalb der Bahn ein Kämpfer, der nie den leichtesten Weg ging. So zum Beispiel im November 2020, als der Bund Deutscher Radfahrer seine Teilnahme an der EM Corona-bedingt absagte.

Doch Levy befand sich in Topform, wollte diese Absage nicht hinnehmen. Deshalb reiste er auf eigene Kosten nach Bulgarien und wurde Doppel-Europameister. Mit tränenerstickter Stimme sprach er danach von "einem Erfolg über den ich mich sehr freue." Denn der Cottbuser wusste, es war eines seiner letzten großen Rennen. "Das so abzuschließen, ist einfach nur toll."

Noch ein paar Rennen aus Spaß

Bis zum Ende des Jahres will Levy hier und da noch ein paar Rennen einfach so aus Spaß fahren. Und dann wird er sich um den Nachwuchs kümmern. Zunächst einmal um seine drei Kinder, die sich freuen, dass der Papa nun häufiger zu Hause ist. Und ab Januar dann auch als Nachwuchstrainer beim Bund Deutscher Radfahrer.

Sendung: Inforadio, 13.09.2021, 11:16 Uhr

Beitrag von Andreas Friebel

1 Kommentar

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  1. 1.

    Rücktritts sollten Politiker häufiger erklären. Herr Levy beendet einfach seine Karriere.

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