Im letzten Rennen seiner Karriere - Tony Martin holt WM-Gold

Tony Martin (imago images/Pool Simon Wilkinson)
Audio: inforadio | 22.09.2021 | Holger Gerska | Bild: imago images/Pool Simon Wilkinson

Der Cottbuser Tony Martin hat sich mit einem weiteren Titel in den Radsport-Ruhestand verabschiedet. In seinem letzten Profirennen gewann der 36-Jährige bei der WM in Belgien am Mittwoch Gold mit der Mixed-Staffel. Für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) war es die zweite Medaille bei den laufenden Titelkämpfen.

Martin beendete das insgesamt 44,5 km lange Rennen an der Seite von Max Walscheid (Neuwied), Nikias Arndt (Buchholz) sowie den Bahn-Olympiasiegerinnen Lisa Brennauer (Durach), Lisa Klein (Saarbrücken) und Mieke Kröger (Bielefeld) in 50:49 Minuten. Das Podium komplettierten die Teams aus den Niederlanden (+0:13 Minuten) und Italien (+0:38).

Fünf Etappen-Siege bei der Tour de France

Das Männer-Trio um Martin war als drittletztes Team gestartet und lag auf dem Weg von Knokke-Heist nach Brügge früh auf Medaillenkurs. Die 22,5 km lange Teilstrecke absolvierten die Männer in 24:37 Minuten, dann übernahmen die Frauen für den Rest des Rennens. Während Brennauer und Co. den Kampf um die Medaille aufnahmen, fiel Martin seinen männlichen Kollegen zufrieden um den Hals. Dann beobachteten sie das Rennen der Frauen - und wurden nicht enttäuscht. Brennauer und Co. harmonierten bestens und schoben sich an die Spitze. Als die Goldmedaille feststand, brach ein Riesenjubel bei Martin aus.

"Das ist das bestmögliche Ende. Es ist ein Traum", sagte Martin mit Tränen in den Augen: "Ich bin dem Team sehr dankbar, speziell den Frauen. Sie haben den Unterschied gemacht. Jetzt ist es Zeit zu feiern.“ Martins Teamkollegen waren sich der Besonderheit des Rennens bewusst - und extra motiviert. "Es ist eine Legende, die hier abtritt", hatte Walscheid vorab gesagt: "Er ist einer der ganz überragenden Zeitfahrer der letzten zehn Jahre." Klein sprach von einer "Ehre, mit ihm sein letztes Rennen zu fahren."

Martin will Jugend fördern

Martin hatte die WM vor dem Einzelzeitfahren am Sonntag, das er als Sechster beendete, zum finalen Wettkampf der Karriere erklärt. Der gebürtige Cottbuser prägte den Kampf gegen die Uhr über Jahre. Viermal eroberte er das Regenbogentrikot des Weltmeisters (2011 bis 2013, 2016), bei den deutschen Meisterschaften war er zehnmal erfolgreich. Bei der Tour gelangen ihm insgesamt fünf Etappensiege, 2015 trug er vorübergehend das Gelbe Trikot. Seine Vita schmücken zudem Gesamtsiege bei Paris-Nizza und der Algarve-Rundfahrt.

In Zukunft will Martin die Erfahrung an die Jugend weitergeben. Gespräche über eine Kooperation mit einer Sportschule in seiner Wahl-Heimat Kreuzlingen hat er bereits vor längerer Zeit geführt. Zunächst steht aber ein Urlaub mit der Familie an.

Sendung: rbb UM6, 22.09.2021, 18 Uhr

3 Kommentare

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  1. 3.

    Glückwunsch! Eine tolle Leistung fürs Team und die jahrelangen Leistungen von Tony Martin! Alles Gute für den Start in die "zweite Karriere"!

  2. 2.

    Ganz, ganz toll was dem Toni zum Ende seiner glanzvollen Karriere gelungen ist. Na klar, da waren noch einige mit beteiligt, GLÜCKWUNSCH!!!
    Alles Gute für die Zukunft.

  3. 1.

    Meinen Glückwunsch für diesen letzten und so tollen Sieg! Der Profisport ist schwer und besonders der Radsport! Ich ziehe meinen Hut oder besser Helm, vor dieser wahnsinns Leistung, die ganzen Jahre und vielleicht trifft man sich mal zufällig auf einer Tour irgendwo in Brandenburg... Es wäre mir ein "Fest"!
    Sport frei von einem der die selbe Leidenschaft auf zwei Rädern teilt.

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