World Games Berlin 2023 - Die größte inklusive Sportveranstaltung benötigt 20.000 Helfer

Olympiapark
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Video: rbb UM6 | 14.09.2021 | Sebastian Meyer | Bild: imago images/Ed Gar

"Special Olympics" ist die weltweit größte Sportbewegung für Menschen mit geistigen und körperlichen Einschränkungen. In Deutschland ist die Bewegung seit Jahrzehnten weitgehend unbekannt - mit den World Games 2023 in Berlin soll sich das ändern.

1968 wurden die "Special Olympics"-Bewegung von Eunice Kennedy-Shriver, einer Schwester von US-Präsident John F. Kennedy, gegründet. Heute ist die Bewegung mit mehr als 5 Millionen Athletinnen und Athleten in 174 Ländern vertreten.

Der deutsche Bundesverband existiert seit 1991 und veranstaltet seit 2020 alle zwei Jahre nationale Sommer- und Winterspiele im Wechsel. Allerdings haben inklusive Sportveranstaltungen in Deutschland ein Aufmerksamkeitsproblem und werden in der Öffentlichkeit oft kaum wahrgenommen. Das könnte sich bald ändern - denn in Berlin sollen vom 17. bis 24. Juni 2023 die "Special Olympics World Games" stattfinden, die weltweit größte inklusive Sportveranstaltung.

Jahn-Sportpark

Entgegen vorheriger Aussagen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen soll eine Entscheidung über die Umgestaltung des Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks erst nach den Wahlen in Berlin erfolgen. Das ging aus einer Anfrage des "Tagesspiegels" hervor.

"Vor Oktober oder November ist hier nicht mit einer Entscheidung zu rechnen", wird eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen zitiert. Ursprünglich sollte der Sportpark pünktlich zu den Special Olympics World Games 2023 fertig umgebaut sein.

Es werden 20.000 Freiwillige benötigt

7.000 Athleten aus mehr als 170 Nationen werden dann in die Bundeshauptstadt reisen, gemeinsam mit rund 12.000 Familienangehörigen. Die Veranstalter rechnen mit mindestens 300.000 Zuschauern. Das bedeutet: ein Mega-Event für Berlin im Zeichen der Inklusion. "Wir wollen die gesamte Nation mitnehmen, inklusiver zu werden", sagt Albert Tümann, Cheforganisator der Spiele.

"Die Menschen und Athleten stehen komplett im Vordergrund bei der Veranstaltung", so Tümann weiter. Es sollen Spiele von Athleten für Athleten sein. Und es soll ein Signal sein, dass Sport nicht "höher, schneller, weiter" bedeuten muss. Sondern, dass er es tatsächlich vollbringt, alle Menschen einzubeziehen.

Dafür braucht es viele Freiwillige. Die Veranstalter hoffen, dass 20.000 Menschen dabei helfen, dass das Event reibungslos funktioniert. Zum Vergleich: Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 waren es 15.000 Freiwillige - und die verteilten sich auf zehn Spielorte.

Begegnungen schaffen Anerkennung

"Bei den World Games ist für jeden Helfer Platz, jeder kann sich beteiligen", sagt Tümann. Das könnten Einzelpersonen sein, Familien, aber auch Unternehmen, die mehrere Personen anmelden können, um für Unterstützung zu sorgen. Dafür öffnet ab Oktober die Registrierungsplattform auf der Website der World Games [berlin2023.org].

Das Ganze solle am Ende mehr sein als ein Sport-Event, wünscht sich Tümann: "Wir möchten ein Festival über die Sportstätten hinaus, über die Sportarten hinaus", sagt er, "sodass wir wirklich die Begegnung forcieren können". Begegnung bedeute Wahrnehmung und letztlich auch Anerkennung.

Mehr Teilhabe der Athleten

Dazu passt, dass die Veranstaltung über die ganze Stadt verteilt stattfinden wird: Auf dem Alexanderplatz soll eine Begegnungsstätte entstehen, die Wettkämpfe werden unter anderem im Olympiapark, in der Messe Berlin, auf der Straße des 17. Juni - und eigentlich auch im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, der pünktlich zu den Special Olympics World Games fertig umgebaut sein sollte, stattfinden. Diesen Plan hat der Senat nun allerdings offiziell verworfen.

Doch das Vorhaben von Tümann bleibt: "Wir wollen mehr Teilhabe, mehr Selbstbestimmung der Athleten, wir wollen auch gegenüber dem Sport das Thema Inklusion vorantreiben." Gut möglich, dass diese Ziele ab 2023 durch die World Games in weiteren Teilen der Gesellschaft gehört werden.

Sendung: rbb24, 14.09.2021, 21:45 Uhr

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