Berliner Profiklubs uneins über Corona-Regeln - Einlass-Strategie in Stadien

Das Olympiastadion während des DFB-Pokalfinals 2020. Quelle: rbb/Dobers
Bild: rbb/Dobers

Nach den Beschlüssen des Berliner Senats zum 2G-Optionsmodell am Dienstag haben sich die Berliner Vereine zu Wort gemeldet. Wie diese dazu stehen, finden Sie hier aufgelistet. Mittlerweile hat der Senat nachgebessert. Von Nico Giese

 

Durch die neuen Verordnungen des Berliner Senats am Dienstagmittag waren die Berliner Vereine gezwungen, eine Entscheidung zu ihrer Einlass-Strategie in Coronazeiten zu treffen. Vier Berliner Vereine meldeten sich zu Wort und äußerten teils Kritik an den Beschlüssen. Am späten Mittwochnachmittag wurden die 2G-Verordnungen durch den Berliner Senat ausgeweitet und eine Ausnahme für Kinder unter 12 Jahren hinzugefügt.

1. FC Union Berlin zeigt klare Kante

Die Köpenicker zeigten klare Kante und hatte sich vor den Nachbesserungen des Senats gegen das 2G-Modell bei den Spielen der Eisernen ausgesprochen. "Für uns ist es nicht vorstellbar, Kindern unter zwölf Jahren und Menschen, die nicht geimpft werden können oder sollen, den Zutritt zu den Spielen unserer Mannschaft zu verweigern", sagte Unions Präsident Dirk Zingler auf der Vereinshomepage[fc-union-berlin.de].

"Eine solche Maßnahme birgt die Gefahr, den Zusammenhalt der Menschen zu untergraben und das gesellschaftliche Klima zu vergiften", so Zingler weiter. Die nächsten Spiele der Unioner werden demnach weiterhin nach dem 3G-Modell ausgetragen, sodass Geimpften, Genesenen und Getesteten Zutritt zur Alten Försterei gewährt wird.

Hertha zeigt sich nachdenklich

Bei der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Greuter Fürth am Mittwoch zeigte sich Sport-Geschäftsführer Fredi Bobic zurückhaltend auf die Frage, wie die Hauptstädter auf den Senatsbeschluss reagieren sollen. "Da wird es jetzt noch ein paar Gespräche geben, am Freitag ist aber alles noch in 3G", sagte Bobic.

"Wir werden überlegen, wie wir damit umgehen, aber auch wie unsere Mitbewerber in der Bundesliga damit umgehen werden", äußerte sich Bobic zurückhaltend. Zum Thema Zugangsbeschränkungen hatte er eine klare Haltung: Man möchte keine Zweiklassengesellschaft haben bei Hertha BSC.

BR Volleys fordern Ausweitung der 2G-Regelung

Im Interview mit dem rbb bekannte sich BR Volleys-Manager Kaweh Niroomand zu Schülern und Jugendlichen. Für die nächsten Spiele des Berliner Volleyballvereins sei zunächst 2G vorgesehen, aber mit der Berücksichtigung, dass Schüler und Kinder bis zu 17 Jahren nach Vorlage des Schüler- oder BVG-Ausweises auch in die Veranstaltung reinkommen werden.

"Der Beschluss sollte auf keinen Fall so stehen bleiben, weil auch gerade die soziale Aufgabe des Jugend- und Nachwuchssports für Berliner Vereine an oberster Stelle steht." Insofern wäre es fatal, diesen Kreis von unseren Zuschauern auszuschließen, forderte Niroomand. Dass sich die Forderung wenige Stunden später erfüllen sollte, war zu diesem Zeitpunkt nicht abzusehen.

"Die 2G-Füchse-Variante"

Auch der Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning bekräftigte im Interview mit dem rbb am Mittwochmittag die momentane Strategie des Berliner Handballvereins. "Wir haben von Anfang an in der Saison gesagt, dass wir die 2G-Strategie fahren, aber auf Kinder unter 17 Jahren Rücksicht nehmen", so Hanning. Dies geschah alles in Rücksprache mit dem Berliner Senat und mit Experten.

Hanning bestärkte die "2G-Füchse-Variante", da sich bewusst dafür entschieden wurde, das Hallenevent zu einer sicheren Veranstaltung zu machen.

Berliner Senat besserte nach

Ob die Kritik der Berliner Profimannschaften an den Senatsbeschlüssen von Dienstag ausschlaggebend für die Nachbesserungen der neuen Verordnung des Berliner Senats war, ist unklar. Feststeht jedoch, dass durch das neue 2G-Optionsmodell Kinder unter 12 Jahren nun nicht mehr von Veranstaltungen ausgeschlossen werden. Die Verantwortlichen der Hauptstadt-Klubs dürfte diese Neuerung freuen.

Sendung:rbb UM6, 15.09.2021, 18:00 Uhr

Beitrag von Nico Giese

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