1:2-Niederlage - Lage bei Hertha verschärft sich nach Heim-Pleite gegen Freiburg

Kevin-Prince Boateng, Dedryck Boyata und Marvin Plattenhardt im Spiel gegen Freiburg. Quelle: imago images/Contrast
Audio: Inforadio | 02.10.21 | Tabea Kunze | Bild: imago images/Contrast

Eine Woche nach der blamablen 0:6-Pleite bei RB Leipzig hat Hertha BSC erneut verloren. Die Blau-Weißen unterlagen im Olympiastadion dem SC Freiburg. Der Druck auf Team und Trainer wächst damit weiter. Manager Bobic stärkt Dardai allerdings den Rücken.

Fußball-Bundesligist Hertha BSC hat eine Wiedergutmachung nach der 0:6-Klatsche am letzten Wochenende bei RB Leipzig verpasst. Die Mannschaft von Pal Dardai unterlag am Samstag im Olympiastadion mit 1:2 (0:1) gegen den SC Freiburg.

Der Druck auf das Team und insbesondere auf Trainer Dardai wird damit immer größer.

Der Spielverlauf

Pal Dardai änderte seine Mannschaft im Vergleich zur Pleite in Leipzig auf vier Positionen. Unter anderem rückten Kapitän Dedryck Boyata und Routinier Kevin-Prince Boateng zurück ins erste Aufgebot. Die beiden Rückkehrer gestalteten die Partie gemeinsam mit ihren Mannschaftskollegen in den ersten Minuten ausgeglichen. Zwar hatte Freiburg zunächst etwas mehr Ballbesitz, kam in den ersten Minuten aber kaum in die Nähe des Tors von Hertha-Keeper Alexander Schwolow.

Das änderte sich in der 17. Minute: Philipp Lienhart kam nach einer Ecke von Christian Günter am Fünfmeterraum zu einfach zum Kopfball und nickte den Ball zur 1:0-Führung für die Breisgauer ins Netz. Nach einem ordentlichen Beginn musste die Dardai-Elf erneut bereits früh einen Rückstand hinnehmen. Hertha versuchte zu reagieren und selbst offensiver zu werden. Marco Richter hatte nach einer knappen halben Stunde die beste Möglichkeit für die Gastgeber in der ersten Halbzeit: Der Distanzschuss des 23-Jährigen verfehlte das Freiburger Tor nur knapp. Insgesamt taten sich die Blau-Weißen aber insbesondere im Spielaufbau oft schwer, hatten zu wenig Ballbesitz und gingen daher verdient mit einem Rückstand in die Pause. Die enttäuschten 18.376 Zuschauer im Olympiastadion verabschiedeten ihre Mannschaft mit einem lauten Pfeifkonzert.

Bobic: Dardai auch nach der Länderspielpause Trainer

Dardai wechselte nach dem Seitenwechsel doppelt, brachte Krzysztof Piatek und Petar Pekarik für Davie Selke und Marton Dardai. Am Spielverlauf änderte das zunächst wenig. Freiburg blieb die bessere Mannschaft und drückte in der Offensive. Glücklich für Hertha: Der Mannschaft von Christian Streich gelang es erst einmal nicht, die groben Fehler und großen Lücken in der Berliner Hintermannschaft zu nutzen.

Das bestrafte Hertha: Aus dem Nichts brachte Piatek seine Mannschaft nach einem schnell gespielten Konter und einem Zuspiel des eingewechselten Maximilian Mittelstädt in der 70. Minute zurück ins Spiel. Wenig später hatte der ebenfalls eingewechselte Jurgen Ekkelenkamp (74.) dann die Führung auf dem Fuß. Der 21-Jährige kam im Strafraum zum Abschluss, scheiterte allerdings knapp an der Latte.

Es blieb allerdings bei diesem kurzen Aufbäumen. Erneut nach einer Ecke war es Freiburgs Stürmer Nils Petersen (78.), der die Gäste mit einem Fallrückzieher wieder in Front brachte.

Es war der Schlusspunkt unter einer Partie, die der Gast aus dem Breisgau insgesamt verdient gewann. Damit wächst der Druck auf Mannschaft und Trainer. Hertha-Geschäftsführer Fredi Bobic stärkte Pal Dardai unmittelbar nach dem Spiel am Sky-Mikrofon allerdings den Rücken. Trotz der sportlichen Misere mit fünf Niederlagen in sieben Ligaspielen werde der Ungar auch nach der Länderspielpause bei den Berlinern auf der Bank sitzen. "Ja, also noch mal, weil die Leistung - das habe ich Pal auch gesagt - insgesamt in Ordnung ist", sagte der 49-Jährige.

Die Kurz-Analyse

Hertha erwischte zunächst eigentlich einen ordentlichen Start in die Partie, wurde dann aber erneut bereits früh durch den Treffer von Lienhardt zurückgeworfen. Zwar versuchte die Dardai-Elf schon nach dem Gegentor mutiger nach vorne zu spielen, schaffte das aber kaum. Immer wieder blieben die Blau-Weißen in der Vorwärtsbewegung hängen und konnten kaum Druck auf die Freiburger Hintermannschaft ausüben.

Dieses Bild verstärkte sich nach der Halbzeit weiter: Freiburg übernahm jetzt noch mehr die Kontrolle und kam immer wieder gefährlich in die Berliner Hälfte. Die mangelnde Zielstrebigkeit der Gäste rund um das Berliner Tor bestrafte Hertha in einer zu kurzen Aufbäum-Phase überraschend mit dem Ausgleich. Der Treffer von Piatek und die anschließende Möglichkeit von Ekkelenkamp blieben im zweiten Abschnitt allerdings die einzigen zwingenden Torchancen - zu wenig. Daher war auch der zweite Treffer für Freiburg durch Petersen - erneut nach einer Ecke - verdient. Hertha spielte insbesondere in der Offensive zu ideen- und ambitionslos, um gegen formstarke Freiburger zu punkten.

Das sagt das Netz

Hertha war gegen Freiburg über weite Strecken zu harmlos: Nicht nur deswegen findet dieser Vergleich im Netz Anerkennung und sorgt für Erheiterung:

Dieser Hertha-Fan versucht die Niederlage ebenfalls mit Humor zu verarbeiten:

Doch viele Anhänger der Berliner reagieren auch sauer und mit Unverständnis:

Der Liveticker zum Nachlesen

Sendung: rbbUM6, 02.10.21, 18 Uhr

17 Kommentare

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  1. 17.

    Ach was, dafür haben wir doch den Selke wieder! Mit Bremen abgestiegen und schon vorher ne Null umher bei Hertha. Peinlich.

  2. 15.

    Weiß ich auch nicht, zumal der Trainer seinen Job angeboten hat. Richtig Lust auf die A Mannschaft hat er wohl nicht

  3. 14.

    Bei einem Bericht über Hertha ist wohl klar, was mit Berlin gemeint ist …. Union ist hier nicht Gegenstand

  4. 13.

    Ihre Formulierung ist nicht ganz korrekt, denn in Köpenick (Berliner Stadtteil) stimmt die Leistung

  5. 12.

    Und was kann man aus der vergangenen Woche lernen? Den Ball im Berliner Tor unterzubringen scheint wohl wesentlich einfacher zu sein als in einem Berliner Wohllokal Einlass zu erhalten. Kann auch nicht unbedingt jede Stadt von sich behaupten.

  6. 11.
    Antwort auf [Rene] vom 02.10.2021 um 18:08

    Aber wenn sie dann ein neues Stadion geschenkt bekommen... :)

  7. 10.

    Das war schon ziemlich ernüchternd, was Hertha heute geboten hat. Da ist von den Fans jetzt wohl erstmal Vereinstreue gefragt und Hoffen auf bessere Zeiten.

    Da ich ja Freiburg-Fan bin, war es für mich ein sehr schöner Tag im Stadion. :-)
    Selten kommt von einer Heimmannschaft so wenig Gegenwehr, von proaktiven Situationen ganz zu schweigen. Wäre das Spiel unentschieden ausgegangen, wären es zwei verschenkte Punkte aus Freiburger Sicht gewesen, diesen Sieg musste man einfach mitnehmen. Und das, obwohl der SCF heute auch nicht geglänzt hat.

    Dass Hertha nicht mal mehr das derzeit begrenzte Zuschauerpotential ausgeschöpft bekommt, ist beschämend für Verein und Fans.
    Sehr angenehm: Keine Ultras auf beiden Seiten und dadurch Raum für die freie Entfaltung der Fankurven, aus Freiburger Sicht sehr gelungen.
    Auf dem Heimweg dann noch ein paar sympathische Haifa-Fans kennengelernt, die etwas länger in Berlin geblieben waren.
    Alles in allem ein schöner Tag... aus Freiburger Sicht.

  8. 8.

    Wie gehabt, Berlin kann nichts.

  9. 7.

    Ja, wenn man die drei Topstuermer verkauft kann man wohl keine anderen Ergebnisse erwarten.

  10. 6.

    Da kann man ja froh sein, dass auch diesmal wieder nur 18.000 Leute den Weg in das Oly gefunden haben.
    Man stelle sich nur eine volle Obstkurve vor, wie diese heute wahrscheinlich wieder die eigene Mannschaft verbal und körperlich attackiert hätte.
    Zum Glück gibt es aktuell diese häßlichen und verachtenden Bilder nicht.

  11. 5.

    Das ist nicht mehr zu ertragen. Diese Aufstellung und die Leistung sind eine Frechheit. Schmeißt diesen Trainer endlich raus. Was muss den noch passieren. Und auf was will man denn noch warten.

  12. 4.

    Immerhin waren doch noch so viele Zuschauer da, dass das Spiel unter Pfiffen beendet werden konnte. Das könnte sich bald ändern, weil man sich die Spiele von Hertha nicht mehr antun möchte. Einfach zu viel Geld für nichts!

  13. 3.

    Gelingt der Hertha in Frankfurt die Überraschung?

  14. 2.

    Alles wie immer bei den Charlottenburgern. Die Lachnummer der Stadt bleibt die Lachnummer der Stadt.

  15. 1.

    Wieder verloren, dafür aber, wie in jedem Spiel, wo das Prinzesschen mitspielen darf, holt er sich ein gelbes Kartönchen.
    In jeden Fall tut er etwas für die Statistik.
    Platz 13 mit Trend Richtung Abstieg - Hertha BSC, der Big-City-Club.

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