Hausverbot und Ausschlussverfahren - Union leitet nach antisemitischen Vorfällen Maßnahmen gegen Fan ein

Fans von Maccabi Haifa im Berliner Olympiastadion. Quelle: imago images/Matthias Koch
Bild: imago images/Matthias Koch

Vereinsausschlussverfahren, Hausverbot und Stadionverbot: Der 1. FC Union hat verschiedene Maßnahmen gegen einen Fan eingeleitet, der beim Conference-League-Spiel gegen Maccabi Haifa Fans der Gastmannschaft antisemitisch beleidigt haben soll.

Nach den antisemitischen Vorfällen beim Conference-League-Spiel zwischen Union Berlin und Maccabi Haifa (3:0) hat der Fußball-Bundesligist einen mutmaßlichen Täter identifiziert und Maßnahmen auf den Weg gebracht.

Nach Klubangaben wurde ein Verfahren zum Ausschluss der Person aus dem Verein eingeleitet. Zudem wurde mit sofortiger Wirkung und unbefristet ein Hausverbot für alle Räumlichkeiten und ein Zutrittsverbot für alle Veranstaltungen des Vereins und seiner Gesellschaften erteilt.

"Diese Person aus unseren Reihen entfernen"

Zusätzlich meldete Union ein bundesweites Stadionverbot für den betreffenden Fan beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) an. Alle vorliegenden Informationen habe man darüber hinaus an das ermittelnde Landeskriminalamt übermittelt, erklärte Klub-Präsident Dirk Zingler.

"Wir danken den Unionern, die sich am Abend des Spiels mit den Angegriffenen solidarisiert haben und unseren Fanklubs für die deutliche Positionierung. Es ist gut, dass wir bereits einen Täter identifizieren konnten", sagte Zingler: "Für Diskriminierung gibt es beim 1. FC Union Berlin keinerlei Toleranz. Wir haben daher alle uns zur Verfügung stehenden Maßnahmen eingeleitet, um diese Person aus unseren Reihen zu entfernen."

Uefa ermittelt gegen Union

Ein Nachspiel droht dem Verein von Seiten der UEFA. Die Europäische Fußball Union hat am Dienstag eine disziplinarische Untersuchung eingeleitet.

Auf den Rängen des Olympiastadions, das in der NS-Zeit für die Spiele 1936 errichtet wurde, war es am vergangenen Donnerstag während der Partie zu mehreren antisemitischen Übergriffen und Pöbeleien gegen Anhänger des israelischen Meisters gekommen. Es wurde auch versucht, eine israelische Flagge anzuzünden.

Sendung: rbbUM6, 06.10.21, 18 Uhr

31 Kommentare

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  1. 31.

    Ich versuch's nochmal: Gehen Sie mal in Hamburg mit einem FCU Shirt an einem Spieltag an einer St. Pauli Fankneipe in Stadionnähe vorbei, Pinguin. Zu welchem Schuhwerk ich Ihnen dabei rate, lässt sich leicht erahnen . . .

  2. 30.

    Ziemlich entlarvender Beitrag...
    Ich brauche also gute Laufschuhe, wenn ich mit einem St. Pauli-Shirt an der "Abseitsfalle" vorbei laufe?
    ...ist das dann die Weltoffenheit und Toleranz der supi-dupi-tollen Unioner?
    Echt entlarvend...

  3. 29.

    Zitat: "Bei Fans des FC St. Pauli, bei denen sich viele der Köpenicker seit etlichen Jahren anbiedern, wären die Betreffenden nach wenigen Minuten nicht mehr im Stadion anwesend."

    Sie haben ja wieder mal den vollen Durchblick, Pinguin. Wenn Sie mal erleben wollen wie beliebt mittlerweile der FC.St. Pauli bei Union Fans ist, gehen Sie einfach mal mit 'nem Shirt der Hamburger an einem Spieltag an der "Abseitsfalle" vorbei. Ich rate Ihnen bei diesem Experiment dazu, sehr schnelle Laufschuhe zu tragen . . .
    Und weiter: Die Vorfälle ereigneten sich in einem neutralen/gemischten Block, wo sich aller Wahrscheinlichkeit nach vorrangig normale Fans und Familien aufhielten. Wenn dort eine aggressive und alkoholisierte Truppe Zoff macht, müssen sich Zivilpolizisten, die vor Ort waren, um diese kümmern, aber sicher keine Handvoll unorganisierter Familienväter, die von den Ereignissen auch überrumpelt wurden.Immerhin wurde durch umstehende Union Fans das Abfackeln des Papp-Fähnchens verhindert.

  4. 28.

    Das ist so nicht richtig!
    Die Tickets für das Spiel gegen Haifa waren lange im freien Verkauf! und auch für die kommenden zwei "Heim"-Spiele im Oly gegen Prag und Rotterdam werden noch ein paar Tickets für Nichtmitglieder verfügbar sein.

    Dennoch wurde einer der Täter identifiziert (glücklicherweise) und dieser ist Union-Mitglied, leider. Der Verein hat nun die richtigen Schritte eingeleitet. Diese (Un-)Menschen haben nichts bei Union verloren. Kein Unioner, den ich kenne, versucht auch nur ansatzweise das Geschehene zu relativieren oder zu verharmlosen. Was geschehen ist, ist untolerierbar und schrecklich und gehört lückenlos aufgeklärt und verfolgt.

  5. 27.

    Es geht nicht darum, ob es Mitglieder des Vereins waren oder nicht... es geht darum, dass die sich selbst so verklärende und toll findende Anhängerschaft der Köpenicker es nicht schafft, auch solchen Anhängern wie gg Haifa einfach mal das Stadiontor zu zeigen - von außen! Bei Fans des FC St. Pauli, bei denen sich viele der Köpenicker seit etlichen Jahren anbiedern, wären die Betreffenden nach wenigen Minuten nicht mehr im Stadion anwesend.
    Köpenicker - 1x Weihnachtssingen im Jahr reicht halt nicht.
    Und begreifen nun endlich auch die Medien, dass der FC Union ein völlig normalerVerein ist? So wie Dutzende andere in Deutschland? Mit - zugegebener Maßen - guter Promotionabteilung
    Diese Verlogenheit ist es letztendlich, die den Verein und seine Anhänger in Gänze diskreditiert.

  6. 26.

    Ah, Sie relativieren, indem Sie immer noch ablenken, verstehe. Macht diesen Fall hier im Stadion halt kein bisschen weniger verwerflich. Aber gut, da rede ich gegen eine Wand. Alles Gute!

  7. 24.

    Letztendlich ist es doch egal, ob die Geistlosen Mitglied sind oder nicht. So weit ich weiss muss man bei Union erstmal Mitglied werden, um überhaupt ein Ticket zu bekommen. Erstaunlich dass dies so schnell ging einen Geistlosen zu benennen.

  8. 21.

    Es ist mir klar das dann der akkute Gedächtnisverlust einsetzt.

  9. 20.

    Na sie vollkommen vorurteilsfrei Mensch, sie haben also schon alle Beweise das es sich wirklich so zugetragen hat. Wieso ermittelt dann eigentlich die Polizei noch? Es ist schon komisch das Leute mit Ihrer Einstellung sich moralisch erhöhen.

  10. 19.

    Ich trage weder Scheuklappen, noch habe ich "Kumpels", die solche Vorfälle tolerieren, Rad. Und ich kann auch nicht feststellen, dass diese Ausfälle hier von FCU Fans verharmlost werden.

    https://www.rbb24.de/sport/beitrag/2021/10/berlin-union-maccabi-fans-antisemitisch-beleidigt.html

    https://www.rbb24.de/sport/beitrag/2021/10/fussball-union-berlin-haifa-antisemitismus-uefa-ermittelt.html

  11. 18.

    Neulich Union in Berlin, jetzt aktuell ein Hotelangestellter in Leipzig. Wer immer noch nicht kapiert dass man antisemitische Handlungen nicht verharmlosen darf, der ist mindestens naiv

  12. 17.

    Was das denn für ein Vergleich? Ist Ihnen eigentlich klar, wie es ist, nur wegen der Religion angepöbelt zu werden?

  13. 14.

    War klar… So ein Kommentar zeigt nur dass Sie einfach Scheuklappen aufhaben. Gucken Sie einfach nach, was Ihre Kumpels in den anderen Berichten kommentiert haben.

  14. 13.

    Es gibt sogar Rathäuser in Deutschland die Israel Fahnen abhängen um unsere Gäste nicht zu provozieren. Die Reaktion in der Öffentlichkeit, Null

  15. 12.

    Meine Güte - niemand hat behauptet, dass der- oder diejenige(n), die für die Vorfälle verantwortlich sind, keine Vereinsmitglieder sein können. Wenn hier geschrieben wurde, diese Typen seien keine Unioner, bezog sich das darauf, dass jene sich durch ihr vereinsschädigendes Verhalten als Unioner disqualifiziert haben. Das dürfte doch selbst mit viel schlechtem Willen herauszulesen gewesen sein.

    Ebenso sind die hier geäusserten Befürchtungen, der FCU könnte sich nach der Identifizierung eines Tatverdächtigen auf dem Ergebnis ausruhen und weitere Ermittlungen im Sande verlaufen lassen, absolut ungerechtfertigt. Der Verein hat zugesichert, die Vorkommnisse rückhaltlos aufzuklären zu wollen und arbeitet, neben eigenen Investigationen, mit allen Ermittlungsbehörden eng zusammen.

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