DFB-Pokal - Hertha gegen Preußen Münster spielerisch in der Pflicht

Mo 25.10.21 | 14:33 Uhr
Marco Richter bejubelt sein Tor gegen Gladbach. Bild: imago-images/Camera4+
Audio: inforadio | 26.10.2021 | Tabea Kunze | Bild: imago-images/Camera4+

Im DFB-Pokal muss Hertha BSC am Dienstagabend (18.30 Uhr) gegen Preußen Münster ran. Nach dem 1:0-Sieg gegen Gladbach in der Liga die nächste richtungsweisende Partie für die Herthaner, die aber in der Abwehr umbauen müssen. Von Fabian Friedmann

Das Personal

Nachdem Hertha BSC zuletzt fast aus dem Vollen schöpfen konnte, stellt sich durch den kurzfristigen Ausfall von Niklas Stark eine kleine Abwehrproblematik ein. Positiv: Innenverteidiger Dedryck Boyota fühlt sich gut und "will unbedingt spielen", sagte Hertha-Trainer Dardai über den Belgier, der zuletzt noch an einer Oberschenkelverletzung litt.

Geschont werden soll Marton Dardai. Am Wochenende musste der 19-Jährige nach seiner Verletzungspause direkt über 80 Minuten spielen, die Reise nach Münster wird er gar nicht antreten. Lucas Tousart könnte als Mittelfeldspieler eine Alternative für die Innenverteidigung sein. "Es gibt aber keine Ausreden", betonte Dardai bezüglich des Personals. Sprich: Der Kader sollte breit genug sein, um die Aufgabe in Münster zu meistern.

Eine Torwart-Rochade werde es hingegen nicht geben. Die Verantwortlichen um Torwarttrainer Andi Menger wollten den jungen Dänen Oliver Christensen nicht "ins kalte Wasser werfen", so Dardai, auch wenn man großes Vertrauen in ihn habe.

Es fehlen: Lukas Klünter (Schulterverletzung), Jordan Torunarigha (Oberschenkelverletzung), Niklas Stark (Adduktorenprobleme)

Live im Radio und Audiostream

DFB-Pokal, 2. Runde

18.30 Uhr

Preußen Münster - Hertha BSC

und

SV Babelsberg 03 - RB Leipzig

live im Audiostream auf rbb24.de und ausführlich ab 19.15 Uhr im Inforadio.

 

Die Form

Die Leidenschaft ist zurück bei Hertha BSC. Der 1:0-Sieg gegen Gladbach war auch ein Sieg des Willens: der Einsatz stimmte, die Ketten standen eng, die Kompaktheit war gegeben. Nach vorne war es zwar nicht immer schön, dafür aber effizient.

Gegen den Regionalligisten Münster muss im Angriff natürlich mehr passieren, will man sicher in die nächste Pokal-Runde einziehen. Die größte Baustelle momentan: der Spielaufbau in der Zentrale. Da hakte es gegen Gladbach gewaltig, die Fehlpassquote war hoch. "Die Entwicklung braucht Zeit", sagte Fredi Bobic über das zuletzt gezeigte Spielvermögen.

Lieber stellt der Hertha-Manager aber die ihm so wichtigen Tugenden in den Vordergrund, die er gegen Gladbach beobachten konnte: "Es war ein Sieg, wo sie zusammen an einem Strang gezogen haben", sagte Bobic. Die Mentalität könne aus seiner Sicht noch ein Faktor werden, um qualitativ stärkere Gegner zu schlagen: Gegen Münster ist Hertha aber auch spielerisch in der Pflicht.

Der Gegner

Pokalspiele sind bekanntlich andere Spiele als in der Liga, darum erwarte man in Münster auch einen heißen Pokalfight. 11.000 Zuschauer sind für das Preußenstadion zugelassen. 600 Herthaner werden mit ins Münsterland reisen. "Wir unterschätzen keinen Gegner", sagte Pal Dardai und warnte vor dem langjährigen Drittligisten, bei dem Ex-Herthaner Peter Niemeyer mittlerweile das Amt des Sportdirektors bekleidet.

Aus Dardais Sicht "hat die Mannschaft das Niveau für die 3. Liga". Zudem schätzte er das Team von Trainer Sascha Hildmann als äußerst variabel ein. Von Anfang an wolle man "agieren", so Dardai, um nicht das Stadion aufzuwecken. "Wir müssen alles reinhauen", so der Hertha-Trainer.

Preußen liegt aktuell in der Regionalliga West auf dem vierten Tabellenplatz mit allen Chancen aufzusteigen. Zuletzt blieb man viermal in Folge ungeschlagen.

Herthaner im Fokus

Bei Neuzugang Marco Richter ist der Knoten gegen Gladbach geplatzt. Pal Dardai und Fredi Bobic sind große Fans des variablen Mittelfeldspielers, der noch zu Saisonbeginn mit Oberschenkelproblemen zu kämpfen hatte. Für Hertha könnte der variable Richter noch wichtig werden, da er sowohl rechts offensiv, als auch links offensiv einsetzbar ist.

Gegen Gladbach wurde er zum Matchwinner mit einem sehenswerten Seitfallzieher. "Er ist ein wichtiger Spieler für uns", erklärte Dardai. Aber in manchen Dingen müsste er noch besser werden, etwa beim letzten Pass in die Spitze. Fredi Bobic mag die Mentalität die Marco Richter ins Training und in die Mannschaft bringt. Mit 23 Jahren glauben die Verantwortlichen, dass Richter noch einen großen Entwicklungssprung machen kann. "Er muss nur gesund bleiben", sagte Dardai.

Besonderheiten

Es war das Thema in der vergangenen Woche in der Bundesliga, nachdem öffentlich wurde, dass Bayern-Spieler Joshua Kimmich nicht gegen Corona geimpft ist. Über 90 Prozent der Hertha-Mitarbeiter seien geimpft, sagt Fredi Bobic. Aber: "Drei, vier Spieler sind es nicht." In der 2. Mannschaft und in der U19 habe es zuletzt auch Impfdurchbrüche gegeben.

Ungeimpfte Spieler müssten dann natürlich in Quarantäne gehen. Bobic appelliert da auch an die Vernunft der Spieler. Jeder müsse selbst entscheiden, ob er diesen Weg gehen wolle.

Sendung: rbb UM6, 25.10.2021, 18 Uhr

Nächster Artikel