Nach dem Hertha-Sieg in Frankfurt - "Es bringt nichts, jetzt groß zu loben"

So 17.10.21 | 12:59 Uhr
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Pal Dardai gestikuliert am Spielfeldrand (Quelle: IMAGO / Nordphoto)
Audio: Inforadio | 17.10.2021 | Guido Ringel | Bild: IMAGO / Nordphoto

In Frankfurt war Hertha die klar bessere Mannschaft. Aus den Fehlern der fahrigen Eintracht konnten die Blau-Weißen ihre Chancen ziehen und sich Selbstbewusstsein erspielen. Zu viel Lob will Trainer Pal Dardai trotzdem nicht verteilen.

Gegen Eintracht Frankfurt zeigte Hertha BSC die Leistung der bisherigen Saison. Beim 2:1-Sieg am Samstag ging der Plan der Mannschaft auf, immer wieder über die linke Seite zu kommen und rechts zu stören. Erst in der siebten Spielminute mit einer Flanke von Vladimir Darida vom linken Spielfeldrand auf Marco Richter und später nochmal über Mittelstädt auf Ekkelenkamp.

"Es war schön, beim Spiel zu sein und nicht immer nur zu erzählen, dass wir gut trainieren. Wir haben auch gut gespielt", sagte Cheftrainer Pal Dardai bei einer Medienrunde am Sonntag. Hertha BSC konnte die Länderspielpause nutzen, um sich gut auf den Gegner einzustellen und Lösungen für die verletzungsgeplagte Abwehr zu finden. "Für uns ist wichtig, dass wir die ganze Zeit immer ruhig gearbeitet haben. Die Jungs entwickeln sich – auch als Mannschaft – im defensiven und offensiven Zusammenspiel."

Hertha durch Frankfurt stark

Mit den ersten 45 Minuten sei er hoch zufrieden: "Es war alles drin, was man braucht." Dazu gehörte allerdings auch ein schwacher Auftritt der Eintracht, der von vielen Fehlpässen und Unsicherheiten geprägt war. Dadurch machten es die Frankfurter den Gästen leicht, ihre Spielidee umzusetzen. Eintracht-Torhüter Kevin Trapp kam zu einem klaren Fazit: "Das Spiel hat nicht Hertha gewonnen, das Spiel haben wir verloren."

Vor dem Tor fehlte Hertha mehrfach die Effektivität. Allein Krzysztof Piatek vergab in der 19. und 26. zwei Großchancen. Der Elfmeter in der 78. Minute setzte die Mannschaft nochmal unter Druck. Die Frankfurter versuchten sich an der Berliner Abwehr vorbeizuschieben, um noch auszugleichen, doch die Abwehr hielt dicht. Trotz seiner Freude über das Spiel und die Einzelleistungen von Richter, Ekkelenkamp und Mittelstädt mahnte Dardai: "Es bringt nichts, jetzt groß zu loben." Die Mannschaft müsse einfach dranbleiben.

Die Trainerfrage

Der Trainer muss sich erstmal keine Sorgen um seine Stellung machen. "Er hat das totale Vertrauen, drum kann er auch ganz entspannt sein", sagte Hertha-Geschäftsführer Fredi Bobic. Auch vor dem Spiel hatte Bobic dem Cheftrainer schon seine Unterstützung ausgesprochen.

Die drei gewonnenen Punkte geben Dardai die Zeit, die er braucht, um die Mannschaft dauerhaft zu stabilisieren und in der Tabelle aufzuholen: "Wir haben neun Punkte. Das ist erstmal überhaupt nicht schlecht. Das sieht ordentlich aus. Trotzdem haben wir zwei Spiele, Wolfsburg und Freiburg, wo wir selber Punkte vergeben haben." Wenn es nach Dardai geht, soll diese Lücke schon in der nächsten Woche geschlossen werden. Dann trifft die Mannschaft auf Borussia Mönchengladbach (Samstag, 23.10., 18:30 Uhr).

Sendung: rbb UM6, 17.10.2021

3 Kommentare

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  1. 3.

    Danke für den wirklich guten Kommentar. Beste Grüße an die blau weiße Raute.

  2. 2.

    Überheblichkeit lese ich schon seit Jahren nicht mehr aus Aussagen vom sportlichen Personal Herthas. Die wissen sehr wohl, wo sie stehen und sich einzuordnen haben. Es wird gerne von aussen herangetragen, weil Hertha dieses Image anheim gelegt wird. Das ist genauso unsinnig, wie diese zur Schau getragene Bescheidenheit in Berlin-Südost, für die man sich schon anfängt, fremdzuschämen. Aber eigentlich auch wurscht, so lange man den eingeschlagenen Weg weiterverfolgt.Dazu gehört es auch, faule Eier wie Cunha und Dodi abzugeben. Das wird schon , Stück für Stück.
    Hahohe aus dem Land der blau-weissn Raute

  3. 1.

    Bitte bloß nicht überheblich werden wichtig ist halt den Kampf auf den Platz anzunehmen und den Gegner dadurch zu verunsichern und das halt im jedem Spiel.

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