Hertha BSC | Lars-Windhorst-Story, Teil 1 - Der Kampf um Einfluss

Hertha-Investor Lars Windhorst und Präsident Werner Gegenbauer. / dpa/Andreas Gora
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Audio: Inforadio | 10.10.2021 | Jakob Rüger und Simon Wenzel | Bild: dpa/Andreas Gora

Vor gut zwei Jahren stieg Lars Windhorst bei Hertha BSC ein. 375 Millionen Euro flossen seither. Es ist das größte Investment der Liga-Historie. Das Ergebnis? Mau. Über Missverständnisse und Machtansprüche. Von J. Mohren, J. Rüger und S. Wenzel

Friedrichstraße 95, Berlin-Mitte. Der "Hochseiltänzer" - so nennt ihn ein Journalist, der ihn bereits seit mehr als einem Jahrzehnt kennt - empfängt zum Interview in seinem Büro über den Dächern im Zentrum der Hauptstadt. Aus den Fenstern im 16. Stock des Internationalen Handelszentrums eröffnet sich der weite Blick über die Berliner Skyline. Viele Termine hat er an diesem Tag schon hinter sich. "Business first. Geschäftliche Sachen müssen erstmal erledigt werden", sagt er und lächelt dabei das selbstbewusste Lächeln eines Machers.

Er, Lars Windhorst. Der Mann, der mit seiner Tennor Holding beruflich mit hohen Summen balanciert - und zu dessen unternehmerischen Hochseilakten seit gut zwei Jahren auch Hertha BSC gehört. Mitte 2019 stieg der 44-Jährige beim Fußball-Bundesligisten ein, hat seither 375 Millionen Euro in den Klub gesteckt. Nie investierte in der Historie der Bundesliga jemand mehr in einen Verein. Die Zwischenbilanz ist bekanntlich ernüchternd: Das Geld brachte keinen sportlichen Erfolg - dafür aber jede Menge Unruhe. Denn seit Windhorsts Millionen fließen, geht es letztendlich immer wieder um eins: die Entscheidungsmacht bei Hertha.

 
 

Die Windhorst-Story im Video

Präsident Gegenbauer ist der starke Mann

Hanns-Braun-Straße 2, Berlin-Charlottenburg. Werner Gegenbauer gibt sein Interview in der Geschäftsstelle des Bundesligisten. Hinter dem Präsidenten des Klubs prangt das Logo der Blau-Weißen. Es sind schon die beiden verschiedenen Orte, die ein klares Signal aussenden: Windhorst ist der Investor von außen. Gegenbauer ist Hertha BSC. Seit 2008 ist der 71-Jährige der Boss, vier Mal haben ihn die Mitglieder in der Zwischenzeit wiedergewählt - wenn auch zuletzt alles andere als souverän: Gerade einmal 54 Prozent der Mitglieder stimmten im Oktober 2020 für Gegenbauer. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Spricht man mit langjährigen Hertha-Beobachtern über Gegenbauers Führungsstil, fällt das Wort "Patriarch".

 
 
 
 

Zur Person

Hertha-Investor Lars Windhorst bei einer Pressekonferenz (Quelle:imago/Matthias Koch)
imago/Matthias Koch

Lars Windhorst wurde am 22. November 1976 in Rahden in Ostwestfalen geboren.

Mit 16 Jahren gründete er sein erstes eigenes Unternehmen. Er wurde als Wunderkind der deutschen Wirtschaft bejubelt und reiste mit Helmut Kohl um die Welt.

Anfang der 2000er endete der Höhenflug abrupt: 2003 waren seine Firmengruppe und er selbst insolvent.

2009 folgte Pleite Nummer zwei und ein Jahr darauf die Verurteilung wegen Veruntreuung. Die Strafe: Gut 100.000 Euro und ein Jahr auf Bewährung.

Er kämpfte sich jedoch immer zurück - und stieg in den 2010er Jahren wieder auf: Erst mit der Investmentgesellschaft Sapinda, die 2019 in Tennor umbenannt wurde.

Im Juni 2019 wurde seine Beteiligung bei Hertha BSC offiziell.

Im Sommer 2021 wurde bekannt, dass die Berliner Strafverfolgungsbehörden gegen Windhorst ermitteln. Der Verdacht: Er habe gegen das deutsche Kreditwesengesetz verstoßen. Er wies alle Vorwürfe zurück.

Die Personalien Gegenbauer und Windhorst zeigen das Spannungsfeld. Zwischen Patriarch und Hochseiltänzer. Zwischen Präsident und Investor. Zwischen Hertha BSC und Tennor Holding. Für Windhorst ist seine Rolle eine neue. Bisher war seine Logik aus Investments in der Wirtschaft: Geld geben heißt Einfluss bekommen. "Im normalen Geschäftsleben bringt sich Windhorst in alle seine Geschäfte ein. Entweder persönlich oder durch Leute, denen er vertraut. Er ist niemand, der Geduld hat mit irgendwelchen mittelmäßigen oder schlechten Managern, die die Investments vergeigen", sagt Uwe Ritzer, Wirtschaftskorrespondent bei der "Süddeutschen Zeitung". Bei Hertha BSC ist die Lage für ihn komplizierter. Denn die Strukturen des Vereins machen den Machertyp zum fast machtlosen Zuschauer am Spielfeldrand.

 

Weniger Anteile als bislang angenommen

Windhorst hat mit seinen 375 Millionen Euro Anteile an der GmbH und Co. KGaA gekauft, der Kommanditgesellschaft auf Aktien. In diese ist - wie bei den meisten Bundesliga-Klubs - die Profiabteilung von Hertha BSC ausgelagert. An dieser GmbH und Co. KGaA besitzt der Investor 64,7 Prozent der Anteile und damit etwas weniger, als die ursprünglich avisierten und bisher angenommenen 66,6 Prozent. Das ergaben Recherchen des rbb. Grund seien Wertverschiebungen, heißt es vom Sprecher von Windhorst. Bei Hertha-Präsident Gegenbauer klingt das ähnlich: "Es sind in dieser Investitionsphase, die natürlich auch durch die Pandemie belastet war, die ja schlussendlich die meisten Unternehmen getroffen hat, auch mal Vereinbarungen angepasst und geändert worden", sagt er. Das spiele aber jetzt "alles keine Rolle mehr, da diese Phase vorbei ist."

Fakt ist: Seine 64,7 Prozent an der GmbH und Co. KGaA bringen Windhorst im Machtgefüge von Hertha kaum etwas. Genauso wenig, wie es 66,6 Prozent der Anteile getan hätten. Zwar sitzen Windhorsts Vertreter im Aufsichtsrat und er hat Stimmrecht in der Hauptversammlung - aber: In beiden Organen werden keine wichtigen Entscheidungen getroffen. Wo Richtungsweisendes verhandelt wird, hat der Verein stets die klare Mehrheit gegenüber seinem Investor.

 
 
 
 
 
 
 
 

Investor ohne Einfluss bei wichtigen Entscheidungen

Ein gutes Beispiel ist der Beirat. In ihm wird auch über sportliche Entscheidungen diskutiert. So müssen etwa alle Investitionen, die einen Transaktionswert von 15 Millionen Euro übersteigen, von diesem Gremium abgenickt werden. Dazu zählen also auch teure Transfers. Ebenso bedarf es der Zustimmung bei Vereinbarungen "zu einer strategischen Partnerschaft mit grundlegender Bedeutung für die Gesellschaft". Was sehr technisch klingt, lässt sich schnell mit Leben füllen: So sind das Hauptsponsoring oder der Ausrüstervertrag betroffen.

Dieser Beirat hat acht Mitglieder. Der Investor darf gerade einmal eines davon stellen. Entscheidungsgewalt sieht anders aus. Erstaunlich mutet zudem an, wie er diesen Posten besetzte: Nämlich mit sich selbst und damit mit jemandem, der bekanntlich wenig Fußball-Expertise mitbringt. Seine prominenten sportlichen Berater - einst etwa auch Jürgen Klinsmann und Jens Lehmann - entsandte Windhorst hingegen in den Aufsichtsrat, ein rein wirtschaftliches Gremium. Auftrag: die Überwachung der Finanzen der GmbH.

 
Der organisatorische Aufbau von Hertha BSC. / Grafik: rbb
Die Struktur von Hertha BSC | Bild: rbb

In die tatsächliche Geschäftsführung der Hertha BSC Verwaltung GmbH kann Windhorst nicht eingreifen. Und auch bei der Ernennung des CEO Carsten Schmidt war er faktisch ohne Mitspracherecht. Die Geschäftsführer der ausgelagerten Profiabteilung bestellt nämlich das Vereinspräsidium. An diesen Verhältnissen kann Windhorst nicht rütteln - zumindest nicht grundlegend. Ganz unabhängig davon, wie viele Anteile er an der GmbH und Co. KGaA hält. Es ist die 50+1-Regel, die hier einen eindeutigen Riegel vorschiebt: Die Mehrheit der Aktien darf der Investor haben, der Klub aber behält die Mehrheit der Stimmen.

 
 

Hertha BSC setzt auf klare Trennung

Es sind strukturelle Bedingungen, um die Windhorst wusste, als er sich für das Investment entschied. Dennoch stellte er sich die Zusammenarbeit anders vor - weil er einen Gestaltungsspielraum sah zwischen Papier und gelebter Praxis. Er habe in seiner Laufbahn immer auf Menschen gesetzt, sagt er. "Ich bin in der Lage, Menschen zu vertrauen, dass sie das Richtige tun, dass sie das tun, was man abspricht." Mit dieser Haltung sei er in das Fußball-Engagement gegangen "und ich habe gedacht: Am Ende wollen doch hoffentlich beide den Erfolg als gemeinsames Ziel und von daher wird man auch ohne die rechtliche Kontrollmöglichkeit schaffen müssen, sich auf einen gemeinsamen Weg zu einigen", sagt der 44-Jährige.

 

Es war die Vorstellung von einem Mehr an Miteinander. "Ich habe erwartet, dass man mehr als Team konstruktiv und positiv an Projekten und Themen arbeitet, sich austauscht und wirklich mit Freude, Kreativität und Dynamik den Verein entwickelt und auf eine neue Ebene hebt. Dazu ist es bisher nicht so richtig gekommen", sagt Windhorst. Eine deutliche Botschaft - wohl gerichtet an Werner Gegenbauer.

Denn genau der steht als Präsident tatsächlich für eine ganz harte Grenze zwischen dem Klub und seinem Großinvestor - und formuliert diese auch mit absoluter Klarheit. "Es ist eigentlich ganz einfach", sagt der 71-Jährige. "Der Verein führt und informiert. Selbstverständlich ist es das gute Recht von Lars Windhorst oder Tennor, ihre eigenen Erwartungen an das Investment zu formulieren. Aber die Ziele von Hertha BSC formuliert die Geschäftsführung der KG oder des Vereins." Punkt. Gemeinsamkeit klingt wahrlich anders.

 

Gegenbauer: "Über 50+1 wird nicht diskutiert"

Und sie sieht auch anders aus. Der Verein verzichtet bewusst auf Termine mit seinem Investor. Bislang gab es nur eine einzige Ausnahme: Als Jürgen Klinsmann den Klub mit seinem denkwürdigen Abgang förmlich überrollt hatte, saß Windhorst danach mit den Hertha-Verantwortlichen auf dem Podium. Auftritte im Team seien "eben vom Verein nicht gewünscht", behauptet Windhorst. Es gebe Vorbehalte und "vielleicht auch die Sorge, dass man dann die 50+1-Regel wieder falsch auslegen könnte". Ohne gemeinsame Plattform bleiben Windhorst nur verbale Einwürfe vom Spielfeldrand. "Es wird auch immer wieder betont: Der Investor darf nur über Hertha BSC reden und der Verein ist der einzige, der für Hertha BSC spricht."

Es gehe nicht darum, jemandem den Mund zu verbieten, sagt Gegenbauer. Aber: "Unsere Aufgabe ist es nach wie vor darauf hinzuweisen, wie die faktische Situation ist - und das tun wir. Das wird uns dann ab und zu um den Bart geschmiert als zu harsch und nicht konstruktiv." Er ist dennoch fest entschlossen, an dieser Linie festzuhalten. Man sei es den Mitgliedern von Hertha BSC schuldig, "um klar zu machen, was für ein Geschäft hier gemacht wurde: Nämlich eines auf der Basis unserer Satzung und der Basis der DFL-Regularien." Dafür stehe er, sagt Gegenbauer: "Solange ich Präsident bin, wird über 50+1 im Verein nicht diskutiert."

 

Geht der Investor in die Offensive?

Windhorst selbst kann mit dieser Argumentation nicht viel anfangen. Für ihn ist der ständige Verweis auf die 50+1-Regel mehr ein Vorwand, Ratschläge von ihm als Investor abzublocken - ja: ihn auszubremsen. "Es ist wie eine heilige Mauer", sagt er. Aus seiner Sicht sei es etwas zu bequem zu sagen, "es gibt 50+1, dahinter können wir uns verstecken. Es gibt Investor und Verein. Ich glaube, das muss nicht so sein."

Er klingt dabei nicht wie jemand, der bereit ist, diesen Status Quo dauerhaft zu akzeptieren und dabei zu beobachten, wie jährliche Verluste seine Millionen auffressen - ohne dass es dafür als Gegenwert sportlichen Erfolg gäbe. "Seine Stärke ist es zweifelsohne, dass er unglaublich gute Nerven hat. Er hat einen Plan und verfolgt ein Ziel. Und das tut er konsequent und rigoros", sagt "SZ"-Journalist Uwe Ritzer über Windhorst. "Ich bin immer in der Offensive und wenn ich mal in der Defensive bin, bekämpfe ich die mit Offensive", sagt der Investor über sich selbst. Der Hochseiltänzer will bei und mit Hertha BSC nicht stürzen. Seine Ansage ist dementsprechend klar: "Wir werden in den nächsten Jahren alles tun, dass wir erfolgreich werden. Alles - und damit meine ich wirklich alles."

 
 

Welche Rolle die Mitglieder in den Plänen von Lars Windhorst spielen - und wie der Investor über seine Perspektiven im Klub denkt, lesen Sie im zweiten Teil der Story.

Sendung: Sportschau, 10.10.2021, 18:30 Uhr

Beitrag von Johannes Mohren, Simon Wenzel, Jakob Rüger

8 Kommentare

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  1. 8.

    Sie verkennen aber eines. Bei Hertha kann man auch aktives Mitglied sein und Sport treiben. Hertha ist mehr als Fußball. Daher ist ein Vergleich der Mitgliederzahlen unsinnig. Grundsätzlich ist ein Vergleich ohnehin überhaupt überflüssig. Und die Ost-West-Denke ist zwar noch immer in allen Köpfen aber im Grunde nicht mehr zeitgemäß. Vielleicht sollte man sich einfach mal nur um seinen Verein kümmern und andere machen lassen. Mich nerven die ständigen unsportlichen Hiebe zwischen Herthanern und Unionern. Oder anders, ein jeder kehre vor der eigenen Tür, es gibt überall genügend Dreck dafür.

  2. 7.

    Ich würde nicht behaupten wollen, dass Hertha die noch bis vor einigen Jahren sicher innehabende "Nr. 1 der Stadt" nun dauerhaft an den FCU abgegeben hat. Die Charlottenburger waren gegenüber den Köpenickern lange Jahre sowohl bei den sportlichen Erfolgen als auch den Mitgliederzahlen im Vorteil. Das hat sich in den letzten Jahren etwas verschoben; besonders im Hinblick auf die MZ liegt der FCU wieder deutlich vor Hertha. Und beim zehntstärksten Mitgliederverein im deutschen Profifussball kann man wohl kaum von einem "kleinen Nischenverein" sprechen, Johnny.

    Letztendlich ist es doch weitestgehend so, dass Hertha im Westteil und der FCU im Ostteil der Stadt die jeweilige "Nr. 1" darstellt. Damit lässt es sich ganz gut leben, würde ich meinen.

  3. 6.

    Was ist das für eine oberflächlicher Kommentar.
    Wie kommen Sie denn darauf das Hertha die Vormachtstellung in der Stadt dauerhaft verloren hat? Etwa durch den kleinen Nischenverein Union Berlin, der gerade mal das dritte!!! Jahr Bundesliga spielt?

    Spielt erstmal dauerhaft Bundesliga und finanziert solche Spieler wie Kruse oder Awoniyi trotz Corona dauerhaft ohne Schulden und wir können auf Augenhöhe diskutieren.
    Bisher seit ihr immer nur durch Fingerzeige auf andere Vereine aufgefallen. Das war vor der Wende so und hat sich anscheinend auch heute nicht geändert
    Kümmert euch um euren Verein und versucht so tolle Leute wie Herrn Ruhnert zu halten, denn die sind eure Lebensversicherung.

  4. 5.

    ein intelligenter Investor hätte in Union investiert.

    Bei Hertha kann er die Investition so oder so langfristig abschreiben, die steigen eher dauerhaft ab, bevor da jemals Erfolg einkehrt oder diese Bande der letzten 13 Jahre vertrieben ist.

    Die Nummer 1 der Stadt haben sie auch dauerhaft verloren, obwohl doppelt so viel Geld vorhanden ist (Etat) und dazu noch zusätzlich 372 Mio in den Klub besteckt wurden.

    So viel Geld und man ist sogar noch schlechter unterwegs, als davor....alle anderen Vereine wären wohl deutlich erfolgreicher gewesen.

    Und zu Windhorst: Der Herr muss bis April erstmal 1,4 Milliarden Euro auftreiben, um seine verlorenen Investments auszugleichen, damit sein Unternehmen nicht pleite ist und von heute auf morgen die Lichter bei ihm ein drittes mal ausgehen.
    Da das extrem unrealistisch ist, dass er das schafft, spielt Hertha BSC wohl im Moment für Ihn nur eine untergeordnete Rolle ;).

  5. 4.

    „Gerade in schwieriger Zeit der Pandemie sichern Tennors Eigenkapital- Beiträge Handlungsspielräume für die Hertha BSC GmbH & Co. KGaA und unser Profiteam“, erklärte Hertha-Geschäftsführer Carsten Schmidt. In der DLV Bundesliga grassiert die Pleiteangst. Die einst klamme Berliner „alte Dame“ Hertha BSC ist wirtschaftlich klar auf dem Vormarsch, und das ist auch ein Verdienst von Finanzchef Ingo Schiller und dessen Private-Equity-Strategie. Nachdem Hertha Finanzvorstand Ingo Schiller von 2014 bis 2018 gut mit der US-Beteiligungsgesellschaft KKR als Anteilseigner harmonierte, setzte er seit 2019 auf den Privatinvestor Lars Windhorst und dessen Investmentvehikel „Tennor“. Operativ mischt sich der ehemalige Start-up-Gründer Windhorst , der weiterhin vier von neun Plätzen im Aufsichtsrat besetzt, bislang nicht ein. Jetzt, da alle Klubs coronabedingt hart sparen müssen und die Spielerwerte in den Keller rauschen, zählt Hertha zu den ganz wenigen Vereinen, die finanziell dazu in der Lage sind

  6. 3.

    „Gerade in schwieriger Zeit der Pandemie sichern Tennors Eigenkapital- Beiträge Handlungsspielräume für die Hertha BSC GmbH & Co. KGaA und unser Profiteam“, erklärte Hertha-Geschäftsführer Carsten Schmidt. In der DLV Bundesliga grassiert die Pleiteangst. Die einst klamme Berliner „alte Dame“ Hertha BSC ist wirtschaftlich klar auf dem Vormarsch, und das ist auch ein Verdienst von Finanzchef Ingo Schiller und dessen Private-Equity-Strategie. Nachdem Hertha Finanzvorstand Ingo Schiller von 2014 bis 2018 gut mit der US-Beteiligungsgesellschaft KKR als Anteilseigner harmonierte, setzte er seit 2019 auf den Privatinvestor Lars Windhorst und dessen Investmentvehikel „Tennor“. Operativ mischt sich der ehemalige Start-up-Gründer Windhorst , der weiterhin vier von neun Plätzen im Aufsichtsrat besetzt, bislang nicht ein. Jetzt, da alle Klubs coronabedingt hart sparen müssen und die Spielerwerte in den Keller rauschen, zählt Hertha zu den ganz wenigen Vereinen, die finanziell dazu in der Lage sind

  7. 2.

    Windhorst hätte vor seinem Investment besser mit Klaus-Michael Kühne (HSV) oder Martin Kind (H96) reden sollen, um zu wissen, wie der Hase läuft. Sein Mitspracherecht ist stark eingeschränkt oder gar nicht erst vorhanden.
    Und an der Vergangenheit der "alten" Tante" hätte er erkennen müssen, dass die Hertha sich meistens selbst im Weg steht. Das lag zum. Einen an den Fehlentscheidungen von Michael Preetz bei Spielerkäufen, wo viele Einzelakteure eingekauft wurden, aber man vergessen hatte, dass aus denen ein Team gebildet werden muss, doch leider waren viele Spieler dazu gar nicht fähig. Dann die Ablösung von Pal Dardai als Trainer in einer Zeit,, in der er relativ erfolgreich war. Leider fehlt der Hertha auch ein klares Ziel, denn der Wille, sich zu einem Bug City Club zu entwickeln, reicht nicht aus, um den Verein mit einer konkreten Message auszustatten.
    Zum Schluss lässt sich nur festhalten, dass die Hertha der falsche Verein in Berlin ist, in den man ein Millioneninvestment steckt, Da wärren Viktoria oder Union besser gewesen, Windhorst muss akzeptieren, dass er die 375 Mio. für die nächsten paar Jahre abschreiben muss.

  8. 1.

    Geld ist nicht alles, aber eigentlich ist die Hertha ja schon lange "verkauft"

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