Erste Saison als Stürmer-Trainer - Ibisevic soll Herthas Offensive jetzt Power verleihen

Do 21.10.21 | 18:23 Uhr | Von Nico Giese
Vedad Ibisevic
Bild: imago images/Metodi Popow

Vedad Ibisevic ist seit dieser Saison wieder zurück bei Hertha BSC. Doch nicht als torgefährlicher Angreifer, sondern als Offensiv-Trainer soll er dem Sturm der Berliner zu neuem Glanz verhelfen. Von Nico Giese

Vedad Ibisevic ist seit August wieder zurück auf dem Trainings-Platz des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC am Berliner Olympiastadion. Doch in seiner neuen Funktion schnürt er nicht seine Schuhe, um den Trainer von seinen Stürmer-Qualitäten zu überzeugen, sondern um seine Erfahrung aus 344 Bundesligaspielen selbst als Übungsleiter weiterzugeben.

Dass seine aktive Karriere als Mittelstürmer noch nicht all zu lange vorbei sein kann, sieht man, wenn der 37-Jährige hin und wieder seine Qualitäten am Ball zeigt: "Ich bin frisch Trainer geworden, da juckt es manchmal ein bisschen", sagt Ibisevic.

Erfahrungen weitergeben

Dass seine Arbeit keine leichte sein wird, wurde schon zu Beginn der Saison deutlich. Nach drei Spieltagen konnten die Berliner bei null Punkten nur zwei Tore vorweisen. Eine Situation, in der in den Köpfen von Offensivspielern zusätzlicher Druck entstehen kann. Ibisevic kennt diese Momente aus seiner langen Karriere nur zu gut: "Wie man mit dem Druck umgeht; wie man mit einer Situation umgeht, wenn man spielt oder nicht spielt; wenn man trifft oder auch nicht trifft." Als Coach wolle er seine Erfahrungen an Spieler weitergeben und Ratschläge geben.

Nach der Anfangs-Krise konnten die Berliner in den folgenden fünf Spielen drei Partien gewinnen und sich etwas stabilisieren. Auch wenn die Torausbeute der alten Dame mit insgesamt zehn Treffern zu wünschen übrig lässt, konnten die Offensivspieler sich immerhin mit sieben Toren beiteligen.

"Wir brauchen solche Siegertypen"

Vedad Ibisevic weiß, wie man Tore schießt. In 344 Bundesligaspielen traf der Mittelstürmer 127 mal. 2015 schwärmte Pal Dardai in einem Interview mit der "BZ" von Ibisevic: "Er war mein absoluter Wunschstürmer. Er ist groß, torgefährlich, kopfballstark, aggressiv und erfahren", so Dardai damals.

Diese Attribute sind in der Hertha-Offensive momentan ausbaufähig, trotzdem ist nicht zuletzt der Chef-Trainer gegenüber Ibisevic positiv gestimmt: "Wir sind sehr zufrieden mit Vedad, er muss selbst noch seine Richtung finden, was für ein Trainer er werden will. Er hat eine gute Ausstrahlung und er spricht viel mit den Jungs", lobt Dardai, bei der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach. "Wir brauchen solche Siegertypen", so Dardai weiter. "Wir haben nicht immer die gleiche Meinung, aber die Chemie stimmt und das ist viel wichtiger. Vedad hat eine positive Art und das hilft uns."

Wie geht es weiter?

Positiv sollte sich dies auch auf die Offensive von Hertha BSC auswirken, Ibisevic zeigt sich jedenfalls sicher: "Jeder von den Jungs hat seine Qualität. Mein Ziel und mein Job ist es, das Beste aus ihnen herauszuholen." Ob das funktioniert, wird sich auch am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach zeigen, wenn die Herthaner die Chance haben, auch im zweiten Spiel in Folge zu gewinnen.

Zurückhaltend zeigte sich Ibisevic auf die Frage, ob er sich vorstellen könnte, irgendwann als Chef-Trainer ein ganzes Team zu führen: "Das ist jetzt die erste Phase, in der ich die Rolle kennenlernen muss. Ich muss sagen, dass ist ziemlich ähnlich zu dem, was ich als Fußballer erlebt habe." Er könne sich schon vorstellen, eines Tages als Mannschafts-Trainer sein Glück zu versuchen. "Aber ohne Zeitplan und ohne Zeitdruck."

Sendung: Inforadio, 21.10.2021, 17:15 Uhr

Beitrag von Nico Giese

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