2:5 gegen Rekordmeister - Union Berlin unterliegt grantigen Münchnern

Sa 30.10.21 | 19:13 Uhr
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Leroy Sané beim Schuss gegen Union Berlin
Audio: Inforadio | 30.10.21 | Lars Becker | Bild: imago images/Nordphoto

Drei Tage nach seiner Schmach im DFB-Pokal meldet sich der FC Bayern zurück und gewinnt gegen Union Berlin. Der Rekordmeister kontrolliert das Spiel überwiegend, gibt den Unionern aber mehrere Möglichkeiten, wieder ins Spiel zu kommen.

In der Fußball-Bundesliga hat Union Berlin gegen FC Bayern München mit 2:5 verloren. Damit kassierte die Mannschaft von Trainer Urs Fischer am Samstag die erste Pleite nach zuletzt vier Bundesligaspielen ohne Niederlage. Die Gäste aus München hinterließen im Stadion An der Alten Försterei drei Tage nach ihrer heftigen Niederlage im DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach einen stabilen und über weite Strecken überlegenen Eindruck. Kurz vor und kurz nach der Pause sorgten die Unioner allerdings mehrfach für Gefahr vorm Gehäuse von Manuel Neuer.

Die Tore für die Münchner erzielten Robert Lewandowski (15., 23. Minute), Leroy Sané (34.), Kingsley Coman (60.) und Thomas Müller (79.). Für Union Berlin trafen Nico Gießelmann (43.) und Julian Ryerson (64.).

Der Spielverlauf

Die Münchner wurden im Stadion an der Alten Försterei von rund 16.500 lautstarken Zuschauern empfangen, was für die Unioner Publikumsrekord in der laufenden Bundesliga-Spielzeit bedeutete. Der Verein aus Köpenick hatte am Mittwoch die Erlaubnis von der Senatsverwaltung erhalten, die Zuschauerzahl auf 75 Prozent der maximalen Stadionauslastung zu erhöhen.

Bis zur ersten Torchance dauerte es sieben Minuten. Leroy Sane kam für die Münchner im Strafraum vielversprechend an den Ball und setzte diesen per Vollspann nur knapp am Tor vorbei. Die Bayern begannen die Partie bestimmend und wohlorganisiert – und schienen die Verunsicherungen rund um den Verein zumindest gut verkraftet zu haben.

Es war das erste Spiel für den Rekordmeister nach dem 0:5-Zusammenbruch im DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach. Gegen Union Berlin wollte Bayern München ein Signal senden, dass die Pokalniederlage eine böse Ausnahme war und sich das Team nicht ins Wanken bringen lassen würde von den Erschütterungen der vergangenen Wochen.

Diese hatten jedenfalls reichlich Anlass zur Verunsicherung gegeben, etwa durch den bundesweit diskutierten Impf-Trotz der Münchner Identifikationsfigur Joshua Kimmich, die Corona-Infektion des Cheftrainers Julian Nagelsmann - der erneut ersetzt wurde durch Co-Trainer Dino Toppmöller - oder durch die drohende (aber mittlerweile abgewendete) Gefängnisstrafe für Lucas Hernandez.

Dann lief es zunächst wie am Schnürchen für die Gäste. In der 14. Minute wehrte Paul Jaeckel im Sechzehner mit der Hand ab, Schiedsrichter Harm Osmers zeigte auf den Elfmeterpunkt. Robert Lewandowski legte sich den Ball zurecht und verwandelte abgezockt in die untere linke Torecke zur Führung für die Gäste.

In der 23. Minute wurde Lewandowski zu Fall gebracht, knapp außerhalb des Sechzehners. Den fälligen Freistoß schlenzte der Pole sehr ansehnlich zum 2:0 ins rechte Eck, es war bereits sein 12. Saisontor.

Nach einer halben Stunde klärten die Münchner Abwehrleute eine harmlose Ecke des Unioners Christopher Trimmel, Joshua Kimmich startete übers Zentrum und legte Leroy Sané auf, der wie schon zu Spielbeginn nur knapp am Tor vorbeischoss.

Wenig später durfte aber auch er sich in die Torschützenliste eintragen. Von der rechten Seite schlug Kingsley Coman den Ball vorbei an drei Union-Verteidigern vors Tor, Sané brauchte nur noch einzuschieben zu seinem dritten Saisontreffer (34. Minute).

Union kommt zurück

Die drückend überlegenenen Gäste selbst brachten Union Berlin dann zurück ins Spiel. Genki Haraguchi bekam Platz und brachte den Ball aus halbrechter Position scharf in den Strafraum, wo Nico Gießelmann trocken per Dropkick zum 1:3 einnetzte. Das Publikum meldete sich zurück - und rastete nicht mal eine Minute später völlig aus, als der Ball wieder im Bayern-Gehäuse zappelte. Doch Schütze Sheraldo Becker hatte das Tor aus einer Abseitsposition heraus erzielt. So blieb es auch zur Pause beim 1:3, doch es schien, als ob die Hausherren neuen Mut geschöpft hätten.

Nach der Pause begannen die Unioner druckvoll und kamen mehrfach gefährlich vors Tor von Manuel Neuer. In der 50. Minute musste der Keeper weit aus seinem Gehäuse stürmen und den Ball von Becker wegrätschen. Becker prüfte Neuer nochmals wenig später aus rund 15 Metern, dieser musste zur Ecke fausten. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war der Rekordmeister alarmiert - und reagierte trocken.

Kingsley Coman tanzte Verteidiger Timo Baumgartl aus und zog aus rund zwölf Metern aus halbrechter Position zum 4:1 ab. Für alle jene Zuschauer, die den Treffer des Franzosen als Entscheidung werteten, hatte Kevin Behrens die passende Antwort. Der Unioner tankte sich über rechts ans Tor heran, vorbei an Abwehrspieler Niklas Süle und legte ab auf den wenige Momente zuvor eingewechselten Julian Ryerson. Der Norweger staubte ab zum 2:4 (64. Minute).

Nachdem auf beiden Seiten Chancen folgten, sorgte Thomas Müller dann allerdings für die endgültige Entscheidung. Der eingewechselte Dayot Upamecano sprintete aus der Verteidigung heraus knapp 70 Meter in Richtung gegnerisches Tor und legte dann fein auf Müller ab, der platziert ins rechte Toreck schlenzte zum 5:2-Endstand (79. Minute).

Die Kurzanalyse

Während Union Berlin unverändert im Vergleich zum Remis gegen VfB Stuttgart startete, ging der Rekordmeister mit mehreren personellen Korrekturen ins Bundesligaspiel. Für den beim 0:5 gegen Borussia Mönchengladbach völlig indisponierten Dayot Upamecano rückte Niklas Süle in die Innenverteidigung. Auf der rechten Seite bekam Josip Stanisic eine Chance gegen anstelle des französischen Weltmeisters Benjamin Pavard. Im Mittelfeld konnte Leon Goretzka aufgrund einer Fersenprellung verletzungsbedingt nicht spielen, dafür kam Corentin Tolisso. Zudem ersetzte Kingsley Coman Serge Gnabry.

Die Münchner Elf agierte über weite Strecken hochkonzentriert, war unnachgiebig in den Zweikämpfen und kompensierte die höheren Laufanteile der Unioner durch präzise, immer gefährliche Passfolgen.

Am Ende war es aber der Kaltschnäuzigkeit des Rekordmeisters vorm gegnerischen Tor zu verdanken, dass er das Spiel so deutlich gewinnen konnte – denn zum Ende der ersten und zum Beginn der zweiten Hälfte kamen die Unioner mehrfach zu Gelegenheiten, die sie ihrerseits ungenutzt ließen.

Das sagt das Netz

Freute sich über höhere Auslastung: Das Stadion.

Unioner Mentalität:

Glücklicher Sieg für den FC Bayern?

Das Spiel im Liveticker

18 Kommentare

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  1. 18.

    Sie scheinen es immer noch nicht verstanden zu haben, Berta: Die Anpassung gilt für alle. Hertha kann dadurch 12.500 Zuschauer mehr einlassen, während sich für den FCU nichts ändert, da das Stadion insgesamt nur gut 22.000 Plätze hat. Deshalb hat der FCU für das besondere Spiel gegen den FC Bayern eine Aufstockung beantragt, die laut Senat als Einzelfallentscheidung genehmigt wurde. Hertha hat gar nichts beantragt.

  2. 17.

    Sie machen sich lächerlich. Hertha hat sicher nicht aus "gesellschaftlicher Verantwortung" heraus keinen Antrag auf eine Erhöhung der Kapazität auf bsw. 75% gestellt, sondern weil zunächst mal ein Auswärtsspiel anstand - und hauptsächlich wohl deshalb, weil man sich dort sicher ist, auch nicht annähernd gut 56.000 Zuschauer anziehen zu können. Ob zum Heimspiel gegen den BVB Mitte Dezember eine Erhöhung beantragt wird, bleibt abzuwarten.

    Und im Prinzip hat Hertha mit 37.500 ZS doch schon eine 75%ige Auslastung. Denn der Durchschnitt lag in den letzten Jahren bei etwas unter 50.000 Zuschauern, was m. W. auch für das geplante Stadion als Kapazität angedacht ist.

  3. 16.

    son quatsch! Letztendlich entscheidet die Politik, sprich Senat, ob einem Antrag stattgegeben wird und nicht der Antragsteller. Nur mal so, bei 2G wäre sogar volle auslastung möglich und das sogar ohne Antrag.

  4. 15.

    Das bedeutet dann das in ihren Augen ein Antrag reicht alle Corona Regelungen vom Senat dann aufgehoben werden wenn man es nur will. Was ist das für eine Logik. Wenn eine Regelung angepasst wird dann auch für alle sonst ist es Willkür.

  5. 14.

    Es war ein geiler Nachmittag. Danke an die Bayernfans die das Tollhaus zum 1x besuchten.Leider fehlte in der 1.HZ die Unionekligkeit ,was geht war eine tolle 2.HZ. von beiden.Spannend wenn es nicht Abseits wäre.So explodierte die AF nicht mal nach dem Aufstieg.
    Also weiter so, Kölle alaaf

  6. 13.

    Korrektur meines Beitrags von gestern:
    Da er seine politischen Wurzeln in der SED hat, dürfte klar sein, wie er sportlich tickt.
    Bevor ich es vergesse: Glückwunsch Bayern!

  7. 12.

    Witzige Milchmädchenrechnung. Rechne es doch mal nicht prozentual. Es geht um die Anzahl der Zuschauer. Die Alte Försterei ist ein Ministadion und das Oly ein sehr großes Stadion.

  8. 11.

    Nun, gegen Bayern zu verlieren, ist keine Schande.
    Nur, ich gönne es dieser "kriminellen Vereinigung" nicht.
    Viel betrüblicher ist es aber, dass die blütenreihene Heimbilanz, wovon einige Mannschaften nur träumen können, durch dieses 5:2 beendet wurde.
    Kopp hoch, Union.

  9. 10.

    Sie nennen es Uninformiertheit, Herr Glaudino, ich würde hier eher von gesellschaftlicher Verantwortung seitens Hertha BSC sprechen. Dieser Verein hat es nicht nötig ständig in Bittstellung vor dem Berliner Senat zu gehen.
    Und wenn dann gleiches Recht für alle.
    50% sind eben nicht 75%, dazu bedarf es keiner hohen Mathematik.
    Es ist ja nicht das erste Mal, dass dem FCU ein Sonderrecht zugestanden wurde.
    Da verweise ich gerne auf Mai 2021, letzter Spieltag. Ich denke alle wissen worauf ich anspiele. Das war kein besonders guter Auftritt bei der Umsetzung der damaligen Regeln.
    Aber der "Kultverein" hat wohl das Geld nötig.
    Mal sehen, ob es zum Derby nicht wieder ein Sonderrecht gibt für Union.

  10. 9.

    Zitat: "Dazu muss man nur wissen, wie Innensenator Geisel sportlich "tickt"."

    Nee, dazu muss man eher wissen, dass Hertha ohne die Anpassung der Senatsverordnung auch weiterhin mit 25.000 Zuschauern/Obergrenze zufrieden gewesen wäre, KE.

  11. 8.

    Zitat: "Alte Försterei dicht besetzt 75% Auslastung. Ins Olympiastadion 50% Zuschauer zugelassen !? Das nenne ich mal politische Willkür."

    Was Sie "politische Willkür" nennen, nenne ich mal vorsichtig Uninformiertheit, die ganz offensichtlich auf Desinteresse am Thema gründet. Hertha hat keine Aufstockung der Zuschauerkapazität beantragt; nicht mal die auf 37.5000, welche nur aufgrund der Anpassung der Senatsverordnung - keine Deckelung bei 50%/25.000 ZS mehr - angefallen ist, Berta!

  12. 7.

    Hatten Sie eigentlich damals auch so viel Schaum vorm Mund, als der regierende Bürgermeister Wowereit auf der Hauptribüne seine Mitgliedschaft zum ehemaligen Verein aus dem Westend fröhnte? ;)

  13. 6.

    Da er seine politischen Wurzeln in der SED hat, dürfte klar sein, wie er politisch tickt.
    Bevor ich es vergesse: Glückwunsch Bayern!

  14. 5.

    Eventuell sollte die Firma zur Reinigung des Stadions gewechselt werden.
    Oder haben die Fans von Union zuviel Geld?
    Warum liegen wieder Becher auf dem Spielfeld?

  15. 4.

    Dazu muss man nur wissen, wie Innensenator Geisel sportlich "tickt".

  16. 3.

    sch... auf das Ergebnis. War ein klassespiel von beiden Seiten viele gute Spielzüge und kein aufgeben bis zum Schluß.
    EISERN UNION!

  17. 2.

    "und wir lieben unseren Club und sind stolz auf ihn, FC Union aus Berlin..."

  18. 1.

    Sei es Union gegönnt! Hier soll sich jetzt bitte aber keiner mehr von den Berliner Politikern über die pandemische Lage in Berlin äußern. Alte Försterei dicht besetzt 75% Auslastung. Ins Olympiastadion 50% Zuschauer zugelassen !? Das nenne ich mal politische Willkür. Bevor hier wieder jemand anfängt, soviel gehen eh nicht zu Hertha, mal drüber nachdenken wie verar.... man hier wird.

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