Urs Fischer vor Union-Partie in Stuttgart - "Ich gebe gar kein Spiel her"

Sa 23.10.21 | 17:16 Uhr | Von Jakob Rüger
Union-Trainer Urs Fischer gestikuliert (Foto: imago images / Michael Weber)
Bild: imago images / Michael Weber

Nach der Niederlage in Rotterdam geht es für Fußball-Bundesligist Union direkt nach Stuttgart. Es gibt klare Worte vom Trainer, denn dort wartet die nächste unangenehme Aufgabe - die Schwaben erinnern an die niederländischen Gegner. Von Jakob Rüger

Das Personal

Aus Berlin gab es die nächste Hiobsbotschaft für Unions Trainer Urs Fischer. Nach Innenverteidiger Marvin Friedrich ist nun auch Abwehrspieler Rick van Drongelen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Niederländer war jedoch nicht mit der Mannschaft unterwegs und befand sich in Berlin, weil er nicht für den internationalen Wettbewerb gemeldet ist. Auch van Drongelen muss nun in häusliche Quarantäne.

Von schweren Verletzungen wird der 1. FC Union derzeit verschont. Nach der Europa-Conference-League Partie in Rotterdam gab es kleinere Wehwehchen, aber keine ernsthaften Verletzungen, bestätigte Urs Fischer auf einer digitalen Pressekonferenz. Damit stehen dem Trainer, abgesehen von Marvin Friedrich, alle wichtigen Spieler für das Auswärtsspiel zur Verfügung.

Es fehlen: Dehl (nicht berücksichtigt), Friedrich (Covid-19), van Drongelen (Covid-19), Schneider (nicht berücksichtigt), Ujah (nicht berücksichtigt)

Die Form

Dem 1. FC Union winkt ein neuer Vereinsrekord. Vier Bundesliga-Siege in Folge sind den Köpenickern noch nie gelungen. Am vergangenen Spieltag konnte Champions-League-Teilnehmer VFL Wolfsburg (2:0) souverän bezwungen werden. Um so erstaunlicher war die 1:3-Niederlage in Rotterdam.

"Man muss der Mannschaft auch mal ein schwächeres Spiel zugestehen", so Urs Fischer, der trotzdem nicht mit Kritik spart. "Wir haben gemerkt, wenn wir nur reagieren statt agieren, wird es schwer. Dann lädst du eine spielerisch starke Mannschaft ein. Jetzt heißt es, wieder aufstehen, Mund abputzen und im nächsten Spiel besser machen." Das hoffen auch die rund 600 Fans, die die Berliner nach Stuttgart begleiten.

Der Gegner

Der VfB Stuttgart ist das jüngste Team der Liga und trotzdem fehlt es den Schwaben nicht an Zweikampf-Härte. Stuttgart hat die zweitbeste Zweikampf-Quote der Liga. "Es ist eine tolle junge Truppe", schwärmt Fischer. "Sie haben eine Mischung aus Robustheit, aber auch eine Mannschaft, die spielerische Lösungen sucht. Viel Geschwindigkeit und die Sturmspitzen trauen sich Eins-gegen-Eins-Situationen zu." Mit den gleichen Worten hatte Fischer unter der Woche bereits Feyenoord Rotterdam beschrieben. "Die Ähnlichkeit ist ersichtlich", so der Trainer. "Stuttgart hat vielleicht mehr Körperlichkeit im Zentrum und ist bei Standards gefährlicher."

In Rotterdam tat sich Union vor allem mit den schnellen Flügelspieler des Gegners schwer. Stuttgart wiederum gilt als kopfballstark. Ein besonderes Augenmerk liegt bei Union sicherlich auf Stuttgarts Innenverteidiger Konstantinos Mavropanos. Beim 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach erzielte der Grieche bereits sein drittes Saisontor, wohlgemerkt alle aus dem Spiel heraus.

Unioner im Fokus

Taiwo Awoniyi hat einen Lauf. Ein Tor am letzten Wochenende gegen Wolfsburg, ein Treffer am Donnerstag in Rotterdam. Insgesamt ist der nigerianische Stürmer für die Hälfte aller bislang erzielten Union-Tore verantwortlich. Damit hat er jetzt schon mehr Tore erzielt als in der vorigen Spielzeit (5 Tore), als Union ihn vom FC Liverpool ausgeliehen hatte. Bemerkenswert: Awoniyi schießt nicht nur fleißig Tore, sondern wirft sich auch in jedes Luftduell. Seine Verpflichtung im Sommer hat sich jetzt schon ausgezahlt.

Besonderheiten

Der 1. FC Union ist im Dauerstress. In den nächsten 18 Tagen warten noch sechs Spiele auf die Köpenicker. Rotation und Regeneration sind extrem wichtig. Nach dem Spiel in Stuttgart geht es für die Mannschaft direkt nach Hause. Am Mittwoch muss man zum Pokalspiel allerdings schon wieder nach Baden-Württemberg, es wartet ein Auswärtsspiel bei Drittligist Waldhof Mannheim und am nächsten Wochenende bittet der FC Bayern zum Duell.

Für Urs Fischer gibt es in dem engen Terminkalender kein wichtigeres oder unwichtigeres Spiel, wie er sagt: "Ich gebe gar kein Spiel her, auch die Mannschaft wird kein Spiel hergeben." Fokussiert, aber optimistisch geht der Trainer die wichtigen Wochen an. In Stuttgart will Urs Fischer eine Reaktion auf die Niederlage in Rotterdam von seiner Mannschaft sehen.

Sendung: rbb UM6, 23.10.2021, 18:00 Uhr

Beitrag von Jakob Rüger

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