Union vor dem Spiel gegen Wolfsburg - Die Alte Försterei soll eine Festung bleiben

Union Fans heben ihre Schaals (imago / Nordphoto)
Bild: www.imago-images.de

Am Samstag empfängt Union Berlin den VfL Wolfsburg in der Alten Försterei. Neben der sportlichen Herausforderung ist beim Berliner Fußball-Bundesligisten aber auch der Eilantrag auf eine höhere Stadionauslastung ein großes Thema. Von Lukas Witte

Das Personal

Gegen Wolfsburg wird Trainer Urs Fischer fast der ganze Kader zur Verfügung stehen. "Verletzte gibt es eigentlich keine," sagte er auf der Pressekonferenz am Donnerstag. Auch die aus den Länderspielen zurückgekehrten Spieler seien gut in Form. Einzig Wszolek sei angeschlagen und hätte das Mannschaftstraining abbrechen müssen. "Er hat noch ein bisschen Probleme mit seinem Fuß aus dem Freundschaftsspiel gegen St. Gallen. Heute konnte er aber schon wieder individuell trainieren und es ging dann wieder besser", erklärte Fischer.

Wieder fit ist hingegen Timo Baumgartl. Der 25-Jährige hatte sich beim Spiel gegen Bielefeld Ende September nach einem Zusammenprall eine schwere Gehirnerschütterung zugezogen und musste minutenlang auf dem Spielfeld behandelt werden. Umso schöner die Bekanntgabe des Trainers: "Er ist eigentlich seit dieser Woche komplett ins Mannschaftstraining integriert. Es gibt keine Nachwehen. Das sieht im Moment gut aus!" Ob es aber auch für einen Platz im Kader reicht, lies Fischer noch offen, schließlich habe Baumgartl zwei Wochen nicht richtig trainieren können.

Es fehlen: Abdullahi (nicht berücksichtigt), Schneider (nicht berücksichtigt), Ujah (nicht berücksichtigt), Wszolek (Aufbautraining nach Knöchelblessur)

Die Form

Mit Wolfsburg empfangen die Berliner einen Champions League-Teilnehmer mit hoher Qualität. Doch Union muss sich nicht verstecken, vor allem zuhause nicht. Die Alte Försterei ist eine Festung, in der die Eisernen seit 20 Spielen nicht mehr verloren haben. Und überhaupt haben sie in der Bundesliga erst eine Niederlage verzeichnen müssen. Zuletzt gelangen ihnen gegen Mainz und Bielefeld zwei Siege in Folge.

"Ich erwarte, dass wir unser Gesicht zeigen. Dass wir bereit sind für die Aufgabe. Dass wir bereit sind, unsere Serie zuhause fortzuführen", forderte Trainer Urs Fischer. Es geht allerdings auch um wichtige Tabellenplätze. Mit einem Sieg könnte Union an den Wolfsburgern vorbeiziehen.

Der Gegner

Der Vfl Wolfsburg startete gut in die Saison, kam zuletzt aber ins Straucheln. Die Niedersachsen sind seit fünf Pflichtspielen ohne Sieg und verloren die letzten beiden Bundesliga-Partien. Mit einem wichtigen Champions League-Spiel nächste Woche vor der Brust soll diese Negativ-Serie unbedingt am Samstag gegen Union gebrochen werden. Und die Berliner scheinen genau der richtige Gegner dafür zu sein, denn schließlich gab es in sechs Pflichtspiel-Duellen zwischen den beiden noch nicht einen Sieg für die Eisernen zu feiern.

Union-Trainer Urs Fischer ist sich der großen Herausforderung am Samstag sehr bewusst: "Für mich ist das eine Mannschaft, die über sehr viel individuelle Qualität verfügt. Die ein Spiel entscheiden kann, die Geschwindigkeit hat, die körperlich und sehr robust ist. (...) Das ist eine echt tolle Aufgabe für uns."

Unioner im Fokus

Mit Taiwo Awoniyi und Max Kruse hat Union Berlin ein Sturm-Duo, das man immer auf dem Zettel haben sollte. Awoniyi schoss diese Saison bereits fünf Tore in sieben Spielen - so viele wie in der gesamten letzten Spielzeit. Der 24-Jährige galt zeitweise ein bisschen als Chancentod, ist aber zurzeit in Top-Form und erzielte zuletzt gegen Mainz den ersten Doppelpack seiner Bundesliga-Karriere. Zur Belohnung wurde er prompt ins Aufgebot der nigerianischen Nationalmannschaft berufen, für die er in der Länderspielpause seinen ersten Einsatz feiern konnte. "Taiwo ist unheimlich stolz, dass er dieses Länderspiel gemacht hat", berichtete Trainer Fischer.

Großen Anteil an Awoniyis Erfolg hat aber sicherlich auch sein Teamkollege Max Kruse. Er war an allen fünf Toren des Nigerianers direkt oder indirekt beteiligt. Außerdem dürfte Kruse gegen seinen Ex-Klub besonders motiviert sein. In der Saison 2015/16 lief der 33-Jährige für den VfL Wolfsburg auf und erlebte dort eines der weniger erfolgreichen Kapitel seiner Karriere. Bei Union gehört er hingegen zu den Leistungsträgern und wird der Defensive der Wölfe bestimmt Kopfschmerzen bereiten.

Besonderheiten

Neben dem Sportlichen dominierte vor allem ein Thema die Pressekonferenz: der Eilantrag des Vereins beim Berliner Verwaltungsgericht. Union Berlin möchte bereits am kommenden Samstag unter Einhaltung der 3G-Regeln wieder 18.000 Zuschauer in die Alte Försterei lassen. Mit dem Urteil wird im Laufe des Donnerstags gerechnet.

"Die Landesregierung Berlin hat sich für einen Weg entschieden, der nicht praktikabel ist", sagte Präsident Dirk Zingler bei der Medienrunde am Donnerstag. "Ich glaube, dass wir klare Regeln brauchen. Die Verantwortung auf die Veranstalter zu legen, halte ich nicht für richtig und dafür steht unser Klub nicht zur Verfügung," stellte er klar.

Ein volles Stadion unter 2G-Bedingungen schloss er hingegen klar aus: "Unser Klub hat gemeinsam entschieden, dass wir den Menschen keine unüberwindbaren Hürden aufstellen. Wenn wir sie ausschließen, erreichen wir sie gar nicht mehr. Das ist unsere Auffassung."

Beim Spiel gegen Wolfsburg wird ein Bus vor dem Stadion bereitstehen, in dem sich impfwillige Fans schnell und unkompliziert impfen lassen können.

Sendung: rbb UM6, 14.10.2021, 18 Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    Guter Witz, unüberwindbare Hürde? Nichts ist leichter geworden, als sich impfen zu lassen.

  2. 1.

    Eine unüberwindbare Hürde sich impfen zu lassen? Naja, Fußballfans sind offensichtlich alle gleich.

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