0:1-Niederlage gegen RB Leipzig - Babelsberg verpasst knapp erneute Pokalsensation

Di 26.10.21 | 21:29 Uhr
Eine Szene aus dem Spiel Babelsberg gegen Leipzig. Quelle: imago images/Matthias Koch
Audio: Inforadio | 26.10.21 | Guido Ringel | Bild: imago images/Matthias Koch

Nach einer tapferen Vorstellung verliert der SV Babelsberg 03 knapp gegen RB Leipzig und verpasst den Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals. Dabei machten es die Brandenburger dem Erstligisten lange schwer. Eine hübsche Kombination besiegelte das Aus.

Fußball-Regionalligist SV Babelsberg 03 ist nach einer 0:1-Niederlage gegen RB Leipzig aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Das Tor des Tages erzielte Dominik Szoboszlai (45. Minute).

Nachdem das Team um Stürmer Daniel Frahn noch in der ersten Pokalrunde mit einem Sieg gegen Greuther Fürth für eine Überraschung gesorgt hatte, ist nun nach der Niederlage im heimischen Karl-Liebknecht-Stadion in der zweiten Runde Schluss.

Engagierter Beginn

Vier Minuten und vierzehn Sekunden - so lange brauchte das Team von RB Leipzig, bis es zum ersten Mal die Mittellinie überquerte und in die Babelsberger Hälfte vordringen konnte. Die Hausherren starteten engagiert, stiegen giftig in die Zweikämpfe - und machten es dem aktuell Sechstplatzierten der Bundesliga von Anfang an schwer.

Dieser trat zum DFB-Pokalspiel mit einer stark veränderten Startformation an gegenüber dem 4:1-Sieg gegen Greuther Fürth in der Bundesliga. So bot Trainer Jesse Marsch Ersatztorwart Josep Martinez anstelle von Stammkeeper Peter Gulacsi auf. Zudem rückten Mohamed Simakan, Yussuf Poulsen, Tyler Adams und Hugo Novoa Ramos in die Anfangself. Der seit Wochen überragend spielende Stürmer Christopher Nkunku sowie Emil Forsberg saßen zunächst auf der Bank.

Nach 15 Minuten waren es die Babelsberger, die das erste Offensiv-Ausrufezeichen setzten. Nachdem Leipzigs Keeper Josep Martinez zu weit aus dem Gehäuse gerückt war, zog Robin Müller aus der Distanz ab. Doch der Winkel war zu spitz, der Ball verfehlte das Tor.

In der ersten Halbzeit lösten die Babelsberger Innenverteidiger Petar Lela und Marcus Hoffmann ihre Aufgabe ausgezeichnet, die Champions-League-erprobten Stürmer Andre Silva und Yussuf Poulsen abzublocken oder nötigenfalls auszugrätschen.

Gegentor kurz vor der Halbzeitpause

Begleitet von Rauchschwaden der von Babelsberg-Anhängern abgebrannten Pyrotechnik zog immer mehr Gefahr durch Angriffsbemühungen der Gäste herauf. Doch es dauerte eine halbe Stunde, bis sie sich die erste wirklich gefährliche Situation vorm Tor der Babelsberger erarbeiteten: Hugo Novoa konnte aus sieben Metern abziehen, Torhüter Jannick Theißen tauchte reflexartig ab und parierte.

Machtlos war die Babelsberger Abwehr dann gegen eine tolle Leipziger Kombination kurz vor dem Kabinengang. Benjamin Henrichs passte im Eiltempo auf Yussuf Poulsen, der ablegte auf den in den Straraum startenden Dominik Szoboszlai. Der Ungar tunnelte Theißen aus etwa sieben Metern zur Führung (45.).

Tapfere, aber unterlegene Babelsberger

Nach der Pause drängte Leipzig auf die Entscheidung. Nach 49 Minuten tauchte Silva frei vorm Leipziger Tor auf – und scheiterte am glänzend aufgelegten Theißen. Es war eine von mehreren Torgelegenheiten, die sich die Gäste gegen aufopferungsvoll verteidigende Babelsberger erspielten.

Seltenheitswert hatten in der zweiten Halbzeit hingegen gelungene Offensivaktionen der Gastgeber. Müller schoss in der 70. Minute aus halbrechter Poisition aufs Tor, traf aber nur das Außennetz des Leipziger Gehäuses. Ansonsten kontrollierten die Gäste das Spiel. Der Viertligist versuchte, durch überharte Zweikämpfe und kleinere Fouls den Favoriten aus dem Konzept zu bringen. Doch mangels eigener konzentrierter Angriffsbemühungen war das letztlich nicht genug.

In der Nachspielzeit warfen die Hausherren noch einmal alles nach vorne, inklusive Torwart Theißen. Doch eine müde Flanke aus dem Halbfeld in den Leipziger Strafraum fand keinen Abnehmer, es war die letzte Aktion einer intensiven Pokal-Partie.

Spielanalyse

RB Leipzig war die überlegene Mannschaft, konnte allerdings die individuelle Klasse von Spielern wie Kevin Kampl, André Silva und Yussuf Poulsen über weite Strecken des Spiels nicht in zwingende Torgelegenheiten ummünzen. SV Babelsberg 03 stand kompakt, bannte jede Leipziger Gefahr übers Zentrum, überließ den Gästen nur die Flügel - bis zur 45. Minute.

In einer überfallartigen Kombination durch die Mitte über mehrere Stationen führten die Champions-League-Teilnehmer dem Viertligisten dann den Klassenunterschied vor Augen, Szoboszlai vollendete sie zur Führung.

Durch Kampf und Einsatz schafften es die Hausherren immerhin, Leipzigs individuelle Klasse zu kompensieren und die Partie bis zum Ende offen zu halten.

Das sagt das Netz

Abstimmungs-Schwierigkeiten im Leipziger Angriff.

Bittere Erkenntnis eines Leipzig-Fans.

Schöne Babelsberg-Choreo zu Beginn.

Das Spiel im Liveticker zum Nachlesen

Sendung: rbb24, 26.10.2021, 21:45 Uhr

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