3:1 bei Waldhof Mannheim - Union Berlin zieht nach Verlängerung ins DFB-Pokal-Achtelfinale ein

Mi 27.10.21 | 21:20 Uhr
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Union Berlins Kevin Behrens (links) beim Pokalspiel in Mannheim (imago images/HMB Media)
Audio: inforadio | 27.10.2021 | Julia Metzner | Bild: imago images/HMB Media

Union Berlin hat in der zweiten Runde des DFB-Pokals bei Drittligist Waldhof Mannheim knapp mit 3:1 (nach Verlängerung) gewonnen. Dabei war der Drittligist über weite Strecken der Partie die spielbestimmende Mannschaft.

Fußball-Bundesligist Union Berlin hat das Achtelfinale im DFB-Pokal erreicht. Beim Drittligisten Waldhof Mannheim siegte die Mannschaft mit 3:1. Die Tore erzielten für den Gastgeber Alexander Rossipal (4. Minute) - Kevin Behrens (18. und 118.) und Taiwo Awoniyi (95.) trafen für Union. Die Auslosung der Achtelfinal-Paarungen findet am Sonntag, den 31. Oktober statt.

Der Spielverlauf

Im Vergleich zur Bundesliga-Partie beim VfB Stuttgart (1:1) veränderte Union-Trainer Urs Fischer seine Mannschaft auf vier Positionen. Bastian Oczipka, Kevin Behrens und Andreas Voglsammer ersetzten Niko Gießelmann, Rani Khedira und Taiwo Awoniyi. Für Andreas Luthe stand Frederik Rönnow im Tor. Und der Däne musste sich bereits nach vier Minuten geschlagen geben.

Nach einer zunächst abgewehrten Mannheimer Ecke konnte Waldhofs Marc Schnatterer auf der rechten Seite ungehindert zu einer Flanke ansetzen, die Rönnow nur nach vorn und vor die Füße von Alexander Rossipal abwehren konnte. Der Verteidiger hatte aus kürzester Distanz wenig Mühe, den Ball über die Linie zu bringen.

Unions Versuche einer sofortigen Antwort waren zunächst ungenügend. Mannheim störte früh und mit vielen Spielern, so dass die Berliner immer wieder Fehlpässe einstreuten. Erst in der 18. Minute kamen die Gäste erstmals gefährlich vor das Waldhof-Tor und direkt zum Ausgleich. Ein langer Ball von Abwehrchef Robin Knoche fand seinen Weg punktgenau auf Flügelstürmer Sheraldo Becker. Dessen Flanke legte Andreas Voglsammer gekonnt ab zum zentral lauernden Kevin Behrens, der mit dem linken Fuß und einer Direktabnahme aus etwa sechs Metern sehenswert und unhaltbar vollstreckte. Chancen blieben in der Folge Mangelware, Mannheim dabei das drängendere Team.

Awoniyi macht den Unterschied

Das Bild änderte sich auch mit Beginn der zweiten Spielhälfte nicht. Union fand offensiv kaum statt, Waldhof diktierte das Spielgeschehen, wirkliche Tormöglichkeiten gab es jedoch auf keiner Seite. Berlins Trainer Fischer reagierte, brachte im Verlauf der zweiten Halbzeit unter anderem die Stammkräfte Rani Khedira und Taiwo Awoniyi. Die einzig echte Torchance hatte jedoch Abwehrchef Robin Knoche nach einer Ecke von Christopher Trimmel. Doch der abgefälschte Schuss konnte von Mannheim noch gerade eben geklärt werden. Und auch in der zweiten Minute der Nachspielzeit landete der Ball nach einem Versuch von Taiwo Awoniyi aus etwa fünf Metern nicht über der Linie, sondern in den Armen von Mannheims Torhüter Jan-Christoph Bartels.

In der anschließenden Verlängerung der Partie machte es Awoniyi alsbald besser und in der 95. Minute das 2:1 für Union. Und was für ein Treffer das war: Ballannahme, Drehung und Ballmitnahme in einer flüssigen Bewegung, gefolgt von einem platzierten Linksschuss aus rund 16 Metern. Wer sich fragte, woran man denn erkenne, dass Union der Erstligist sei, sollte in dieser Szene seine Antwort erhalten. In der 118. Minute machte Kevin Behrens nach einem Abwehrfehler Mannheims mit einer Direktabnahme vom Strafraumrand das 3:1 und alles klar.

Die Kurzanalyse

Union tat sich gegen die früh, energisch und mit viel Personal störenden Mannheimer über die gesamte Dauer der Partie äußerst schwer mit dem Spielaufbau. Wenn etwas ging, dann nur über die langen, öffnenden Pässe von Abwehrchef Robin Knoche, so wie vor dem 1:1 durch Kevin Behrens. Oder durch eine Einzelaktion, so wie durch Taiwo Awoniyi beim 2:1-Führungstreffer. Im Gegenzug zeigte sich die Defensive trotz der engagierten Leistung des Drittligisten nie wirklich gefährdet, so dass Torhüter Frederik Rönnow vom frühen Gegentor in der Folge eines Eckballs kaum etwas zu tun bekam.

Das sagt das Netz

Es läuft einfach für Kevin Behrens:

Diesem Anhänger des Stadtrivalen kam das Spiel irgendwie bekannt vor:

Der Pokal hat bekanntlich seine eigenen Gesetze:

Der Liveticker in der Nachlese

Sendung: rbb24, 27.10.2021, 22 Uhr

8 Kommentare

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  1. 8.

    Der Pokal hat seine eigenen Gesetze - Spruch bekannt, "Boom"? Dass unterklassige Mannschaften im Pokal gegen Erstliga Vereine nicht selten zur Hochform auflaufen, weil diese Spiele für jene Vereine absolute Highlights sind, dürfte sich selbst bei Fussballlaien herumgesprochen haben.

  2. 6.

    ich teile diese Hoffnung, wobei ich eher befürchte, dass die Bayern auf Wiedergutmachung aus sind und das wird heftig werden für Union.
    Das gestrige Spiel gegen Waldhof hat mich nun leider auch nicht begeistert. Insofern drücke ich Daumen und hoffe auf eine stabile solide Leistung am WE.
    Eisern!

  3. 5.

    Klare Analyse vom Trainer. Die Bayern, wieder mit Nagelsmann? sind kaum schlagbar, vor allem micht nach der Pleite gegen Gladbach.

  4. 4.

    Dann hoffen wir mal, daß dies am Wochenende gegen die Bayern auch der Fall ist! Hätten die Bayern mit den Blackout(O:5 gegen Gladbach)nicht bis Wochenende warten können!? Hoffentlich hält der Blackout der Bayern über Wochenende an!

  5. 3.

    Ich fürchte, dass da der BVB noch ein Wörtchen mitreden möchte. Aber die Idee hat was. :-)

  6. 2.

    "Dabei war der Drittligist über weite Strecken der Partie die spielbestimmende Mannschaft."
    Alles wie gehabt: Der Gegner spielt, Union gewinnt

  7. 1.

    Ich träum' mal ...
    Union im Achtenfinale, Hertha im Achtelfinale ...

    Ok, 'n Sechser im Lotto wäre wahrscheinlicher, aber so ein DFB-Finale wäre DER Hammer :-).

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